Lippenherpes: Schon Oma wußte was hilft

Rund ein Viertel der Menschheit leidet am Herpes Simplex Virus, der vor allem eines ist: Ein Wiederholungstäter! Denn wenn er sich einmal wohl fühlt, nistet er sich mit Vorliebe ein und kehrt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder. Das ist für die Betroffenen nicht nur unangenehm, sondern leider oft auch sehr schmerzhaft.

Wird der in den Nervenknoten (Ganglien) schlummernde Virus aktiviert, wandert er durch die Nervenbahnen Richtung Lippe. Dort verschmilzt die Hülle mit der Zelle und der Virus wird sozusagen in die gesunde Zelle eingeschleust, und die Virus-DNA tausendfach kopiert. Rasch nehmen die Viren die gesamte Zelle ein und breiten sich auf weitere Zellen aus, sobald die Ressourcen der ersten aufgebraucht sind. Lippenbläschen bilden sich, platzen auf und schmerzen.

Forscher haben nun herausgefunden, dass dauerhaft Herpes-Geplagte einen weiteren entscheidenden Nachteil haben: Ihr Immunsystem wird immer wieder enormen Belastungen ausgesetzt, da es die Viren jedes Mal aufs Neue bekämpfen muss. Und genau diese Anstrengungen lassen das Abwehrsystem schneller altern als bei Menschen, bei denen das Virus nicht ausbricht.

Vor allem pünktlich zu Beginn der Urlaubszeit tauchen sie auf, die unschönen und häufig auch schmerzhaften Lippenbläschen. Den gerade im Sommer kommen oft alle Faktoren zusammen, die einen Herpesausbruch begünstigen. Starke Sonneneinstrahlung, Jetlag und Klimawechsel auf Reisen oder der so viel gescholtene Urlaubs-Stress vor der geplanten Reise – all das schwächt unsere Abwehrkräfte und die Herpes-Viren haben leichtes Spiel. Betroffene sollten also versuchen, typische Auslöser für einen Herpesausbruch zu meiden und zusätzlich ihr Immunsystem stärken.

Hilfreich kann dabei der Wirkstoff Docosanol sein, der im Ausland längst zur Bekämpfung des HSV zugelassen ist. Bei Docosanol (erhältlich seit Anfang 2013 auch in deutschen Apotheken als Muxan Lippenherpes-Creme, ca. € 8,95) handelt es sich um einen körpereigenen Bestandteil der menschlichen Zellwände. Die Hautzellen nehmen den Wirkstoff auf und wandeln ihn in Docosansäure und verschiedene andere Stoffwechselprodukte um. Diese „Abkömmlinge“ des Docosanols werden in die Zellwand eingebaut und verhindern, dass die Viren in die Zelle eindringen und sich dort vermehren können. Docosanol wird praktisch nicht resorbiert. In Studien1 zeigte sich , dass d ie Heildauer bei Lippenherpes verkürzt ist und Brennen, Jucken und Schmerzen gelindert werden.


  1. Sacks SL. J Am Acad Dermatol 2001 Aug;45[^2]:: 222-30 




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