Grippe und Grippeimpfung

Mythos 1 : Eine Grippe ist nur eine schlimme Erkältung.

Fakt: Eine Grippe kann schwere erkältungsähnliche Symptome auslösen. Sie ist jedoch eine sehr viel schwerere Erkrankung, was daran zu erkennen ist, dass in der EU jedes Jahr zwischen 40 000 und 220 000 Menschen daran sterben.

Mythos 2: Die Grippe ist nur für ältere und chronisch kranke Menschen gefährlich.

Fakt: Jeder Mensch hat das Risiko, eine saisonale Grippe zu bekommen. Auf die Gruppe der berufstätigen Erwachsenen entfällt sogar fast die Hälfte aller Grippefälle. Ältere Menschen sind zwar anfälliger, die Grippe kann aber für jeden gefährlich werden. So haben zum Beispiel gesunde Kinder unter einem Jahr ein ähnlich hohes Risiko, wegen einer Grippe stationär behandelt werden zu müssen, wie Erwachsene, die einer Risikogruppe angehören.
(z. B. aufgrund von Herz- und/oder Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, HIV)

Mythos 3: Von der Grippeschutzimpfung kann man eine Grippe bekommen.

Fakt: Von der Grippeimpfung kann man keine Grippe bekommen. Der Impfstoff besteht aus unvollständigen Teilen der „inaktiven” (toten) Grippeviren, das heißt sie können sich im Körper nicht vermehren und somit auch keine Grippe auslösen.

Mythos 4: Man kann auch trotz einer Impfung an einer Grippe erkranken.

Fakt: Es stimmt, dass man auch trotz der Impfung noch an einer Grippe erkranken kann. Dies passiert jedoch selten und die Impfung ist trotzdem sehr nützlich. Die Impfung senkt das Infektionsrisiko bei gesunden Erwachsenen um 70-90 % und bei älteren Menschen um 60 %. Es dauert nach der Impfung normalerweise 2-3 Wochen bis der Impfschutz ausgebildet ist.

Während dieser Phase, in der der Körper die Immunität aufbaut, kann man sich immer noch mit dem Grippevirus anstecken und krank werden, was nicht bedeutet, dass die Impfung nicht wirkt (sondern nur, dass sie noch nicht genug Zeit dazu hatte). Möglicherweise sind Grippeviren im Umlauf, die sich von denen, gegen die die Impfung wirkt, unterscheiden. Dies kommt jedoch nur selten vor. Es gibt außerdem andere Erreger, die Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen auslösen können. Glücklicherweise sind diese Erreger für gewöhnlich viel harmloser. Da diese Erkrankungen nichts mit den Influenzaviren zu tun haben, können sie auch nicht durch die Grippeschutzimpfung verhindert werden.

Mythos 5: Die Impfung ist nicht nötig, wenn man bereits eine Grippe hatte oder in den vergangenen Jahren schon geimpft wurde.

Fakt: Da sich Grippeviren mit der Zeit verändern oder sogar neu entstehen, hilft eine Immunität, die durch vergangene Impfungen oder Grippeerkrankungen erworben wurde, höchstwahrscheinlich nicht gegen neu auftretende Grippeviren. Darüber hinaus bietet die Grippeimpfung nur für 6 bis 12 Monate Schutz, das heißt, es ist unwahrscheinlich, dass eine Impfung, die man vor über einem Jahr bekommen hat, noch vor der Grippe schützt. Deshalb wird die Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe regelmäßig verändert, und der Impfschutz muss jedes Jahr erneuert werden.

Mythos 6: Wenn man im November noch nicht geimpft ist, ist es zu spät.

Fakt: Ein später Schutz ist besser als gar keiner. In den Ländern der Nordhalbkugel, einschließlich Europa, beginnen die saisonalen Grippe-epidemien normalerweise im Herbst (September bis November), dauern während der Wintermonate an (Dezember bis März) und erreichen ihren Höhepunkt im Zeitraum von Mitte und bis Ende des Winters. Auch wenn die beste Zeit für die Impfung üblicherweise zwischen September und November ist, kann auch eine spätere Impfung noch von Nutzen sein.

Mythos 7: Die Grippe lässt sich mit Antibiotika behandeln und die Impfung kann durch antivirale Mittel ersetzt werden.

Fakt: Antibiotika, wie zum Beispiel Penicillin, töten Bakterien, können aber gegen Viren wie das Influenzavirus nichts ausrichten. Antivirale Medikamente können, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung angewendet werden, die Dauer der Grippesymptome um ein oder zwei Tage verkürzen. Weder Antibiotika noch antivirale Medikamente können eine Impfung ersetzen.




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