Kontaktlinsen und Sehstörungen in der Schwangerschaft

Claras Augenarzt konnte die werdende Mutter beruhigen. Denn obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass weder Schwangerschaft, noch später das Stillen, eine bestehende Kurzsichtigkeit verschlimmern oder gar hervorrufen, so kann es doch während der Schwangerschaft immer wieder vorkommen, dass die Schwangere den Eindruck hat, sie sehe schlechter als vorher. Doch diese vermeintliche Sehschwäche hängt mit dem Hormongleichgewicht der werdenden Mama zusammen. Denn während der fast zehn Monate dauernden Schwangerschaft wird die Krümmung der Hornhaut und der Linse leicht verändert. So führt das in der Plazenta gebildete Hormon Progesteron, zum Anschwellen der Augen und somit zu Schwierigkeiten beim Fokussieren.

Da das Hormon auch Flüssigkeit zurück hält, kann es zu einem verringerten Tränenfluss und somit zu einem trockeneren Augapfel kommen. In einigen Fällen können sogar auch leichte subkonjunktivale Blutungen auftreten.

Diese Veränderungen der Hornhaut wie auch der Linse können unter Umständen bei der Nutzung von Kontaktlinsen störend und schmerzhaft sein. Wer also während einer Schwangerschaft eine derartige Unverträglichkeit der Kontaktlinsen entwickelt, sollte umgehend den Augenarzt aufsuchen. Mitunter wird es notwendig sein, die Kontaktlinsen bis nach der Geburt abzusetzen. Grundsätzlich sollte man die Kontaktlinsen während der Schwangerschaft weniger zu tragen als üblich, Augenärzte empfehlen maximal 4-5 Stunden täglich. Ab dem achten Monat ist es ratsam, Kontaktlinsen gar nicht mehr zu benutzen.

Sehstörungen während der Stillphase

Studien haben gezeigt, dass es keinerlei Zusammenhänge zwischen Sehstörungen und dem Stillen gibt. Lediglich der anstrengende Tagesrhythmus und der Stress, dem eine neu gewordene Mutter im Alltag ausgesetzt ist, können bei Frauen, die bereits stark kurzsichtig sind, zu einer Verringerung der Sehstärke führen. Gegen das Stillen gibt es allerdings absolut nichts einzuwenden.

Sehstörungen während Schwangerschaft und Stillzeit sind in aller Regel nur vorübergehend, die meisten Frauen haben nach der Geburt wieder dieselbe Sehstärke wie vor der Schwangerschaft. Daher ist es nicht empfehlenswert, für die Zeit der Schwangerschaft Brillen oder Kontaktlinsen mit höherer Stärke als der üblicherweise verwendeten zu benutzen. Auftretende Sehfehler können, sofern keine Unverträglichkeiten auftreten, durch die Verwendung von Wegwerflinsen korrigiert werden. Diese ermöglichen auch werdenden oder stillenden Müttern sich schnell und ohne großen Kostenaufwand an die neuen Sehbedingungen zu gewöhnen.

Auch bei der Anstrengung einer natürlichen Geburt können nur dann ernsthafte Probleme auftauchen, wenn bereits im Vorfeld eine sehr starke Kurzsichtigkeit in Verbindung mit ernsthaften Netzhautproblemen vorliegt. Die physische Anstrengung bei der Geburt könnte dann die Risiken für das Auge erhöhen. Es handelt sich hierbei jedoch um seltene Fälle, bei denen Augenarzt und Gynäkologe gemeinsam die Problematik abklären sollten.

Bei bestehenden Augenkrankheiten, sollte während der Schwangerschaft jedoch stets ein Augenarzt konsultiert werden: auch eine Vorsorgeuntersuchung kann helfen, während der Schwangerschaft die Sehfehler zu kontrollieren und gegebenenfalls auf sie zu reagieren.




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