Kampf dem Vorhofflimmern

500 Tage und tausend Hoffnungen, so könnte man treffend das Medikament Dronedaron auf eine Kurzformel bringen. Es zeigt als erstes antiarrhythmisches Medikament bei nicht-permanentem Vorhofflimmern (VHF) in Studien eine Reduktion kardiovaskulär-bedingter Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle jeglicher Ursache. Das nunmehr seit 500 Tagen in der Praxis verwendete Mittel wurde von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie als Therapieoption erster Wahl empfohlen. Bisher hat man allein in Deutschland über 70 000 Patienten mit Dronedaron behandelt. Mit Erfolg, stellte ein Symposium von Sanofi-Aventis Deutschland in Frankfurt fest. Drei Fachärzte aus Paderborn, Kiel und Ludwigsburg gaben interessante Auskünfte über ihre bisherigen Erfahrungen.

„Die Behandlungsverläufe erlauben wichtige Rückschlüsse auf den zukünftigen korrekten Einsatz in der Praxis“, betonte Ludger Rosin von der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH zu Beginn des Fachgesprächs. „Der korrekte Einsatz“, so fuhr er fort, „ist uns auch weiterhin ein sehr wichtiges Anliegen.“ Man habe daher die Ärzte von Beginn an bei der Therapieführung für Patienten unterstützt. In diesem Zusammenhang teilte Rosin auch mit, das klinische Forschungsprogramm zu Dronedaron werde fortgesetzt.

VHF, so sagte anschließend Hendrik Bonnemeier (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel) „erhöht das Risiko der Betroffenen für Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Tod, wodurch es zu einem gesteigerten Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität beiträgt.“ Diese häufigste Rhythmusstörung reduziere zudem die Lebensqualität deutlich. Professor Bonnemeiers Resümee: „Mit der Zulassung von Dronedaron mit seinen positiven Effekten unter anderem auf die Hospitalisierungsrate bekommt die antiarrhythmische Therapie einen neuen Stellenwert.“

Eindrucksvolle Zahlen legte anschließend Andreas Götte (St. Vincent-Krankenhaus in Paderborn) vor. Dronedaron reduzierte nach seinen Angaben in der einschlägigen ATHENA-Studie „den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärer Hospitalisierung oder Tod im Vergleich zu Plazebo statistisch signifikant um 24 Prozent“. Und: „Die kardiovaskuläre Mortalität verringerte sich um 29 Prozent.“ Die Prognose der Patienten verbesserte sich auch bei einem späteren VHF-Rezidiv. „Auch dies belegt die Sinnhaftigkeit, von der rein EKG-basierten Bewertung eines Antiarrhythmikums abzuweichen“, erklärte Professor Götte.

„Praktische Erfahrungen mit Dronedaron bestätigen das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Studiendaten“, meinte der niedergelassene Kardiologe Ralph Bosch aus Ludwigsburg. Neben antiarrhythmischen zeige es frequenzmindernde Effekte. Wichtig sei es, „auf eine genaue Einhaltung der Anwendungsempfehlungen und Kontraindikation zu achten und sich mit den Besonderheiten des Medikaments auseinanderzusetzen. Nach Darstellung von Privatdozent Bosch könne der Plasmakreatininspiegel steigen. In diesem Fall werde dann ein neuer Referenzwert ermittelt, wenn der Anstieg sieben Tage nach Behandlungstermin nicht mehr als zehn Prozent beträgt.

Den Unterlagen von Sanofi-Aventis für die Fachpresse sind schließlich folgende Feststellungen zu entnehmen: „Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Fast sieben Millionen Menschen in der EU und in den USA sind davon betroffen. VHF ist derzeit eine bedeutende ökonomische Belastung für die Gesellschaft und führt zu potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen. VHF erhöht das Risiko für Schlaganfall um das Fünffache, verschlechtert die Prognose von Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren, verdoppelt das Mortalitätsrisiko, und ist mit einer bedeutenden Belastung für Patienten, Ärzte und das Gesundheitssystem verbunden.“




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