Notfallverhütung mit der „Pille danach“

Gerissenes Kondom, vergessene Pille oder gar kein Verhütungsversuch – im Notfall kann die „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindern. Die Einnahme sollte so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen – idealerweise binnen 24 Stunden. Allerdings: Die „Pille danach“ gibt es nur auf Rezept in der Apotheke

„Pille danach“

Die „Pille danach“ gibt es mit zwei verschiedenen Wirkstoffen: Levonorgestrel (PiDaNa) und Ulipristalacetat(ellaOne). Levonorgestrel wirkt nur dann, wenn das den Eisprung auslösende luteinisierende Hormon (LH) noch nicht angestiegen ist. Ulipristalacetat ist auch noch bei steigendem LH-Spiegel, also kurz vor dem Eisprung wirksam.Diese „Pille danach“ bietet damit Sicherheit genau dann, wenn das Risiko für eine Schwangerschaft am höchsten ist: unmittelbar vor dem Eisprung.

„Pille danach“ – so schnell wie möglich einnehmen!

Levonorgestrel kann bis zu drei Tagen nach der Verhütungspanne eingenommen werden. Ulipristalacetat ist für die Einnahme innerhalb von 5 Tagen nach ungeschütztem Geschlechts-verkehr zugelassen. Je früher die „Pille danach“ eingenommen wird, desto sicherer kann eine Schwangerschaft verhindert werden. Am Wochenende kann bei einer Verhütungspanne der ärztliche Notdienst ein Rezept ausstellen.

Sicherheit: Ulipristalacetat vs. Levonorgestrel

Wenn die „Pille danach“ innerhalb von 24 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, treten bei Einnahme von Ulipristalacetat 65 Prozent weniger Schwangerschaften auf als bei Levonorgestrel. Das zeigte eine Studie im Jahr 2010. Auch bei Einnahme innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ist die Schwangerschaftsrate unter Ulipristalacetat geringer als bei Levonorgestrel.

Wirkweise der „Pille danach“

Die „Pille danach“ verzögert bzw. hemmt den Eisprung und wirkt nur, solange sie vor dem Eisprung eingenommen wird. Da man nicht genau abschätzen kann, wann der Eisprung eintritt, ist eine Einnahme der „Pille danach“ nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr grundsätzlich zu empfehlen.

Was ist bei der Einnahme der „Pille danach“ zu beachten?

Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit der „Pille danach“ verringern oder gar aufheben, z.B. einige Antibiotika, Mittel gegen Epilepsie oder johanniskrauthaltige Präparate. Im Allgemeinen sind die „Pillen danach“ gut verträglich. Nebenwirkungen, die auftreten können, sind: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Bauch- und Rückenschmerzen. Zwischen den beiden Wirkstoffen bestehen hinsichtlich der Verträglichkeit kaum Unterschiede.

Die Zeit nach der „Pille danach“

Nach Einnahme der „Pille danach“ muss im restlichen Zyklus mit einem Kondom verhütet werden. Das gilt auch dann, wenn die reguläre Verhütungspille weiter eingenommen wird. Bei Erbrechen innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der „Pille danach“ sollte eine zweite Tablette eingenommen werden. Hierfür ist ein neues Rezept vom Arzt nötig. Tritt eine Woche nach der erwarteten Menstruation keine Blutung auf, sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Quelle: Glasier AF et al., Ulipristal acetate versus levonorgestrel for emergency contraception: a randomized non-inferiority trial and meta-analysis. Lancet 2010; 375:555-562.




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