Gehirntumore

Die Diagnose ist in vielen Fällen immer noch tödlich, denn ein Hirntumor bleibt dem Betroffenen oft lange Zeit verborgen, da er erst im relativ fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursacht: Die Tumormasse drückt auf das umliegende Gewebe und je nach ihrer Lokalisation stellen sich Symptome wie lang anhaltende Kopfschmerzen, Sprach- und Sehstörungen oder Lähmungen ein

Immer wieder stehen Betroffene und deren Angehörige fassungs-, aber vor allem hilflos vor der Diagnose Gehirntumor. Man weiß wenig bis gar nichts über diese Tumorarten und die Folgen für Betroffene. Nach der Diagnose beginnt für die Patienten ein Leben zwischen Hoffnung und Grenzen. Doch die therapeutischen Möglichkeiten bei Patienten mit Hirntumoren haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Die wichtigsten Fakten finden Sie daher nachstehend. Sie wurden dankenswerter Weise von Prof. Dr. med. Ulrich Bogdahn, Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg, zusammengestellt.

FACTSHEET Gehirntumoren

Gehirntumoren können von der Gehirnsubstanz selbst ausgehen, von den Hirnhäuten, -nerven oder der Hirnanhangdrüse. Entsprechend der verschiedenen Zellarten, aus denen sich das Gehirn zusammensetzt, werden die Arten von Gehirntumoren unterschieden. Die Weltgesundheits-organisation unterscheidet vier Schweregrade.

Klassifizierung von Gehirntumoren der WHO 1

  • WHO Grad I: gutartig, langsam wachsend mit günstiger Prognose, Behandlung durch OP
  • WHO Grad II: noch gutartig, Behandlung: OP
  • WHO Grad III: bereits bösartig, Behandlung: OP, Bestrahlung und/oder Chemotherapie
  • WHO Grad IV: besonders bösartiger, schnell wachsender Tumor mit ungünstiger Prognose, Behandlung: OP, Bestrahlung und/oder Chemotherapie

Arten von Gehirntumoren 2

Gliom (Astrozytom, Glioblastom, Oligodendrogliom)

  • die häufigsten Gehirntumoren: ca. 50 Prozent aller erstmals auftretenden Tumoren im Gehirngewebe sind Gliome
  • Glioblastom: besonders bösartig, mit 50 Prozent Anteil das häufigste Gliom
  • Astrozytome: Tumoren der WHO Grade I-III
  • Oligodendrogliome und Mischgliome, WHO Grad II-III

Meningeom

  • Entwicklung aus Zellen der Gehirnhäute, langsames Wachstum
  • 20 Prozent aller Gehirntumoren sind Meningeome
  • meist sind Menschen im mittleren und höherem Lebensalter betroffen
  • in 85 Prozent der Fälle WHO Grad I

Medulloblastom

  • bösartiges Geschwulst des Kleinhirns
  • häufigste Tumorerkrankung im Kindesalter
  • Heilung bei ca. 50 Prozent der betroffenen Kinder

Neurinom

  • Entstehung aus Zellen der Gehirn- und Rückenmarknerven
  • gutartig, überwiegend WHO Grad I

Lymphom

  • Entstehung aus Lymphzellen
  • häufig sind Patienten mit AIDS und Abwehrschwächen betroffen

Gehirnmetastasen

  • entstehen als Tochtergeschwülste anderer Tumoren
  • ca. 30 bis 40 Prozent der Gehirntumoren im höheren Lebensalter sind Gehirnmetastasen

Symptome

  • neu auftretende Kopfschmerzen, vor allem nachts und morgens, im Liegen zunehmend
  • Krampfanfall (epileptischer Anfall)
  • Neurologische Ausfallerscheinungen wie Sprach-, Koordinierungsstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühl, Ungeschicklichkeit
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Übelkeit, Erbrechen, hormonale Störungen

Diagnose

  • Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte)
  • Neurologische Untersuchung
  • Computertomografie (CT)
  • Kernspintomografie (Magnetresonanztherapie, MRT)
  • weitere Untersuchungsmethoden: Elektroenzephalogramm (EEG), Untersuchung des Nervenwassers durch Lumbalpunktion, Biopsie (Gewebeentnahme)

Therapie

  • Operation
  • Strahlentherapie mit verschiedenen speziellen Bestrahlungstechniken
  • Chemotherapie: Gabe von Medikamenten als Infusionen, Spritzen oder Tabletten bei bösartigen Tumoren. Bei Glioblastomen zeigen bisherige Präparate nur eine begrenzte Wirkung, der Überlebensvorteil durch die aktuell beste Chemotherapie liegt auf alle Patienten bezogen bei 2,5 Monaten.3
  • Symptomatische Behandlung: Linderung von Beschwerden wie z. B. epileptische Anfälle, Schmerzen, psychischen Störungen

Aufgrund der sehr unzureichenden Therapiemöglichkeiten bösartiger Hirntumoren, kann der Einschluss von Patienten in klinische Studien sinnvoll sein.

Weitere Infos unter: www.anticancer.de


  1. Acta Neuropathol. 2007 August; 114(2): 97-109. Published online 2007 July 6. 

  2. Deutsche Krebshilfe e.V. 

  3. Stupp R et al (2005) N Engl J Med 




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