Dialyse: Wenn Sorglosigkeit an die Nieren geht

Im europäischen Vergleich gibt in Deutschland die meisten Dialysepatienten pro Million Einwohner, und ein Ende des Zuwachses an Dialysepatienten ist nicht in Sicht

Die Niere, das leise Organ, schlägt leider fast immer zu spät Alarm. Alle Prognosen Nierenerkrankungen betreffend, gehen von einem weiteren Zuwachs um ca. 50 % über die nächsten 10-15 Jahre aus. Diese dramatische Entwicklung lässt sich nicht nur darauf zurückführen, dass die Bevölkerung immer älter wird, sondern auch immer dicker. Kalorienreiche, ungesunde Ernährung führt zudem oft zu Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck sowie Fettstoffwechselstörungen und das kann das Risiko einer Niereninsuffizienz erhöhen.

Nieren leiden leise

Die Nieren sorgen für die Entgiftung unseres Körpers und regulieren den Blutdruck sowie Wasser- und Salzhaushalt. Stirbt ein Teil der Nierenkörperchen aufgrund einer Erkrankung ab, übernimmt der gesunde Rest „klaglos“ diese Aufgaben. Bis die Belastung so groß wird, dass die Hochleistungsorgane schwächeln. Und auch dann ist der Patient oft unwissend: „Die meisten Betroffenen merken von einem 50%igen oder sogar 70%igen Ausfall der Nierenfunktion nichts“, so Prof. Floege. Sie bekommen den Verlust erst dann zu spüren, wenn die Organe versagen. Die schwerwiegende Folge für Patienten in diesem schwersten Stadium, der „terminalen Niereninsuffizienz“, ist die regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) oder Transplantation.

Lebenswichtig: Früherkennung und Prävention

Auch wenn Dank stetiger Verbesserung auf dem Gebiet der Dialysetherapie und großer Fortschritte in der medikamentösen Therapie es heute möglich ist, vielen Dialysepatienten ein gutes Maß an Lebensqualität zu bieten und ihre Überlebensprognose deutlich zu verbessern, so muss es zum terminalen Nierenversagen gar nicht kommen. Mit Früherkennung, regelmäßiger Vorsorge (Nieren-Check) und gesunder Lebensführung können wir der Pandemie Einhalt gebieten.

Therapietreue durch Tabletten-Minimierung

Dialysepatienten müssen nicht nur mitunter dreimal pro Woche zur Blutwäsche, sie müssen sich auch an genaue Diätvorschriften halten, sowie einem strengen Einnahmeschema folgen. Viele Dialysepatienten müssen einen sogenannten Phosphatbinder (bis zu 12 Tabletten pro Tag!) einnehmen, damit sich überschüssiges Phosphat nicht in das Körpergewebe auslagert und stattdessen mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Doch gerade die hohe Anzahl an Tabletten, die der Dialyse-Patient einnehmen muss, ist eine echte Herausforderung. Der kürzlich in San Francisco vorstellte neue aus Lanthancarbonat bestehende hochwirksame selektive Phosphatbinder der Firma Shire bietet Dialysepatienten eine echte Erleichterung, denn er muss nur in Form einer Kautablette pro Mahlzeit eingenommen werden.

Links, über die Nieren-Patienten und ihre Angehörigen weiterführende Informationen erhalten:




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