Gebärmutterhalskrebs: Vorsorge und frühe Tests können schützen

Dieser Krebs wäre durch eine optimale und regelmäßige Vorsorge ab dem 30. Lebensjahr vermeidbar. Denn mit Hilfe eines Pap-Tests können bereits Krebsvorstufen erkannt und vor Entstehung des Karzinoms daraus behandelt werden. Vor allem in der dritten Welt zählt Gebärmutterhalskrebs zu den verbreitetsten Krankheiten junger Frauen.

Aufklärung über die angebotenen Vorsorgemaßnahmen kann daher gar nicht oft genug angeboten werden. Denn leider wird der Turmor häufig erst entdeckt, wenn es praktisch zu spät ist. Das Durchschnitsalter der betroffenen Frauen liegt bei nur 39 Jahren, viele sind jedoch noch jünger, haben gerade ihre Lebensplanung begonnen und nicht selten Kleinkinder zu Hause.

Hauptursache sind Viren, genauer gesagt „Hochrisiko-Typen” des humanen Papillomvirus (HPV). Eine Infektion mit HPV ist unabdingbare Voraussetzung für nahezu alle Formen von Gebärmutterhalskrebs. Fast jede sexuell aktive Frau infiziert sich im Laufe ihres Lebens mit dem HP-Virus; das Immunsystem unterdrückt die Infektion aber, sodass keine Probleme auftreten. Chronifiziert die Infektion, können die Viren jedoch Zellveränderungen hervorrufen, die langfristig in Gebärmutterhalskrebs münden können. Wird die HPV-Infektion mit Hochrisiko-Typen rechtzeitig erkannt und die Frau dann entsprechend betreut, ist die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs nämlich in nahezu allen Fällen vermeidbar.

Frauen sollte immer dann sofort den Frauenarzt aufsuchen wenn:

  • unregelmäßige Blutungen auftreten
  • mehrfach Harnwegsinfektionen in kurzen Abständen auftreten
  • nicht abklärbare Unterleibsschmerzen auftreten

Frauen, die eine höchstmögliche Sicherheit bei der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs haben möchten, sollten ihren Frauenarzt bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung nach dem HPV-Test fragen. Denn dank dieses Test können sie ihr Krebsrisiko halbieren.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Prof. Wolfgang Petry vom Klinikum der Stadt Wolfsburg.

Herr Professor Petry, welchen Rat können Sie Frauen geben, um sich vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen?

Es wäre wünschenswert, wenn in der Öffentlichkeit mehr über die Gefahren von Gebärmutterhalskrebs aufgeklärt würde. Die Wahrnehmung für Brustkrebs ist gegeben, nicht aber für Gebärmutterhalskrebs. Und dies, obwohl das Zervixkarzinom vermeidbar ist. Der wichtigste Rat lautet daher: Gehen Sie zur Vorsorge und lassen Sie von Ihrem Gynäkologen einen Abstrich machen! Denn alleine durch den Pap-Test lassen sich schon 80 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindern. Gäbe es diesen Test nicht, würden in Deutschland pro Jahr bis zu 35.000 Zervixkarzinome auftreten. Dank des Pap-Tests ist diese Zahl auf etwa 7.000 gesunken. In diesem Zusammenhang sollte man eines nochmals gandeutlich machen: Vorsorge und Früherkennung sind zwei unterschiedliche Dinge. Brustkrebs kann mit Hilfe technischer Methoden entdeckt werden - das ist Früherkennung. Gebärmutterhalskrebs kann jedoch durch Vorsorgeuntersuchungen verhindert werden.

Gibt es denn eine sichere Methode der Vorbeugung und hat sich diese in der Praxis schon bewährt?

Ja, diese Methoden gibt es bereits. Neben dem seit Jahrzehnten etablierten Pap-Abstrich gibt es ja seit kürzerer Zeit den HPV-Test. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil der Pap-Abstrich durchaus Schwachstellen aufweist. Konkret: Mehr als die Hälfte der fortgeschrittenen Krebsvorstufen oder Gebärmutterhalskrebse werden mit dieser Methode bei einem einmaligen Abstrich übersehen. Umgekehrt ist bei 13 Prozent der gesunden Frauen, die

regelmäßig einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, mindestens ein Abstrich falsch positiv. Ideal ist daher die Kombination von Pap-Test und HPV-Test. Bei einem negativen Ergebnis in beiden Tests kann für bis zu sechs Jahre vorhergesagt werden, dass kein Krebs entstehen wird. Bei negativem Pap-Test alleine ist das nur für ein bis drei Jahre mit geringerer

Sicherheit möglich. Noch einmal: Das Wichtigste ist, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen in den vorgeschriebenen Intervallen zu nutzen. Es geht darum, eine Risikosituation zu erkennen und den möglichen Schaden daraus zu verhindern.

Welche Maßnahmen können Frauen ergreifen, wenn sie bislang noch nicht regelmäßig oder gar nicht zur Vorsorgeuntersuchung gegangen sind? Welche Schritte würden Sie beispielsweise im Fall einer akuten Infektion mit HPV empfehlen?

Ein wichtiges Ziel für die nahe Zukunft wäre, dass noch mehr Frauen als bisher die Angebote zur Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Und dass im Idealfall neben dem Pap-Abstrich auch ein HPV-Test durchgeführt wird, wie es die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in ihren aktuellen Leitlinien für alle Frauen ab dem 30. Lebensjahr empfiehlt. Bei auffälligen Befunden sollte man sich an so genannte Dysplasiezentren wenden, die Spezialsprechstunden anbieten. Momentan ist deren Zahl zwar noch klein, das Netzwerk wächst aber stetig. Nähere Informationen sind im Internet unter www.ag-cpc.de zu finden. Nach meiner persönlichen Meinung gefragt, denke ich, dass schon ein einziger Besuch beim Gynäkologen, der dann auch einen HPV-Test durchführt, das Krebsrisiko nachhaltig senken

kann. Insgesamt könnten so nochmals etwa zwei Drittel aller Zervixkarzinomfälle verhindert werden. Würde man in Deutschland die Vorsorgeuntersuchungen etwas besser systematisieren, so würden wir die Zahl der Erkrankungen auf etwa 2.000 Fälle pro Jahr reduzieren können.

**Herr Professor Petry, vielen Dank für das Gespräch. **




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