Schlaf störend: Vogelzwitschern oder Großstadtlärm?

Die Forscher aus Großbritannien vermuten, dass die Träume von Personen durch Autolärm positiver beeinflusst werden als durch natürliche Geräusche. Das Singen von Vögeln oder das Plätschern eines Baches schaukelt Menschen nicht in den Schlaf, vielmehr sind es Motorengeräusche. Forscher um den Psychologen Richard Wiseman von der University of Hertfordshire haben 8.000 Personen untersucht. Sie wurden während des Schlafes mit verschiedenen Klängen berieselt.

Sozialdemografische Daten wichtig

“Die alte Idee, dass man sich an Verkehrslärm gewöhnt , ist nicht richtig”, widerspricht jedoch Michael Schredl, Psychologe am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit. Häufig werde in der Schlafforschung versäumt, sozialdemografische Daten in die Analyse einzuweben.

Bei Menschen aus den unteren sozialen Schichten sei der Wohnort häufiger an großen Hauptstraßen und diese seien zumindest in der Wachzeit ständig mit Autolärm konforntiert. Allerdings waren die Klanglandschaften in der britischen Studie zufällig gewählt. Einige hörten natürlichen Lärm, andere hingegen Verkehrslärm und wiederum andere durften in einem stillen Raum schlafen.

Albtraum: Fliegende Vögel im Zimmer

Die Schlafenden, die Vögelzwitschern hörten, hatten zu 20 Prozent mehr negative Trauminhalte als diejenigen, die ohne Geräusche und Krach schlafen durften. Die Versuchspersonen, die während des Schlafes mit Straßenlärm beeinträchtigt wurden, waren bis zu 30 Prozent erfrischter und hatten wesentlich bessere Trauminhalte.

“Wir gingen davon aus, dass Menschen ihre Träume mit positiven Wörtern beschreiben, wenn sie etwa Bäche und Vögel hören. Wir ermittelten allerdings eine Menge mehr Negativität bei diesen Versuchspersonen. Die Menschen schienen verunsichert und träumten oft davon, dass die Vögel in dem Zimmer herumfliegen - während der Klang der Stadt ihnen vertraut erschien”, so Wiseman.

Dem Wissenschaftler zufolge gibt es aus den Forschungsergebnissen zufolge keinen Anhaltspunkt dafür, dass natürliche Geräusche negativ integriert werden, hält Schredl der Studie entgegen. Die Forscher hätten schon vor der Untersuchung prüfen müssen, wie gestresst die Menschen zu dem Zeitpunkt sind.




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