Torasemid

Wasseransammlungen im Körper, vielfach in den Beinen, sind oft ein Warnzeichen für ernsthafte Erkrankungen, wie beispielsweise die Herzinsuffizienz. Der Wirkstoff Torasemid zählt zu den bekanntesten sogenannten Diuretika, welche die Nieren zur erhöhten Wasserausscheidung anregen.

Ödeme sind Gewebeschwellungen, die durch Ansammlungen wässriger Flüssigkeit im Körper entstehen. Größere und dauerhafte Wasseransammlungen zeigen oft ernste Erkrankungen an. Zu diesen Krankheiten gehört die Herzinsuffizienz: Wegen der starken Verringerung der Pumpfunktion des Herzens staut sich das Blut in den Adern, Flüssigkeit wird aus ihnen ins umgebende Gewebe gepresst und sammelt sich dort.

So genannte Diuretika, zu denen auch der Wirkstoff Torasemid zählt, können den Wassergehalt des Körpers wieder senken. Torasemid regt die Nieren zur erhöhten Wasserausscheidung an. Der Wirkstoff blockiert ein Transporteiweiß - den Natrium-Kalium-Chlorid-Cotransport -, mit dessen Hilfe Mineralien und Wasser aus dem Primärharn zurück gewonnen werden. Die Nierenkörperchen bilden täglich 150 bis 180 Liter Primärharn, von dem etwa 1,5 Liter als Endharn ausgeschieden werden.

Die intensivierte Entwässerung macht das Blut “dicker”. Dadurch strömt vermehrt Wasser aus dem Gewebe in die Blutgefäße ein. In der Folge gehen die Ödeme zurück, der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet.

Torasemid und mit ihm chemisch verwandte Substanzen werden deshalb als Schleifendiuretika bezeichnet, weil sie den Natrium-Kalium-Chlorid-Cotransport an einer Stelle hemmen, an der die Nierenkörperchen zu einer Schleife gebogen sind.

Torasemid wird vor allem angewandt, um Wassereinlagerungen im Gewebe zu beseitigen, die auf einer Herzmuskelschwäche beruhen. Weitere Anwendungsgebiete sind Bluthochdruck und Niereninsuffizienz. Wegen seiner hohen Wirkpotenz darf Torasemid nur unter ärztlicher Aufsicht

ein- bzw. abgesetzt werden. Während der Therapie muss der Arzt regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen. Torasemid wird oft in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln verabreicht. Da der Wirkstoff relativ lange im Körper verbleibt, eignet er sich indes auch zur Monotherapie.




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