COPD weiter auf dem Vormarsch

Liegt der statistische Wert der an Asthma erkankten in Deutschland bei rund 6 %, so leiden fast doppelt so viele Bundesbürger, nämlich 10 - 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung heute bereits an einer COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Wurde die COPD bislang als reine Lungenerkrankung eingestuft, zeigen neuere Untersuchungen, dass die COPD mit einer abnormen Entzündungsreaktion einhergeht, die den gesamten Körper beeinflusst. „In den letzten Jahren hat sich unser Verständnis der Erkrankung COPD grundlegend geändert“, erklärte Prof. H. Worth, Fürth, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga auf dem Pneumologenkongress in Mannheim. Durch diese neuen Erkenntnisse wurde eine Aktualisierung der COPD-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga erforderlich. Unter anderem wurde die außergewöhnliche, in erster Linie durch Zigarettenrauch verursachte Entzündungsreaktion jetzt in der Definition der COPD berücksichtigt.

“Die COPD wird deshalb heute zunehmend als Systemerkrankung verstanden, die infolge der chronischen Entzündungsvorgänge und der gesteigerten Atemarbeit zu einem erhöhten Energie- und Proteinumsatz mit Folgen für den gesamten Organismus führt”, erklärte Prof. Vogelmeier. Dies hat zur Folge, dass in der neuen Leitlinie die COPD mit der Entwicklung einer Reihe signifikanter extrapulmonaler Effekten, wie z. B. Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Osteoporose, Depression und endokrinologische Störungen, verbunden ist.

Zur nicht medikamentösen Therapie empfehlendie neuen Leitlinien vor allem körperliches Training , da es nachweislich zu einer Minderung der Atemnot, Zunahme der Belastbarkeit, Verringerung der Exazerbationsrate und zu einer Steigerung der Lebensqualität führen kann. Eine weitere, effektvolle nicht medikamentöse Therapiemassnahme sehen die Herausgeber der Leitlinien in einer strukturierten Patientenschulung, da diesebei Patienten mit COPD nicht nur die Selbstkontrolle der Erkrankung steigert, die Lebensqualität hebt und Krankheitskosten vermindert. Jeder Patient mit COPD sollte daher Zugang zu einem strukturierten, evaluierten und zielgruppenspezifischen Schulungsprogramm erhalten. Hierfür liegt in Deutschland das COBRA-Programm vor, das über die Deutsche Atemwegsliga verbreitet wird.

Pneumologische Rehabilitation

Die pneumologische Rehabilitation, deren positiven Effekte auf Morbidität, Belastbarkeit und Lebensqualität sowie Psyche der Patienten durch zahlreiche randomisierte und kontrollierte Studien eindeutig belegt sind, umfasst neben einer

  • Optimierung der Pharmakotherapie
  • Tabakentwöhnung
  • körperliches Training,
  • Patientenschulung
  • Atemphysiotherapie
  • Ergotherapie
  • Ernährungsberatung
  • Hilfsmittelversorgung
  • soziale Betreuung sowie
  • psychosoziale Diagnostik, Beratung und Therapie



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