Wie man 100 Jahre alt wird

In Deutschland leben etwa 10.000 Hundertjährige, die Tendenz ist steigend. Forscher haben das sogenannte “Methusalem-Gen” bereits entdeckt und suchen nun nach weiteren Genvarianten, die bei Hundertjährigen zu finden sind. “Wir vermuten, dass es noch mehr solcher Gene gibt”, sagt Almut Nebel, die wissenschaftliche Leiterin der “Forschungsgruppe Gesundes Altern” am Universitätsklinikum in Kiel, im Gespräch mit pressetext.

Die zwei Gene, die bisher bekannt sind, trägt jeder Mensch. Aber die Über-Hundertjährigen verfügen über eine bestimmte Variante des Gens. “Gene haben jedoch nur zu etwa 30 Prozent Einfluss auf unsere Lebenserwartung”, sagt Nebel. 70 Prozent bestimmt die Lebensweise. Die erforschten Hundertjährigen geben den Forschern auch Einblick über ihre Lebensgewohnheiten und zu den Umweltbedingungen, in denen sie so alt geworden sind.

Lebenserwartung steigt stetig

Die Bedingungen und Gewohnheiten, die ein hohes Alter bringen, sind Sport und gesunde Ernährung. Sind aber bestimmte Genvariationen vorhanden, ist die Chance größer, besonders alt zu werden. “Wenn wir die Effekte einzelner, bereits verdächtiger Gene kennen, werden wir den Alterungsprozess des menschlichen Körpers besser verstehen”, sagt Nebel. Das Ziel der Forscher ist es, auch im hohen Alter gesund leben zu können.

Die Lebenserwartung in den Industrienationen steigt ohnehin kontinuierlich an. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 82 Jahren und sechs Monaten für Frauen sowie bei 77 Jahren und vier Monaten für Männer. Das Statistische Bundesamt geht von einem Anstieg der Lebenserwartung um weitere vier bis fünf Jahre bis zum Jahr 2050 aus. Neben Ernährung, Bewegung und Lebensstandard spielen auch Gene eine wichtige Rolle.

3.000 Erbgutproben zur Verfügung

Seit über zehn Jahren arbeiten Molekularbiologen, Ärzte, Bioinformatiker und Laboranten dem Ziel, die Langlebigkeit zu erforschen. Im Mittelpunkt stehen die Identifizierung und Charakterisierung von genetischen Faktoren, die es Menschen erlauben, vital alt zu bleiben. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf rüstige Hochbetagte ab 98 Jahren. Der Forschungsgruppe stehen durch die Biobank “Popgen” rund 3.000 Erbgutproben von Männern und Frauen über 90 Jahren zur Verfügung.




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