Morgensteifigkeit - erstes Anzeichen für Arthrose

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Morgensteifigkeit bedeutet für Arthrose-Patienten: Steife Gelenke, Anlaufschmerzen, ein Gefühl wie eingemauert. Sie ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas mit den Gelenken nicht stimmt. Denn auch nach dem Aufstehen bleibt die Beweglichkeit eingeschränkt und die Beschwerden dauern oft noch an. Die ersten Bewegungen nach dem Aufstehen fallen entsprechend schwer. Was zumeist schleichend beginnt, ist das erste spürbare Anzeichen einer Arthrose. Etwa fünf Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an der Verschleißerkrankung der Gelenke. Leider zögern viele Betroffene jedoch, die Alarmsignale für das beginnende Leiden ernst zu nehmen. Wer nicht frühzeitig etwas dagegen unternimmt, muss mit einer ungebremsten Verschlimmerung der Erkrankung rechnen. Es drohen Unbeweglichkeit und häufig sozialer Rückzug. Daher sollte schon auf die leisen Alarmsignale des Körpers geachtet und reagiert werden.

Gründe für Morgensteifigkeit

Vor allem nächtliche Entzündungsprozesse belasten die Gelenke und führen zu eingeschränkter Beweglichkeit, Gelenkbeschwerden und steifen Gelenken. Normalerweise dient die nächtliche Ruhephase unserem Körper der Regeneration. Gewebe wird erneuert, Zelltrümmer beseitigt und das Immunsystem ist besonders wachsam. Aus diesem Grund sinkt der Cortisol-Spiegel, ein Hormon, welches das Immunsystem hemmt, in der Nacht ab. In arthrotisch veränderten Gelenken kann dies jedoch problematisch werden. Denn die körpereigene Abwehr ist stark damit beschäftigt, die verschleißbedingten Knorpeltrümmer im Gelenk zu entfernen. Bei überschießender Immunantwort werden dann auch gesunde Zellstrukturen angegriffen. Es kommt zu Entzündungen und zu der gefürchteten Verschlechterung der Arthrose. Ein gesunder Knorpel kann ein Leben lang gut funktionieren - das gilt aber nur dann, wenn er nicht dauernd überbeansprucht wird. Dazu zählt die Fehlbelastung genauso wie zu viel Ruhe, schließlich trägt regelmäßige Bewegung zur Ernährung des Knorpels, aber auch des gelenkstabilisierenden Muskel- und Bänderapparates bei. Überbeanspruchungen können für einen gewissen Zeitraum ausgeglichen werden. Da aber einmal untergegangenes Knorpelgewebe vom Körper nicht mehr ersetzt werden kann, ist eine Arthrose nach langen Phasen des ?Raubbaus’ vorprogrammiert.

Das A & O: Die sorgfältige Diagnose

Um eine Arthrose von etwa 400 weiteren Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sicher abzugrenzen, steht zu Beginn immer die sorgfältige Anamnese durch den Arzt. Dabei fragt er in einem ausführlichen Gespräch die Vorgeschichte des Patienten ab, um das Risikopotential für eine Arthrose zu ermitteln.

Im zweiten Schritt kommt es zur Inspektion (Betrachtung) und Palpation (Betastung). Spezielle Funktions- und Schmerztests erlauben darüber hinaus, die Stabilität des Bänder- und Muskelapparates und die Gelenkbeweglichkeit einzuschätzen.

Liegen so erste Hinweise für eine Arthrose vor, wird der Arzt auf apparative Diagnostik zurückgreifen. Im Regelfall sind dies Ultraschall-Untersuchungen und Röntgen-Aufnahmen, die guten Aufschluss über den inneren Zustand des betroffenen Gelenks geben. Bei starken Schwellungen und Rötungen erfolgt darüber hinaus eine Gelenkpunktion mit anschließender Analyse der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) im Labor. Die Viskosität der Synovialflüssigkeit, die Anzahl von bestimmten Immunzellen in der Gelenkflüssigkeit und das Vorhandensein von Rheumafaktoren im Blut helfen, die Arthrose von der rheumatoiden Arthritis oder der Gicht zu unterscheiden. Außerdem kann so die septische Arthritis (durch einen Gelenkinfekt verursacht), das gefürchteste Krankheitsbild der Rheumatologie, schnell erkannt werden. Für spezielle Fragen wie Veränderungen des Knochenstoffwechsels oder Meniskusschäden stehen Szintigraphie beziehungsweise die Magnetresonanztomographie (Kernspin) zur Verfügung.

Diagnose Arthrose - und dann?

Wenn die Diagnose Arthrose gestellt wird, gibt es viele Fragen. Zumeist ist es nicht damit getan, nur den ärztlich verordneten Therapie-Plan zu besprechen. Mindestens genauso wichtig ist, die Eigenverantwortung und die Kompetenz des Patienten zu stärken. Manchmal heißt das, Lebensgewohnheiten zu ändern, mehr oder gelenkschonendere Bewegungsarten zu wählen oder sich anders zu ernähren. Da die Selbstmedikation mehr und mehr zum integralen Bestandteil der Arzneimittel-Versorgung wird, bedeutet das aber auch, sich hierzu umfassend zu informieren. Schließlich stehen heutzutage wichtige, rezeptfreie Medikamente zur Verfügung, die hochwirksam einen festen Stellenwert in der Arthrose-Behandlung haben.




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