Neue Schönheitsformel für die perfekte Nase

Nasenkorrekturen (Septorhinoplastik) haben ihren festen Stellenwert in der ästhetischen Gesichtschirurgie und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Denn Nasen können bei prägnanter Form das Gesicht dominieren und als unschön empfunden werden. Überdies verändert sich die Nase mit zunehmendem Lebensalter

Erstaunlich aber wahr: Nur der Mensch und der humanoide Affe haben eine vom Mund getrennte Nase im Sinne eines „Gesichtserkers” mit Lippenrot. Das hat sich im Laufe der menschlichen Entwicklung durch Erlangung des aufrechten Gangs, der damit verbundenen Nutzung der Hände als Werkzeuge und veränderten Kommunikation durch differenzierte Mimik und Sprache herausgebildet. Somit ist die Nase für das menschliche Gesicht charakteris-tisch: prägnante Nasen dominieren das Gesicht, wohingegen das „durchschnittliche” und damit „normale” oder sogar schöne Gesicht eine eher unauffällige Nase aufweist. Dieser Umstand spiegelt sich zum Beispiel in mehr oder minder despektierlichen Tiervergleichen wie Adlernase oder Doggennase wider und wurde bereits seit der Antike als „Physiognomik” mit Rückschlüssen auf Charakter, Wesen oder Intelligenz der betroffenen Person belegt. „Dies ist sicher mit einer der Gründe, weswegen die Menschen auf der Suche nach dem schönen, harmonischen, idealen Gesicht von jeher verschiedenste Arten der Gesichtsvermessung entwickelt haben”, so Prof. Dr. Dr. Elmar Esser, Pressereferent der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG).

Außerdem verändert sich die Nase kontinuierlich im Verlauf des Lebens (Beispiel „Hexennase” = Nase einer alten Frau). Die komplexe dreidimensionale Morphologie der Nase wurde bisher lediglich auf der Basis von zweidimensionalen Messungen in Winkeln und Strecken angegeben. Diese Messungen werden jedoch der komplexen dreidimensionalen Form der Gesichtsoberfläche nicht ausreichend gerecht. Aus diesem Grunde wurde im Rahmen einer interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur dreidimensionalen Erfassung von Oberflächen an den von Prof. Dr. Dr. Hans-Florian Zeilhofer gegründeten Hightech Forschungs-Zentren der TU München und des Universitätsspitals Basel unter der Leitung von PD Dr. Dr. Katja Schwenzer-Zimmerer von mund-kiefer-gesichtschirurgischer Seite und PD Dr. Laszlo Kovacs von plastischer Seite ein System zur kontaktfreien Gesichtsvermessung mit optischen Vermessungsverfahren wie Weißlicht oder Laserlicht entwickelt. Hierdurch wollten die Experten auf der Basis einer kontaktfreien Oberflächenerfassung zunächst eine 3D Standardvermessung für die Nase etablieren. So sollte die „normale” durchschnittliche Nase bestimmt werden, indem die statistische Morphologie der Nase bei einem kaukasischen Kollektiv bestimmt und gemittelt wurde. Weiterhin sollte die Form der Nase bei Männern und Frauen in Abhängigkeit vom Lebensalter bestimmt werden.

Nasenfaktor: Die Vermessungsergebnisse

Es wurde bei 48 männlichen und 48 weiblichen Probanden in 4 Altersgruppen (1. Gruppe: 0 -12 Jahre, 2. Gruppe: 20-30 Jahre, 3. Gruppe: 31-50 Jahre und 4. Gruppe: über 50 Jahre) eine 3D-Erfassung der Gesichtsoberfläche durchgeführt und im Computer die nun vermessbaren 3D Gesichtsmasken hinsichtlich 9 Vermessungspunkten (so genannte Landmarks), 9 Strecken und 2 Winkeln analysiert.

Die statistische Auswertung ergab eine Normalverteilung für alle Teilaspekte innerhalb der 4 Gruppen, außer bei der Vermessung des Nasofrontalwinkels (Winkel zwischen Stirn und Nasenwurzel) in Gruppe 4, der Probandengruppe im Alter über 50 Jahre. Die Gruppen untereinander wichen jedoch statistisch relevant voneinander ab. Jede Gruppe zeigte spezifische Besonderheiten. Insgesamt wurde die Nase mit zunehmendem Alter wesentlichen länger und der Nasolabialwinkel (Winkel zwischen Oberlippe und Naseneingang) wurde damit kleiner (im Extremfall „Hexennase”). Das bedeutet, dass es also eine „Altersgruppennase” gibt. Die Variabilität des Nasofrontalwinkels in der Gruppe 4 ist am ehesten auf die unterschiedliche Ausprägung von sogenannten Zornesfalten zurückzuführen. Dies beweist, dass der klinische Eindruck, dass die Nase sich im Laufe des Lebens verändert, richtig ist. Außerdem fiel auf, dass sogenannte „ideale Nasen”, wie zum Beispiel das „Griechische Profil” mit fehlendem Nasofrontalwinkel oder die extreme „Stupsnase” in einer solchen natürlichen Verteilung entweder gar nicht oder im Falle der Stupsnase eher im kindlichen Gesicht als beim Erwachsenen auftreten. Dieses Wissen ist bei der Beurteilung von Nasen für chirurgische Korrekturen relevant, beispielsweise bei der Korrektur des alternden Gesichtes sowie in der wiederherstellenden Chirurgie bei angeborenen und erworbenen Deformierungen.

Aufgrund solcher Daten ist es somit jetzt möglich, ein 3D-Foto verbunden mit einem Computerprogramm zur automatisierten Diagnostik von Nasenformen sowie zur Planung und Visualisierung von chirurgischen Eingriffen an der äußeren Nase zu entwickeln. Diese Visualisierung kann Chirurgen und Patienten vor Nasenkorrekturen unterstützen und eine Hilfe bei der Qualitätssicherung sein.




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