Wachkoma: Kontakt möglich

Michael Schumacher wurde laut Medien aus dem künstlichen Schlaf geholt. Der Ex-Rennfahrer befindet sich aber immer noch in der Aufwachphase. Alle bangen um Schumi und hoffen das Beste. Leider besteht bei Patienten, die aus einem mit Medikamenten erzeugtem Koma erwachen, das Risiko, in ein Wachkoma zu verfallen. In Deutschland gibt es zur Zeit ca. 5000 Wachkoma-Patienten. Neurophysiologische Studien zeigen, dass man im Wachkoma mehr wahrnimmt als bis jetzt angenommen wurde und man mit einigen Patienten sogar kommunizieren kann

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Der Unterschied zwischen Wachkoma und künstlichem Koma liegt darin, dass bei einem Wachkoma nicht Medikamente, sondern eine Hirnverletzung den Koma-Zustand hervorrufen.

Bei rund einem Viertel der ca. 5000 Betroffenen löste ein Schädel-Hirn-Trauma, wie auch bei Schumacher, den Zustand aus.

Laut Privatdozent Dr. med. Andreas Bender , Chefarzt am Therapiezentrum Burgau, liegt bei ca. 40% der Patienten jedoch eine Fehldiagnose vor. Fast jeder Fünfte besitzt ein „verborgenes“ Bewusstsein. Unbemerkt wurde wieder ein Minimalbewusstsein erlangt. Das sogenannte Locked-In-Syndrom hingegen kommt eher selten vor – hier sind die vollständig gelähmten Patienten wieder bei vollem Bewusstsein.

Ein neues elektrophysiologisches Verfahren lässt die Experten nun feststellen, auf welche Reize das Gehirn von komatösen Patienten reagiert.

Reagiert das Gehirn, geschehen Schwankungen im Elektroenzephalogram (EEG) , welche parallel zu kognitiven Prozessen oder Sinneswahrnehmungen stattfinden.

Die sogenannte ereigniskorrelierte Potentiale (ERP) ließ sich auch mit Hilfe der „Motor Imagery“ Methode nachweisen. Gesunde Menschen wurden aufgefordert, sich gewisse Bewegungen vorzustellen, ohne diese jedoch auszuführen.

Die selben Hirnreaktionen lassen sich bei zehn bis zwanzig Prozent der Wachkoma-Patienten nachweisen und deuten so auf ein verborgenes Bewusstsein hin.

Mit einer ERP-Analyse können Ärzte die Patienten identifizieren, mit denen eine Kommunikation möglich sein könnte. Diese Patienten weisen starke Schwankungen in den Gehirnströmen auf, wenn sie mit Nonsense-Sätzen konfrontiert werden.

Auch versucht man derzeit mit Brain-Computer-Interfaces Kontakt mit den komatösen Patienten auszunehmen.

Wurde ein Vorhandensein eines Minimalbewusstseins mit Hilfe von ERP diagnostiziert, kann es Neurophysiologen gelingen, mit BCI die Patienten leichte Ja-Nein-Fragen beantworten zu lassen.

In den letzten Jahren hat sich die Forschung im Felde es Bewusstseins stets weiteretnwickelt. Leider können immer noch sehr wenig Patienten , nur in Spezialzentren, mit ERP und BCI entsprechend behandelt werden.

Dr. Bender wünscht sich deshalb für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit mit Universitäts- und Rehabilitationskliniken.

Fortschritte im Bereich der Neurophysiologie ermöglichen neue Therapieansätze für Wachkoma-Patienten.




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