Hitzewallungen und Nachtschweiß

Hitzewallungen und Nachtschweiß sind der Schrecken aller Frauen in den Wechseljahren. Abhilfe konnte fast immer nur durch ein Östrogen-Präparat erreicht werden. Die Gabe von Östrogenen gilt somit als Goldstandard in der Therapie von Beschwerden in den Wechseljahren. Doch mit natürlichem Progesteron sind die lästigen Beschwerden offenbar vergleichbar gut zu behandeln

Progesteron ist stoffwechselneutral

Orales mikronisiertes Progesteron (wie etwa Utrogest) hat ferner den Vorteil, dass, abends eingenommen, die natürliche Substanz den Nacht­schlaf anstößt , der bei vielen Frauen in den Wechseljahren gestört ist. Nach einer Studie des Münchener Max-Planck-Institutes für Psychiatrie werden Wachphasen im ersten Drittel des Nachtschlafes signifikant reduziert. Zudem hat Progesteron k einen negativen Einfluss auf den Fettstoff­wechsel oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vorteilhaft scheint das physiologische Hormon zudem im venösen System und hinsichtlich des Brustkrebsrisikos zu sein.

Beim Jahreskongress der amerikanischen Endokrinologen in San Diego wurde zu diesem Thema nun die erste Studie vorgestellt, die höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Das kurz gefasste Ergebnis: Die Stärke der Schweißausbrüche am Tag und in der Nacht und auch die Anzahl dieser Beschwerden gingen mit Hilfe einer Progesteron-Behandlung doppelt so stark zurück wie unter einem Scheinmedikament (Placebo).

Rückgang von Intensität und Zahl der Wallungen

In die Auswertung der aktuellen Studie gingen 114 Frauen im mittleren Alter von 55 Jahren (BMI 24,7 kg/cm2) mit mittelschweren bis schweren Wechseljahres-Beschwerden ein. Sie erhielten abends entweder 300 mg mikronisiertes Progesteron oder Placebo über den Studienzeitraum von zwölf Wochen.

In der Progesteron-Gruppe (n=68) ging die Intensität der Hitzewallungen um 56 Prozent zurück und damit signifikant stärker als in der Placebogruppe (28%, n=46). Die tägliche Zahl der Hitzewallungen sank unter Progesteron mit 48 Prozent ebenfalls signifikant stärker als unter Placebo (22%). Auch wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen dokumentiert, im Placeboarm war es zahlenmäßig sogar zu mehr Abbrüchen gekommen.

Es handelt sich um die erste evidenzbasierte Studie zur Wirkung von mikroni­siertem Progesteron auf diese Beschwerden über­haupt. Den Effekt wird als überzeugend eingestuft.

Quelle: Annual Meeting US Endocrine Society, San Diego, Juni 2010




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