Bloß ein Schnupfen – oder mehr?

Rund 6Millionen Mal im Jahr diagnostizieren Ärzte in Deutschland Rhinosinusitis. Das bedeutet: Zum Schnupfen hat sich eine Entzündung der Nasennebenhöhlen dazugesellt. Es gibt neue Therapieansätze

Die Symptome sind typisch: Druckgefühle hinter Wangenknochen und Stirn, oft schlimme, bohrende Kopf- und Gesichtsschmerzen, vor allem, wenn man den Kopf nach unten neigt. Dazu eine verstopfte Nase, der Verlust des Geruchsinns, das Gefühl, richtig krank zu sein und oft auch gelblich-grün verfärbter Schleim in der Nase. Wer damit zum Arzt geht, bekommt in aller Regel sofort ein Antibiotikum.

In den meisten Fällen muss dies jedoch nicht sein. Denn die Rhinosinusitis wird ebenso wie der banale Schnupfen (Rhinitis) in weit über 90 Prozent der Fälle von Viren ausgelöst. Gegen diese Erreger sind Antibiotika jedoch machtlos. Sie helfen nur bei bakteriell bedingten Infektionen. Dementsprechend hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) 2007 in ihren Leitlinien „Rhinosinusitis” die Therapieansätze neu bewertet und rät von Antibiotikagaben auf Verdacht ab.

Schnelle Hilfe ist wichtig

Was aber ist zu tun? Mittel der Wahl für die ersten sieben Tage einer Erkältung sind abschwellende Nasentropfen, pflanzliche Schleimlöser (Sekretolytika) und eventuell kortisonhaltige Nasensprays, erklärt Professor Dr. Hans Behrbohm, Chefarzt der Abteilung für HNO und plastische Operationen der Park-Klinik Weissensee in Berlin.

Denn, so der Experte weiter, „wichtig ist, dass Schleimhäute rasch abschwellen, damit die Nase und die Nebenhöhlen gut belüftet bleiben.” Stellt sich innerhalb der ersten Woche keine Besserung ein oder verschlimmern sich die Symptome sogar, muss mit einer bakteriellen Zusatzinfektion gerechnet und es können Antibiotika nötig werden.

Bei abschwellenden Nasentropfen (z.B. GeloNasal, Apotheke) muss man beachten, dass sie nicht länger als maximal sieben Tage angewendet werden dürfen. Sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran.

Symptome optimal lindern

Für eine rasche Besserung der akuten Rhinosinusitis ist es wichtig, dass sich der zähe Schleim schnell verflüssigt und die Atemwege wieder frei sind. Professor Behrbohm nennt hierfür den Wirkstoff Myrtol standardisiert (z.B. in Gelomyrtol forte, rezeptfrei in der Apotheke) als überzeugenden „Allrounder”. Wie sich in Studien gezeigt hat, fördert das ätherische Öl Myrtol standardisiert die Schleimlösung und die Produktion von dünnflüssigem Sekret sowie den Abtransport von beidem. Darüber hinaus wirkt es antientzündlich, antibakteriell und antioxidativ und ist so in der Lage, bakteriellen Entzündungen vorzubeugen.

  • Der Wirkstoff wird als Kapsel eingenommen.

Operation nur selten

Eine Rhinosinusitis kann auch chronisch werden. Dann ist die Nasenatmung oft auf Dauer behindert. Trotzdem ist nur in seltenen Fällen - etwa, wenn Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung drohen - eine Operation nötig. Dabei werden die Engstellen am Siebbein, einem labyrinthartigen Knochen zwischen der Nasen- und Augenhöhle, entfernt und die Belüftung der Nasennebenhöhlen wieder hergestellt.

An der Park-Klinik Weissensee in Berlin wurde dafür eine neue, schonende Methode, die Biostatische Siebbeinchirurgie (BES) entwickelt: Unter Narkose werden ausschließlich die verengenden Siebbeinzellen entfernt. So bleibt die Statik der Nasenhöhle erhalten. Der Eingriff dauert 30 bis 60 Minuten und wird von den Krankenkassen bezahlt.

Noch schonender ist eine Ballon-Methode zur Aufdehnung der Engstellen, ähnlich wie sie aus der Kardiologie bekannt ist. Sie kann auch mit der OP kombiniert werden.




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