Lausalarm!

Es ist kein Zeichen von Unsauberkeit oder schlechter Hygiene, wenn das Kind von Kopfläusen befallen wird. Diese Feststellung, so betont Professor Dr. med. Regina Fölster-Holst von der Uni-Hautklinik Kiel, ist sehr wichtig. Denn viele Eltern schämen sich, wenn ihr Kind Läuse hat. Sie ver-schweigen den Befall, behandeln nicht richtig.

Doch „Kopfläuse sind nicht wählerisch”, erklärt die Expertin. „Zum Blutsaugen gehen sie ebenso gern auf einen frisch gewaschenen Kopf wie auf einen, der schon ein paar Tage kein Wasser mehr gesehen hat.” Die Hautärztin wünscht sich, dass Kinder mit Läusen und ihre Eltern nicht länger als unsauber gelten. „Denn der Befall hat damit wirklich nichts zu tun”, bekräftigt sie. „Doch die schnelle und gründliche Behandlung ist sehr wichtig. Denn an den Kratzstellen am Kopf können durch Bakterien schlimme Infektionen entstehen.”

Läuse vermehren sich rasend schnell

Kopfläuse sind der häufigste Parasitenbefall im Kindesalter. Mindestens jedes dritte Kind ist min-destens einmal davon betroffen. Doch viele erwischt es öfter, manche Kinder Jahr für Jahr - meist gegen Ende des Sommers. Woher die fiesen Insekten kommen, weiß keiner, sie sind weltweit ein-fach da und wechseln den Wirt, wenn die Kinder ihre Köpfe zusammenstecken. Denn sie können nicht fliegen oder springen - sie krabbeln von Kopf zu Kopf, siedeln sich am liebsten in warmen Gegenden wie hinter den Ohren, im Nacken und an den Schläfen an. Dort nehmen sie dann alle zwei bis drei Stunden eine Blutmahlzeit. Erwachsene weibliche Läuse legen täglich bis zu zehn Eier (Nissen) aus denen sich nach sieben bis acht Tagen Larven entwickeln, die wiederum nach ca. 12 Tagen zu erwachsenen Läusen werden…. Daraus lässt sich ermessen, wie schnell und wie dramatisch sich die Blutsäuger vermehren, wenn man ihnen nicht rasch Einhalt gebietet. Ohne frisches Blut überleben Läuse maximal ein bis zwei Tage.

Insektizide haben Nebenwirkungen

Traditionell werden Kopfläuse mit Mitteln bekämpft, die Neurotoxine enthalten, mit Insektiziden also. Diese Mittel haben zwei Nachteile:

  1. Es können Nebenwirkungen auftreten wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder allergische Reaktionen.

  2. Durch die häufige Verwendung solcher Mittel sind vermutlich Läusestämme entstanden, die resistent, also unempfindlich dagegen gewor-den sind. Professor Fölster-Holst berichtet von Untersuchungen in Dänemark, nach denen „ca. 70 Prozent der Kopfläuse gegen dort verwendete chemische Insektizide resistent sind.” Resistenzen werden weltweit beobachtet, wie das Robert Koch Institut feststellt. „Auch in Deutschland muss mit einer Resistenzentwicklung gerechnet werden”, sagt Professor Fölster-Holst.

Dimeticon - hochwirksam und völlig ungiftig

Neue Hilfe kommt jetzt aus einer ganz anderen Wirkstoffecke, von den Dimeticonen. Das sind Sili-konöle, die auch in Medikamenten gegen Blähungen enthalten sind. Also völlig ungiftig. Als Kopf-lausmittel (z.B. NYDA) kriechen diese Öle in die Atemöffnungen von Läusen, Larven und Nissen und machen ihnen so ganz rasch den Garaus. Vergleichs-Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Mittel sogar besser wirken als die herkömmlichen Insektizide. Obwohl in aller Regel bereits nach einer einzigen Behandlung alle Parasiten weg sind, wird zur Sicherheit noch eine zweite nach ca. 6 Tagen empfohlen. Das Mittel ist sogar schon für Kinder ab 2 Jahren geeignet.




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