Schmerz – woher er kommt und was wirklich hilft

Schmerzentstehung

Grundsätzlich ist Schmerz ein Warnsignal unseres Körpers: er will uns damit sagen, dass das was da gerade mit ihm geschieht nicht gut für ihn ist.

Schmerz entsteht immer dann, wenn mechanische, thermische, chemische oder elektrische Reize einen Schwellenwert überschreiten - also, wenn dem Körper Schaden zugefügt wird. Rezeptoren, die einen solchen „Alarm” auslösen können, sog. Nozizeptoren, sitzen in allen Geweben, auch in der Haut und fast allen Organen und werden durch Verletzungen aktiviert. Über lange Nervenbahnen senden die Schmerzfühler die Information über den Schmerz in das Rückenmark. Dort erfolgt die erste Verarbeitung des Schmerzreizes: Wer sich etwa an einer heißen Herdplatte verbrennt, wird die Hand reflexartig zurückziehen, bevor er den Schmerz bewusst realisiert hat. Vom Rückenmark gelangt das Schmerzsignal weiter ins Gehirn, wo es in verschiedenen Zentren verarbeitet wird. Diese Verarbeitungsvorgänge können je nach Ergebnis zum Beispiel die körpereigene Schmerzhemmung in Gang setzen. Dazu sendet das Gehirn Impulse zurück an den Entstehungsort.

Was tun bei Schmerzen?

Vom altbewährten Hausmittel bis hin zu modernen therapeutischen Techniken und Medikamenten existiert eine breite Palette von Behandlungsmöglichkeiten, die genauso vielfältig sind wie die Arten von Schmerzen. Im Folgenden finden Sie Tipps, wie sie Schmerz schnell und wirkungsvoll bekämp-fen können:

  • Die PECH-Regel kommt von „Pech gehabt” und sollte vor allem bei Sportverletzungen wie z. B. Verstauchungen oder Prellungen zum Einsatz kommen. Sie steht für: P wie Pause, E wie Eis und Kühlen, C wie Compression (elastischer Verband) und H wie Hochlagern. Unterstützend kann auch ein kühlendes, schmerzlinderndes und den Rückgang der Schwellung förderndes Schmerzgel, z. B. mit dem Wirkstoff Diclofenac (z.B. Voltaren® Schmerzgel), eingesetzt werden.

  • Die Wärmetherapie kann in der akuten Phase der Schmerzlinderung bei Rückenschmerzen oder bei Muskelverspannungen sehr angenehm sein. Wärmeanwendungen können auf ganz unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden - in der Sauna, mit einer Rotlichtlampe oder ganz einfach in der Badewanne. Eine besondere Art der Wärmetherapie ist die Fangopackung. Es werden Umschläge aus Mineralschlamm gemacht, die meist mit etwa 50 Grad Celsius aufgelegt werden. Die Behandlungsdauer liegt bei 20 bis 30 Minuten. Auch zur Unterstützung der Wärmetherapie kann im Anschluss ein Diclofenac-haltiges Schmerzgel angewendet werden.

  • Die Rückenschule ist ein Schulungsprogramm, das neben bestimmten Muskelübungen auch aus gezielten Informationen über Aufbau und Funktion des Rückens besteht. Es wird zudem vermittelt, welche Belastungen für den Rücken bei unterschiedlichen Körperhaltungen auftreten. Eine Rückenschule ist für Patienten mit chronischen, d. h. länger als sechs Wochen anhaltenden Rückenschmerzen, unabdingbar und zur Prävention von Beschwerden hilfreich. Entsprechende Programme werden von Krankenkassen und Volkshochschulen oder im Fitness-Studio angeboten.

  • Bewegung : Moderate sportliche Aktivitäten und Yoga können bei einer Reihe verschiedener Schmerzen Linderung verschaffen und neuen Schmerzen vorbeugen. Besonders gut gegen Rückenschmerzen hilft regelmäßiges Schwimmen. Hier ist zu beachten, dass vor allem Rük-kenschwimmen und Kraulschwimmen empfehlenswert sind. Heilgymnastik oder auch Kran-kengymnastik dient der Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation chronischer Schmerzzu-stände. Mit gezielten Übungen werden Muskeln gelockert und gestärkt.

  • Die Akupunktur ist eine seit Jahrtausenden bekannte Heilmethode der chinesischen Medizin. Bei der Akupunktur werden Nadeln auf genau definierte Punkte entlang von Leitbahnen gesetzt, wo-durch der Fluss der Lebenskraft in ein Gleichgewicht gebracht werden soll. Die Schulmedizin kann den Wirkmechanismus bislang nicht erklären. Bei Rückenschmerzen sind die Ergebnisse der Akupunktur widersprüchlich. Jedoch erzielen manche Patienten bei Kopfschmerzen, Migräne und Arthritis gute Erfolge.

Chronische Schmerzen

Was aber tun, wenn die Schmerzen nicht nachlassen? Ab wann sollte man zum Arzt gehen, und wann spricht man von chronischen Schmerzen?

Die Chronifizierung von Schmerzen entwickelt sich aus einer Überlastung des Nervensystems, das ständig mit dem Reiz „Schmerz” bombardiert wird. Das Nervensystem begegnet diesem Ansturm mit komplexen Veränderungen: Die Schmerzfühler reagieren auf Schmerzreize empfindlicher und sen-den auch bei schwachen Reizen ein Schmerzsignal. Die schmerzhemmenden Signale aus dem Gehirn hingegen werden schwächer. Allmählich kommt es zu einer Entkoppelung der Schmerzen von ihrer Ursache. Auch wenn die ursprüngliche Verletzung abgeheilt ist, bestehen die Schmerzen weiter, denn das Nervensystem hat „Schmerz” gelernt.

In der Regel reicht es bei chronischen Schmerzen nicht aus, ein einzelnes Schmerzmittel zu nehmen. Erst durch die Kombination einer guten Schmerzmittelbehandlung mit verschiedenen anderen nicht-medikamentösen Verfahren können Schmerzen ausreichend gelindert oder gestoppt werden.

Die gute Nachricht: Die frühe und effektive Behandlung des akuten Schmerzes kann eine Chronifizierung verhindern. Daher sollte man einen solchen Arztbesuch nicht getreu dem Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz” auf die lange Bank schieben, sondern Schmerzen ernst nehmen und ihnen effektiv begegnen!




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