Eierstockkrebs - Mimosa heisst das Zauberwort

Nun ist im Kampf gegen den Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom ) ein neues Therapieprinzip in der Erprobungphase, das bereits jetzt Patientinnen die Chance bietet, durch die Teilnahme an der Studie das Rückfallrisiko zu minimieren.

MIMOSA heißt das Zauberwort

Internationale Forscher setzen große Hoffnungen auf diese neue Behandlungsmöglichkeit, die in Form einer Impfung zur Vorbeugung gegen einen Rückfall durchgeführt wird.
Der Wirkstoff der Impfung - Abagovomag - ist ein monoklonaler Antikörper, der dem Tumorantigen sehr ähnlich ist und der das Immunsystem der betroffenen Frauen dazu bringt, spezifische Antikörper zu bilden, die das für Eierstockkrebs typische Protein CA 125 erkennt und bekämpft. Auf diese Weise wird dem Organismus eine Hilfestellung geboten, sich selbst zu helfen.
Die neue Studie AGO-Ovar 10, international MIMOSA-Studie genannt ( Monoclonal antibody Immunotherapy for Malignancies of the Ovary by Subcutaneous Abagovomab = MIMOSA ) genannt, prüft die Wirksamkeit des verabreichten Impfstoffes gegenüber einem Placebo. Damit soll eine Verlängerung der krankheitsfreien Zeit und das Gesamtüberleben geprüft und der Nachweis erbracht werden, dass die Rückfallquote bei betroffenen Frauen gesenkt werden kann. In bisherigen klinischen Studien zeigte sich der Impfstoff als gut verträglich, die Injektion der Substanz erfolgt subcutan am Gesäß, Oberschenkel, Bauch oder Arm.

Teilnehmerkreis

Für die Impfung in Frage kommen Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, bei denen die Standardtherapien bereits nicht mehr wirksam sind, also nach Operation und Chemotherapie. Erste Ergebnisse zeigten, dass bei 70 % der Patientinnen, die eine Impfung mit Abagovomag erhielten, eine Bildung von Antikörpern gegen den Tumor stattfand, was wiederum zu einer Verlängerung der Überlebenszeit führte.

Da sich der Impfstoff noch in der Entwicklungsphase befindet und noch nicht für den kommerziellen Gebrauch zugelassen ist, soll er nun möglichst rasch zur Marktreife gebracht werden, wenn er weiterhin die Erwartungen erfüllt, die in ihn gesetzt werden. So könnte er dann allen betroffenen Frauen zugute kommen.

Damit dies schnell geschehen kann , müssen etwa 900 Frauen mit Ovarialkarzinom in die Studie aufgenommen werden, die weltweit an 120 Kliniken durchgeführt wird. In Deutschland stehen 45 Studienzentren zur Verfügung.
Die erste Patientin in Deutschland wurde im März diesen Jahres in die Studie aufgenommen.
Die Studienleiter hoffen, dass im Verlauf von zwei Jahren genügend Patientinnen registriert werden können, um mit dem praktischen Teil der Studie zu beginnen. Je schneller die Zahl der Studienteilnehmerinnen komplettiert werden kann, desto schneller kann der Impfstoff entwickelt werden und seine heilsame Wirkung für alle betroffenen Frauen entfalten, so er denn die erhoffte Wirkung zeigt.
Die AGO-Studiengruppe unter Leitung der Professoren Dr. Jacobus Pfisterer und Dr. Andreas du Bois bittet daher Ärzte und betroffene Frauen, sich möglichst zahlreich zu melden, damit die erforderliche Teilnehmerzahl für die Studie rasch erreicht werden kann.




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