Olympiade:  Die häufigsten Verletzungen

Freud und Leid liegen bekanntlich eng beieinander. Für die Olympischen Spiele gilt das besonders. Die Begeisterung für Olympia ist ungebrochen, die Liste der Verletzungen lang. Verletzungen beim sportlichen Messen unter den besten der Welt gab es bereits in der Antike und natürlich auch bei Olympiaden der Neuzeit, welche 1896 in Athen begannen.
Geändert haben sich zum Glück die Behandlungsmöglichkeiten. Innovative Medizintechnik hilft heute den Sportlern schnell wieder fit zu werden.

Brisante Einzelfälle waren:

Das war knapp: Anja Pärson stürzte bei der olympischen Abfahrt schwer, flog rund 60 Meter durch die Luft und schlug auf der hartgefrorenen Piste auf. Der ganze Körper der schwedischen Skirennfahrerin war grün und blau, sie hatte starke Schmerzen, Muskelblessuren in der linken Wade und im linken Oberschenkel, aber gebrochen war nichts. Ein Wunder, dass sie überlebte, sagten alle Teilnehmer der olympischen Spiele im kanadischen Vancouver 2010.

Zwar schockte der schlimme Sturz von Anja Pärson die Ski-Welt. Aber als dieselbe Person 24 Stunden später eine Bronze-Medaille in der Super-Kombination gewann, war der Unfall vergessen. Es war ihre sechste Olympische Medaille.

1908, Olympische Sommerspiele in London : Mit großem Vorsprung lief der Marathonläufer Dorando Pietri ins White City Stadion ein. Nur noch eine halbe Stadionrunde trennte den Italiener vom sicheren Olympiasieg. Doch er war so erschöpft, dass er beinahe in die falsche Richtung lief und schließlich hinfiel. Zwar rappelte er sich wieder auf, brach aber auf den letzten 350 Metern des Rennens immer wieder zusammen, insgesamt fünf Mal.

1912, Olympische Sommerspiele in Stockholm : Während des Marathonlaufs kollabierte der Portugiese Francisco Lazaro bei der 29-Kilometer-Markierung. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und starb am nächsten Morgen.

1928, Olympische Winterspiele in St. Moritz : Bei böigem Wind sprang der Norweger Jakob Tullin Thams sensationelle 70 Meter weit, stürzte jedoch bei der Landung so schwer, dass er wegen der erlittenen Wirbelverletzungen seinen Sport nie wieder ausüben konnte.

1952, Olympische Sommerspiele in Helsinki : Die niederländische Athletin Fanny Blankers–Koen verletzte sich im Finale über 80 Meter Hürden und gab auf.

1964: Olympische Winterspiele in Innsbruck : Zwei Todesfälle überschatteten die Wettkämpfe. Bei einem Trainingslauf - sieben Tage vor Eröffnung der Spiele - kam der britische Rennrodler polnischer Herkunft Kazimierz Kay-Skrzypecki ums Leben. Vier Tage später verunglückte der australische Alpine Ross Milne beim Abfahrtstraining. Er raste gegen einen Baum und zog sich schwerste Verletzungen zu. In der Universitätsklinik Innsbruck konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.

1968, Olympische Sommerspiele in Mexico City : Die Amerikanerin Micki King wurde 4. im Kunstspringen mit einem gebrochenen Arm. Sie lag auf Platz drei im Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett, als sie bei einem anderthalbfachen Auerbachsalto an das Brett schlug und sich den Unterarm brach. Sie sprang den Wettbewerb noch zu Ende.

1980, Olympische Winterspiele in Lake Placid : Der deutsche Rennrodler Dettlef Günther , der für die DDR startete, lag in Führung als er im dritten Lauf stürzte. Er wurde dann nur noch Vierter im Rennrodeln.

1998, Olympische Winterspiele in Nagano : Der österreichische Skirennfahrer Hermann Maier stürzte beim Abfahrtslauf schon nach etwa 18 Sekunden Fahrzeit in einer Kurve, segelte fast 40 Meter waagerecht durch die Luft und landete schließlich im Tiefschnee außerhalb der Piste. Er erlitt dabei allerdings nur leichte Verletzungen an Knie und Schulter, nahm weiter an der Olympiade teil und gewann sensationell die Goldmedaille.

2010, Olympische Winterspiele in Vancouver : Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier flog der 21-jährige Rodler Nodar Kumaritaschwili beim Training aus der Bahn - und starb an seinen Verletzungen. Als er die „Thunderbird“-Kurve passierte, war der Georgier über 144,3 Stundenkilometer schnell. Athleten und Funktionäre kritisieren die schnelle Strecke.

Seriöse Untersuchungen über die Gesamtzahl der Verletzungen bei Olympischen Spielen gibt es nicht. Erst in neuerer Zeit wurden die Blessuren analysiert. Eine Studie aus dem Jahr 2008 - anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Peking - zeigt: Insgesamt 1055 Athleten verletzten sich bei der Olympiade in der chinesischen Hauptstadt. Mehr als die Hälfte der Verletzungen betrafen die unteren Extremitäten, 20 Prozent die oberen, 15 Prozent den Rumpf und 10 Prozent den Kopf. Das Malheur passierte zu 74 Prozent beim Wettkampf, der Rest beim Training. Am risikoreichsten waren folgende Sportarten: Taekwondo, Fußball, Hockey, Handball, Gewichtheben und Boxen.

Wissenschaftlich analysiert wurden auch die olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver: Jeder zehnte Athlet kam verletzt zurück, jeder vierzehnte krank. Von den knapp 2600 erfassten Sportlern hatten 287 Verletzungen und 185 Erkrankungen erlitten. Ein Ergebnis, das selbst Sportmediziner erstaunte. Die meisten Verletzungen gab es bei Bobfahrern, Eishockey-Spielern sowie bei den Disziplinen Alpine Freestyle und Snowboard Cross. Am meisten waren Kopf, Rücken oder Knie betroffen.




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