Dicker Bauch drückt Herz

Ein dicker Bauch, hoher Blutdruck, hohe Blutfette, hohe Blutzuckerwerte - diese „Herzfaktoren”, auch „kardiometabolische Risikofaktoren” genannt, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Herz- oder Gefäßerkrankung zu erleiden. Soweit muss es aber nicht kommen. Vielmehr liegt es in der Hand jedes Einzelnen, die eigene Gesundheit günstig zu beeinflussen

Viele Menschen denken, ob sie im Alter gesund oder krank sind, sei eine Schicksalsfrage, auf die sie selbst wenig Einfluss haben. In Deutschland treten bei älteren Menschen besonders häufig Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle auf. Sie sind nicht nur die häufigsten Todesursachen, sondern oftmals der Auslöser für bleibende Behinderungen, welche die Lebensqualität erheblich einschränken. So unvermittelt diese Ereignisse oft eintreten - ihre Vorgeschichte dauert meist Jahrzehnte. Schleichend und lange Zeit völlig unbemerkt bilden sich Ablagerungen an der Innenwand der Blutgefäße. Wenn diese dann beispielsweise durch hohe Blutdruckwerte abgelöst werden, kommt es zu den gefürchteten Gefäßverschlüssen.

Die Wahrscheinlichkeit, mit der Herz- und Gefäß-Erkrankungen entstehen, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Bei einigen Erkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhten bzw. veränderten Blutfetten oder bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) besteht eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens einen Verschluss in den Herz oder Gehirn versorgenden Blutgefäßen zu erleiden. Experten sprechen daher auch von kardiometabolischen Risikofaktoren. Weiterhin gelten Rauchen und Stress als sogenannte „Risiko”-Faktoren, die das Auftreten einer Herz- oder Gefäßerkrankung begünstigen. Sowohl Raucher als auch „Gestresste” bekommen etwa dreimal häufiger einen Herzinfarkt als Nichtraucher bzw. Menschen, die sich nicht gestresst fühlen.

Alle diese Erkrankungen treten sehr viel häufiger bei Menschen mit hohem Körpergewicht auf - und zwar besonders bei denjenigen mit einem bauchbetonten Übergewicht. Bei diesem so genannten „Apfeltyp” kommt es zu einer starken Ansammlung von Fettgewebe im inneren Bauchraum. Dieses verhält sich im Stoffwechsel keineswegs inaktiv wie das Fettgewebe unter der Haut, sondern setzt eine Vielzahl von Hormonen und Stoffwechselprodukten frei. Sie gelangen in den Blutkreislauf und beeinflussen beispielsweise den Zucker- und Fettstoffwechsel. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes entwickeln, ist bei bauchbetontem Übergewicht deutlich höher. Ein bauchbetontes Übergewicht entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich meist über viele Jahre. Es ist an der Zeit, das Krankheitsrisiko dieser Form der Fettverteilung zu erkennen. Ein einfacher Test, um das Gesundheitsrisiko zuverlässig einzuschätzen, ist die Messung des Bauchumfangs. Zusammen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, täglichem Gemüse- und Obstverzehr bietet ein moderater Bauchumfang nicht nur Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch die Wahrscheinlichkeit, einmal Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder die Zuckerkrankheit zu entwickeln, sinkt deutlich. Deshalb gilt: Der Grundstein für ein gesundes Herz und gesunde Gefäße wird bereits in jungen Jahren gelegt!

Weitere Informationen unter: www.bauchumfang-ist-herzenssache.de




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