Tödliche Geheimnisse der Spanischen Grippe enthüllt

Die Lungen der mit dem Virus infizierten Affen wurden innerhalb von Tagen zerstört, nachdem ihr Immunsystem extrem reagierte. Bisher waren die Ursachen für die Tödlichkeit der Spanischen Grippe nicht vollständig erforscht. Das Team um Darwyn Kobasa geht davon aus, dass ein menschliches Gen eine Erklärung für die extreme Virulenz dieses Virus liefern kann. Die Wissenschafter hoffen, damit einen Beitrag zur Bekämpfung einer möglichen Pandemie leisten zu können.

Trotz der großen Anzahl der Todesopfer konnten die Forscher aus Gründen der Haltbarkeit auf keine Gewebeproben ursprünglich infizierter Patienten zurückgreifen. Daher exhumierten sie ein Grippeopfer, das im Permafrost Alaskas begraben war. Anschließend extrahierten sie das für die Erkennung der Struktur des H1N1-Virus erforderliche genetische Material. In einem Labor mit höchster Biosicherheit wurde in der Folge ein voll funktionsfähiges Virus rekonstruiert und Makaken damit infiziert. Die Forscher schreiben in Nature, dass die Ergebnisse dieses Versuches verblüffend waren. Symptome traten innerhalb von 24 Stunden nach dem Kontakt mit dem Virus auf. Die folgende Zerstörung des Lungengewebes war so umfassend, dass die Affen wenige Tage später eingeschläfert werden mussten. Sie wären sonst in ihrem eigenen Blut ertrunken.

Diese Ergebnisse entsprechen jenen infizierter Mäuse einer früheren Studie und sind den bei menschlichen Patienten beschriebenen Symptomen sehr ähnlich. Kobasa verteidigte laut BBC die Entscheidung eines der gefährlichsten Viren in der Geschichte der Menschen wieder neu zu erschaffen. “Diese Forschungen liefern einen wichtigen Beitrag zur Auflösung des Rätsels um das Virus von 1918, helfen uns Grippeviren und ihr Potenzial für eine mögliche Pandemie besser zu verstehen.” Es ist nicht das Virus, das die Schädigung der Lungen direkt verursacht, vielmehr ist es die Reaktion des Körpers auf die Infektion. Proteine des Immunsystems, die infiziertes Gewebe schädigen können, wurden nach einer Infektion mit H1N1 in viel größerer Menge nachgewiesen als bei der Ansteckung mit anderen Viren.

Analysen an der University of Wisconsin-Madison ergaben, dass das Gen RIG-1, eine Schlüsselkomponente des Immunsystems, eine Rolle zu spielen scheint. Die Werte des von diesem Gen hergestellten Proteins waren bei mit H1N1 infiziertem Gewebe niedriger. Dieser Umstand legt nahe, dass das Virus dieses Gen blockieren und damit die Abwehrmechanismen des Immunsystems zu extremen Reaktionen bringen konnte. Auch das Vogelgrippevirus H5N1 verfügt über die Fähigkeit die Immunreaktionen des Körpers zu verändern.




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