Psoriasis-Behandlung – das Tote Meer liegt jetzt vor der Haustür

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufig auftretende entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die durch den Angriff eines fehlgesteuerten Immunsystems gegen Zellen der Oberhaut ausgelöst wird. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rote, erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Hautstellen, die teilweise jucken. Im weiteren Verlauf verdickt sich die Haut an den betroffenen Stellen und schuppt. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen.

Die geeignete Auswahl der Behandlung hängt von der jeweiligen Situation ab und bedarf oft der Kombination verschiedener Medikamente und Anwendungen, wie Bäder und/oder Lichttherapie , welche die Beschwerden bessern und sogar zu einer vorübergehenden Beschwerdefreiheit führen können. Eine Heilung dieser meist chronisch verlaufenden Hauterkrankung ist allerdings derzeit nicht möglich. Unterstützend zu jeder Therapie gehört eine regelmäßige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.

Natürlich wäre eine Kur am Toten Meer für jeden Psoriatiker die ideale Behandlung. Doch das ist aus verschiedensten Gründen nicht immer möglich. Um allen Patienten die Möglichkeit einer Badekur in Salzwasser und gleichzeitiger Exposition von Sonnenstrahlen zugänglich zu machen hat Okkaido Vertrieb von Medizintechnik GmbH ein Therapiesystem auf den Markt gebracht - das Okkaido Vario-System Tomesa®- in welchem die Wasser und Lichtverhältnisse am Toten Meer standardisiert per Knopfdruck eingestellt werden können. Die in Praxen* oder Kliniken durchführbare synchrone Balneophototherapie (sBPT) war geboren.

Erste Untersuchungen mit diesem System waren ermutigend, zeigten sie doch, dass mit der sBPT eine Verbesserung des Hautzustandes bei Patienten mit Psoriasis vulgaris erreicht werden konnte.

Ob und inwieweit dieser Erfolg auch mit der etablierten, standartmäßig durchgeführten Phototherapie (PT) standhalten kann, wurde im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie bei 367 Patienten mit mittlerer bis schwerer Psoriasis vulgaris und einem PASI > 5 (Psoriasis Area and Severity Index, Bewertungsindex für die Schuppenflechte) untersucht.

Die Patienten wurden zunächst einen Monat lang entweder mit der sBPT oder mit der Phototherapie (PT) 3-5 mal pro Woche behandelt. Danach folgte eine 5-monatige Nachbeobachtungsphase (Follow up). Primäres Zielkriterium war die Verbesserung des PASI vor, während und nach der letzten der insgesamt 35 Behandlungen sowie während und am Ende der Nachbeobachtungsphase. Sekundäres Kriterium war die Beurteilung der Lebensqualität anhand standardisierter, auf die Schuppenflechte ausgerichteter Fragebögen, die ebenfalls vor, während und am Ende der aktiven Behandlungsphase sowie während des 5-monatigen Follow ups von den Patienten ausgefüllt wurden.

Die Ergebnisse zeigten nicht nur während und nach der Behandlung, sondern auch nach der 5-monatigen Nachbeobachtungsphase eine deutlich bessere Wirksamkeit bei vergleichbarer Verträglichkeit der sBPT im Vergleich zur PT.

Die mittleren PASI Werte in der sBPT-Gruppe sanken von 18,4+10,0 auf 5,0+5,9; bei den PT-Patienten von 17,4+9,3 auf 10,3+8,3. Der Unterschied der mittleren Verbesserung zwischen den Gruppen lag somit bei 49,6% zugunsten der sBPT und war statistisch signifikant (p<0.0001).

Bei der Beurteilung der Lebensqualität korrelierten die Ergebnisse mit den PASI-Werten und fielen ebenfalls zugunsten der sBPT Gruppe aus. Mit fallenden PASI Werten stieg die Lebensqualität und das Gefühl, durch die Erkrankung eingeschränkt zu sein sank deutlich.

Insgesamt waren beide Behandlungen gut verträglich: Nebenwirkungen, vor allem Hautrötungen und Lichtdermatosen traten bei 21 Patienten der sBPT Gruppe und bei 11 Patienten der PT Gruppe auf.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind vielversprechend. Mit einer unter kontrollierten Bedingungen stattfindenden Behandlung mit Salzwasser in Kombination mit Lichtbestrahlung wurde eine Verbesserung des Hautzustandes bei Patienten mit Psoriasis vulgaris erreicht, der nicht nur kurzfristig anhielt, sondern auch noch 5 Monate nach Ende de Behandlung stabil war. So ist es durchaus denkbar, dass das Vario-System Tomesa® bald zum Standard der Psoriasistherapie zählen wird.

Tomesa® besteht aus einem Therapiebecken, ähnlich einer Badewanne, die mit Wasser gefüllt wird, das in seinem Salz- und Mineralgehalt dem Toten Meer vergleichbar ist und in welche der Patient bequem ein- und aussteigen kann. Die separate Bestrahlungseinheit liefert die UV-Strahlen. Die Strahlungsintensität kann entsprechend dem Ausmaß der Erkrankung und der Konstitution des Patienten individuell eingestellt werden. Dank dieses Systems, i n welchem die Verhältnisse am Toten Meer simuliert werden, kann der Patient in der Nähe seines Wohnortes behandelt werden; Trennung von der Familie, längerer Auslandsaufenthalt und/oder Arbeitsausfall dürften damit der Vergangenheit angehören.

* In München gibt es ein ToMeSa®-Zentrum u. a. in der Hautarzt-Praxis Dr. Friedirch & Dr. Liebich.




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