Neuer MRSA-Schnelltest liefert Ergebnis in fünf Stunden

Allein in Deutschland sind jährlich rund 50.000 Krankenhauspatienten betroffen - ca. 1.500 von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Die frühzeitige Diagnostik von Krankenhauspatienten mit Hilfe effizienter Schnelltests kann dazu beitragen, MRSA-Infektionen zu reduzieren. 3M hat anlässlich des 17. European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID), der vom 31.03 bis 03.04 in München stattfand, den ersten kulturbasierten MRSA-Schnelltest vorgestellt, der in nur wenigen Stunden - statt wie bisher üblich innerhalb von Tagen - MRSA sicher nachweisen kann.

Der MRSA-Schnelltest weist innerhalb von fünf Stunden anhand von Nasenabstrichen nach, ob der Patient mit MRSA besiedelt ist oder nicht. Der neue Test hilft dem Klinikpersonal, Risikopatienten schneller zu identifizieren und die notwendigen Isolierungs-, Hygiene- und Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Alternativen zu diesem Schnelltest waren bislang traditionelle Kulturtechniken, bei denen Kliniken mindestens 48 Stunden auf Ergebnisse warten mussten oder teuere molekulargenetische Nachweisverfahren.

„Die Einführung dieses neuen Tests ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen MRSA”, erklärte Professor Dr. Jan Kluytmans, Medizinischer Mikrobiologe, Amphia Hospital Breda/Oosterhout, und VUmc, Medical University Amsterdam. „Eine der wichtigsten Maßnahmen, mit denen wir die Ausbreitung von MRSA bremsen oder sogar aufhalten können, besteht in der Identifikation der Patienten, die Träger von Methicillinresistentem Staphylococcus aureus sind. So können wir die notwendigen Schritte so früh wie möglich einleiten. Dieser Test bietet die dazu erforderliche Schnelligkeit und das zu einem relativ niedrigen Preis, was angesichts von Kostendeckelungen im Gesundheitswesen von zunehmender Bedeutung ist.”

Studien belegen, dass ein effektives MRSA-Screening von Risikopatienten hilft, die Infektionsraten niedrig zu halten und Kosten zu sparen. Im Schnitt müssen MRSA-Fälle 10-15 Tage länger stationär behandelt werden, was zu Mehrkosten von bis zu 10.000 Euro pro Patient führen kann. Mit Hilfe einer schnelleren Diagnostik als mit herkömmlichen Laborverfahren könnte die Rate der MRSA-Infektionen noch deutlich gesenkt werden.

Weitere Informationen: - MRSA NET




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