Depression: Wie man helfen kann

Sie zählt, neben den Koronaren Herzerkrankungen nicht nur zu den kosteninstensivsten, sondern auch zu den häufigsten Erkrankungen unserer Gesellschaft mit steigender Tendenz! Doch viele Betroffene leiden jahrelang unerkannt an Depressionen - eine Qual nicht für sie selbst, sondern auch für ihre Familienangehörigen und Arbeitspartner. Derzeit schätzt man, dass in Deutschland rund vier Millionen Menschen an einer Depression erkrankt sind. Davon wird aber nur die Hälfte erkannt und behandelt. Dies liegt nicht nur an der mitunter schwierigen Diagnose, sondern vor allem daran, dass die Depression in vielerlei Gestalt in Erscheinung treten kann. Den die meisten Patienten schildern dem Arzt nicht ihre Niedergeschlagenheit oder den Verlust an Lebensfreude, sondern ganz konkrete körperliche Beschwerden, wie Rückenschmerzen oder Schlafstörungen. Vielfach ist es auch Scham vor der eigenen Unzulänglichkeit, die die Patienten ganz vom Gang zum Arzt abhält.

Wer über einen längeren Zeitraum hinweg an

  • Appetitstörungen
  • Schlafstörungen und/oder
  • diffusen Schmerzen

leidet und zudem keine klaren Körpersymptome eines unangenehmen Zustandes erkennen kann, sollte mit seinem behandelnden Arzt die Frage nach einer bestehenden Depression abklären. Zu den Kernfragen zur richtigen Diagnosestellung gehören:

  1. Leidet der Patient an Schlafstörungen
  2. Lässt er jede Lebensfreude vermissen
  3. Trägt er sich sogar mit Suizidgedanken

Werden zwei dieser Fragen mit “ja” beantwortet, so ist davon auszugehen, dass eine schwere Depression vorliegt und der Betroffene dringend psychotherapeutische aber auch medikamentöse Hilfe benötigt. Wissenschaftler sehen heute bei einer Depression nicht nur seelische, sondern auch körperliche Ursachen, denn neben einer möglichen Stoffwechselstörung im Gehirn kann Vererbung sowie eine ungewöhnliche Belastungssituation eine auslösende Rolle spielen. Heute weiss man, dass vor allem das biochemische Ungleichgewicht der Botenstoffe Seratonin und Noradrenalin im Gehirn die Entstehung einer Depression maßgegend beeinflussen. Moderne Therapien ziehen daher darauf ab, dieses Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen.

Sogenannte Antidepressiva wirken über den Stoffwechsel im Gehirn. Derzeit stehen etwa 20 verschiedene Antidepressiva zur Verfügung. Sie haben in erster Linie die Aufgabe, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen und damit die Voraussetzung für eine effektive Gesprächstherapie zu schaffen. Allerdings beträgt die Anflutzeit dieser Medikamente durchaus bis zu sechs Wochen. Darüber sollte der Patient vom behandelnden Arzt unbedingt aufgeklärt werden, denn nur eine konsequent durchgeführte Therapie kann zum Erfolg führen.

Moderne Antidepressiva sind keine, wie irrtümlich oft dargestellt, Aufputschmittel oder Stimmungsaufheller, die man nach Bedarf “einwerfen” kann. Sie machen auch nicht süchtig oder abhängig. Vor allem der Wirkstoff Venlafaxin wird heute sehr erfolgreich eingesetzt, denn er vermag Rückfälle bei depressiven Patienten über ingesamt 2 Jahre zu verhindern. Der mögliche Leidensweg, “einmal depressiv, immer depressiv” kann so vermieden werden.




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