Seriöse Schönheitschirurgie gefordert

Die Schönheitschirurgie befindet sich fortwährend im Kreuzfeuer der Kritik, liefert nicht selten negative Schlagzeilen. Doch es gibt auch die andere Seite - nämlich den Trend zur natürlichen Schönheitsmedizin. Auf der anderen Seite des Spiegels heisst ein äusserst lesenswertes Buch

Gift gegen Falten - Tod nach Nasen-OP - Patienten immer jünger und müssen sich zudem den Vorwurf gefallen lassen, der Natur ins Handwerk zu pfuschen. Den behandelnden Ärzten wird nicht selten Profitgier und mangelnder Berufsethos unterstellt. Doch kann man dieses Thema wirklich so pauschal abtun? Nein, denn es geht auch anders und über die zahllosen, höchst erfolgreichen Eingriffe liest man nur selten. Sogenannte Promis outen sich fast nie - weil, wir wissen ja, Wasser und Seife sind für wahre Schönheiten bis ins hohe Alter genug. Dass dies nicht so ist, ahnt man als nicht der Promi-Szene Zugehöriger zwar, nähere Informationen erfährt man aber nur selten. Gute Schönheitschirurgen werden in diesen Kreisen gehandelt wie Insider-Aktien-Deals, das heisst, die Namen unterliegen der strengsten Geheimhaltung. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn Lieschen Müller an den falschen gerät und hinterher nicht Deutschlands Topmodel, sondern eher Frankensteins Tante gleicht.

Um so erfreulicher finden wir das gerade erschienene “Outing” in Form eines aufklärenden Buches. Dr. med. Gerhard Sattler , einer der bekanntestens Schönheitschirurgen Deutschlands und hier auch als Vater der Liposuktion gepriesen, hat, zusammen mit der bekannten Beauty-Redakteurin Margit Rüdiger ein schonungsloses Aufklärungsbuch geschrieben. Auf der anderen Seite des Spiegels (Droemer Knaur, € 18,95), bestellbar über unsere Bücherdatenbank, berichtet informativ und aus dem Alltag eines verantwortungsbewussten und engagierten Schönheitschirurgen.

Der Blick hinter die Kulissen

Umfassend berichtet der Autor nicht nur von seinen Erfahrungen als Leiter einer Klinik für ästhetische Dermatologie und plastische Chirurgie, in der ein interdisziplinäres Spezialistenteam aus über zehn Ärztinnen und Ärzten beschäftigt ist. Der in vielen internationalen Vereinigungen aktive Dermatologe wirft auch einen Blick über den Tellerrand, berichtet von der Handhabung der plastischen Chirurgie in anderen Ländern, von schwarzen Schafen und falschen Idealen, die aus seiner Sicht dazu beigetragen haben, dass die Branche der Schönheitschirurgie in Verruf geraten ist. Das Autorenteam stellt neue, sanftere und natürlichere Behandlungsmethoden der ästhetischen Medizin dar, schildert aber auch Risiken und Nebenwirkungen Schönheitschirurgischer Eingriffe. Aufklärung ist ein elementares Anliegen des Buches, daher enthält es auch einen Leitfaden, wie man schwarze Schafe von seriösen Vertretern der Branche unterscheiden kann.

Besonders wichtig ist Dr. Sattler das Thema Alter und Schönheit. Gerade ältere Menschen möchte er ermutigen, ihrem Aussehen nicht weniger Bedeutung und Aufmerksamkeit beizumessen als Jüngere. Dass eine Schönheits-OP dabei nur ein Mittel von vielen ist und oft schon kleine, sanftere Behandlungsmaßnahmen große Wirkung erzielen, machen die vielen Tipps und Praxisbeispiele deutlich, die Sattler gemeinsam mit seiner Co-Autorin, der Journalistin Margit Rüdiger, den Lesern präsentiert.

Plädoyer für eine natürliche Schönheitschirurgie

Die Ausführungen des Autors sind als Plädoyer für eine verantwortungsvoll und ganzheitlich praktizierte Schönheitschirurgie zu verstehen, die die individuelle Lebenssituation jedes einzelnen Patienten und seinen soziokulturellen Hintergrund berücksichtigt. Nicht jeder Eingriff, der in den USA durchgeführt wird, könne 1:1 auf deutsche Patienten übertragen werden. „In den USA gilt es als Statussymbol, sich die Nase korrigieren zu lassen. In Deutschland ist die beste Schönheitschirurgie die, die nicht sichtbar ist bzw. als natürlich wahrgenommen wird. Wichtig ist, dass keine abstrakte Schönheit kreiert wird, sondern die Authentizität der Patienten gewahrt bleibt”, erläutert Sattler und warnt vor beliebigem OP-Tourismus. „Wir Deutsche und Europäer können uns zwar im Ausland orientieren und lernen, wir müssen das Gelernte aber für unseren Lebensraum anwendbar machen.”

Ohne psychologische Kompetenz keine seriöse Schönheitschirurgie

Aus Dr. Sattlers Sicht muss ein guter Schönheitschirurg immer auch therapeutisches Gespür, viel Erfahrung und Beratungskompetenz mitbringen. Dies bezieht die Urteilsfähigkeit, warum ein Patient eine ästhetische Behandlung durchführen will, mit ein. Manche Patienten, so Sattler, müsse man regelrecht vor sich selbst schützen. An sie richtet er die Botschaft „Ästhetische Eingriffe sind kein Allheilmittel - die Schönheitschirurgie ist keine Wunscherfüllmedizin.” Andere Patienten belegen, dass ein Schönheitschirurgischer Eingriff das Potenzial hat, ein Leben nachhaltig positiv zu verändern. Beiden Seiten wird der Autor durch eine Vielzahl interessanter und aussagekräftiger Fallbeispiele gerecht.

Schönheit beginnt im Alltag und nicht auf dem OP-Tisch

Darüber hinaus befasst sich Gerhard Sattler mit dem Thema, welchen Beitrag jeder Einzelne aktiv für ein besseres Erscheinungsbild tun kann, ohne einen Schönheitschirurgen aufzusuchen. Mit seinen Empfehlungen zu einem „gesunden, intelligenten Lifestyle”, einer gezielten „Anti-Aging-Strategie” und einem „typgerechten Pflegemanagement” spricht Sattler bewusst auch die Zielgruppe der Männer an, die zunehmend ins Visier der Schönheitschirurgen gerät.

Darüber hinaus räumt er mit gängigen Vorurteilen auf, wonach in Deutschland eine ständig wachsende Nachfrage nach Schönheitsoperationen zu verzeichnen sei. Aktuelle Zahlen zeigen, dass der bundesdeutsche Markt im Gegensatz zu anderen Ländern deutlich stagniert.

Dr. med. Gerhard Sattler gründete, gemeinsam mit seiner Frau Dr. Sonja Sattler, im Jahre 1996 die Rosenpark Klinik berichtet informativ und aus dem Alltag eines verantwortungsbewussten und engagierten Schönheitschirurgen.




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