Schwangerschaftsverhütung: Sichere Tage gibt es nicht

Kondom, Antibabypille, Diaphragma – für Frauen, die keinen Nachwuchs wünschen, stehen viele Verhütungsoptionen zur Verfügung. Weitaus weniger sicher ist die sogenannte Knaus-Ogino-Verhütungsmethode, also das Berechnen der fruchtbaren Tage, die neben der Sorgfalt der Anwenderin auch einen stabilen Menstruationszyklus voraussetzt

  • ©HRA Pharma/ellaOne

Die Unberechenbarkeit des Eisprungs

Wie eine Studie zeigt, haben nur 0,2 % der Frauen einen regelmäßigen Zyklus.1 Der Eisprung ist also hochvariabel – und das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu jeder Zeit entsprechend groß. Viele Frauen unterschätzen das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Sie glauben, dass der Eisprung immer um Tag 14 stattfindet und sie ausschließlich dann schwanger werden können. Aber: Man kann nie sicher wissen, wann es zum Eisprung kommt. Selbst bei einem regelmäßigen Zyklus ist dieser variabel und meist weder spür- noch sichtbar. Hinzu kommt, dass die Spermien einige Tage im Körper der Frau überleben können. Das heißt: Ein ungewolltes Schwangerschaftsrisiko besteht fast während des gesamten Zyklus. Sichere Tage gibt es kaum.

Im Notfall „Pille danach“

Fakt ist, dass das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft unabhängig von der jeweiligen Verhütungsmethode besteht, wenn zum Beispiel das Kondom abrutscht oder die Einnahme der Antibabypille vergessen wird. Wie eine Umfrage zeigt, hatte fast jede vierte Frau zwischen 16 und 45 Jahren in den vergangenen 12 Monaten mindestens einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr.2 Allerdings muss selbst eine Verhütungspanne nicht zwangsläufig zur ungewollten Schwangerschaft führen. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, muss das Zusammentreffen von Spermien und einer befruchtungsfähigen Eizelle verhindert werden. Für den Notfall gibt es die „Pille danach“.

In Deutschland sind zwei Notfall-Pillen zugelassen. Beide wirken über die Verhinderung bzw. Verschiebung des Eisprungs. Während der eine Wirkstoff am Tag vor dem Eisprung – also dann, wenn das Schwangerschaftsrisiko am höchsten ist – nicht mehr wirkt, kann der andere selbst dann noch eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.3,4 Er verschiebt den Eisprung aus der Gefahrenzone hinaus und verhindert so eine Schwangerschaft. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, kann eine Schwangerschaft jedoch nicht mehr verhindert werden. Der Wirkmechanismus der „Pille danach“ verlangt des- halb ein schnelles Handeln. Denn je eher sie eingenommen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dem Eisprung zuvorkommt und eine ungewollte Schwangerschaft noch verhüten kann.

Tipp: Sie haben Fragen zur Notfall-Verhütung? Unter der kostenlosen Telefonhotline 0800/528 28 28 stehen rund um die Uhr Ärzte und Apotheker sowie medizinisch geschultes Personal als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.


  1. Münster K et al. Length and variation in the menstrual cycle – a cross- sectional study from a Danish county. British Journals of Obstetrics and Gy- naecology 1992; 99: 422-429. 

  2. Nappi R et al. Use of and attitudes towards emergency contraception: A survey of women in five European countries. Eur J Contracept Reprod Health Care. 2014 Jan 7 (epub ahead of print) 

  3. Glasier AF et al. Ulipristal acetate versus levonorgestrel for emergency contraception: a randomised non-inferioritiy trial and meta-analysis. Lancet 2010; 375: 555-562. 

  4. Brache V et al. Ulipristal acetate prevents ovulation more effectively than levonorgestrel: analysis of pooled data from three randomized trials of emergency contraception regimens. Contraception 2013; 88: 611-618. 




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