Blähungen

Selbst etwas so Simples wie Luft kann Beschwerden bereiten. Und zwar dann, wenn sie in Magen und Darm eingeschlossen Druck, Völlegefühl oder gar Schmerzen verursacht.

Sicher kennen Sie das: Sie haben gerade gut gegessen, und schon fängt es an, in Ihrem Bauch zu rumoren, als wäre er ein Großflughafen zur Rush-hour: starker Luftverkehr. Sie fühlen sich wie aufgeblasen und haben das dringende Bedürfnis, »Dampf abzulassen«. Wenn die ganze Angelegenheit nur nicht so peinlich wäre - und unangenehm obendrein.

Was Sie in diesem Moment so peinigt, ist nichts anderes als Luft. Luft, die sich in Ihrem Magen und/oder in Ihrem Darm breitmacht.

Wenn im Darm dicke Luft herrscht

Aber wie kommt die Luft in den Verdauungstrakt? Sobald Sie essen oder trinken, schlucken Sie Luft. Besonders ausgeprägt geschieht das, wenn Sie im Streß sind und wenn Sie hastig essen. Außerdem entsteht beim Verdauungsprozeß selbst »heiße Luft«: durch den bakteriellen Abbau entsteht im Dickdarm Gas. Dieses Darmgas wird jedoch zum größten Teil vom Darm aufgenommen, resorbiert und via Blut zu den Lungen transportiert. Über die Lungen wird es abgeatmet. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen diesem Abtransport und der Menge an anfallendem Darmgas, so sind Blähungen die Folge. Der Fachausdruck dafür lautet Meteorismus (griechisch meteoros = in der Luft befindlich).

Blähende Nahrungsmittel sind häufig schuld an einer übermäßigen Darmgasbildung und -ansammlung. Eine Umstellung der Ernährung, z. B. auf Vollwertkost, kann dieselbe Wirkung zeitigen. In diesem Fall sind die Beschwerden aber meist vorübergehender Natur.

Immer ist die Psyche dabei

Blähungen können aber auch ein Anzeichen für eingeschränkte Nahrungsmittelverträglichkeiten sein. Da aber die Psyche auch auf den Darm wirkt, macht Streß also auch oder gerade vor der Darmflora nicht halt, schlagen Streß und auch Ärger auf Magen und Darm.

Psyche, Ernährungsfehler wie Krankheiten können Ursachen für vermehrte Gasbildung und damit die Entstehung von Blähungen sein. Eine gewisse Menge Luft im Verdauungstrakt ist normal: Ein gesunder Mensch läßt pro Tag 250 bis 1200 Milliliter Luft ab.

Heiße Tips gegen die heiße Luft

Wenn Sie häufiger unter Blähungen leiden, dann helfen Ihnen vielleicht folgende Tips weiter:

  • Essen Sie langsam: Hektik beim Essen läßt Sie nur vermehrt Luft schlucken.
  • Kauen Sie gut. Gut gekaute Nahrung ist leichter zu verdauen, weil sie schon sorgfältig zerkleinert wurde. Außerdem sind bereits im Speichel Verdauungsenzyme vorhanden, die für Magen und Darm Vorarbeit leisten.
  • Sorgen Sie für eine geregelte Verdauung. Unterdrücken Sie den Stuhlgang nicht.
  • Finden Sie heraus, welche Nahrungsmittel bei Ihnen zu Blähungen führen. Versuchen Sie, diese Nahrungsmittel möglichst zu meiden.

Wenn Sie auf Milchprodukte mit Blähungen reagieren, dann lassen Sie sich bei Ihrem Arzt auf eine Milchzuckerunverträglichkeit untersuchen.

  • Stellen Sie Ihre Ernährung langsam um. Es kann vier bis sechs Wochen dauern, bis sich Ihr Körper an Vollkornprodukte und Frischkost gewöhnt hat. Dennoch ist diese Ernährungsumstellung aus gesundheitlicher Sicht natürlich empfehlenswert.
  • Versuchen Sie, allzu üppige Mahlzeiten zu vermeiden. Fünf kleine und in Ruhe genossene Mahlzeiten sind günstiger als drei große. Verschaffen Sie sich nach dem Essen kurz Bewegung; das regt die Verdauung an.

Wenn trotz aller Vorsicht, oder weil das Menü allzu verlockend war, in Ihrem Bauch der Teufel los ist, dann versuchen Sie ihn wieder zu besänftigen. Und zwar so:

  • Eine warme Wärmflasche beruhigt den Aufruhr und lindert das Zwicken und Zwacken.
  • Anis-, Fenchel-, Kamillen- oder Kümmeltee wirken wohltuend bei Blähungen.
  • Wirkstoffe wie Dimeti-con oder Simeticon lassen die Gasblasen in sich zusammenfallen und erleichtern so den Abtransport von Luft durch die Darmwand oder ihren Abgang »nach draußen«.

Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn

die Beschwerden anhalten bzw. ohne nachvollziehbaren Grund auftreten. Denn den beschriebenen Beschwerden können auch ernsthafte Erkrankungen von Leber und Galle sowie der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen. Fehlen Verdauungsenzyme oder bewegen sich Magen und Darm zuwenig, kann der Arzt gezielt Wirkstoffe verschreiben, die die Bewegung von Magen und Darm anregen; ein Mangel an Verdauungsenzymen kann durch entsprechende Medikamente ausgeglichen werden.




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