Rheuma

Fast zwei Drittel aller rheumatischen Erkrankungen spielen sich an den Gelenken ab. Besonders häufig sind dies degenerative Prozesse, also Verschleißerscheinungen, seltener entzündliche Vorgänge. Die degenerative Veränderung eines Gelenks wird als Arthrose, die Entzündung eines Gelenks als Arthritis bezeichnet. Der Weichteilrheumatismus, die zweithäufigste Erscheinungsform von Rheuma, zieht dagegen nicht die Gelenke selbst, sondern Muskeln, Sehnen und Bänder in der Umgebung der Gelenke in Mitleidenschaft.

Von Abnützungserscheinungen können eines oder mehrere Gelenke betroffen sein. Praktisch jeder Mensch leidet früher oder später unter Verschleißerscheinungen. Als erstes Symptom zeigt sich ein Spannungsgefühl, das Gelenk kann sich steif anfühlen. Später schmerzt das betroffene Gelenk, wenn es bewegt wird, beispielsweise beim Aufstehen aus dem Sitzen. Typischerweise legt sich dieser Schmerz nach einiger Zeit wieder. Deshalb wird dieses Phänomen auch Anlaufschmerz genannt. Bei anhaltender Belastung kommt der Schmerz allerdings wieder. Ist die Abnützung des Gelenks schon weiter fortgeschritten, so kann der Schmerz auch in Ruhe bestehen bleiben, d. h. auch wenn das Gelenk nicht bewegt wird.

Arthrose

Veränderungen betreffen zunächst den Gelenkknorpel. Knorpel überziehen ein Knochenende dort, wo es mit einem anderen Knochen in beweglichen Kontakt tritt. Bei anhaltender Be- oder Überlastung wird der Knorpel geschädigt; er wird rauh und bekommt Risse. Später werden kleine Teilchen des Knorpels abgerieben. Der Knorpelabrieb kann so ausgeprägt sein, daß der Knorpelüberzug komplett verlorengeht.

Der unter dem Knorpel liegende Knochen verdichtet sich; es entstehen Umbauten am Knochen, die das gesamte Gelenk verändern können. Entzündet sich das Gelenk zusätzlich, so bezeichnet man das als aktivierte Arthrose. Dann ist das Gelenk gerötet, angeschwollen, es schmerzt und ist in seiner Beweglichkeit deutlich eingeschränkt.

Auch kranke Gelenke brauchen Bewegung

Sind Abnützungserscheinungen vorhanden, sollte alles vermieden werden, was das betroffene Gelenk übermäßig belastet. Bewegung ist aber zu empfehlen, da der Gelenkknorpel dabei »durchgeknetet« und auf diese Weise mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Besonders gelenkfreundlich sind Schwimmen, Wandern und Radfahren in der Ebene.

Veränderungen am Schuhwerk können ebenfalls Erleichterung bringen. So schonen beispielsweise spezielle weiche Absätze das Hüftgelenk, und Abrollhilfen entlasten das Sprunggelenk; Erhöhungen der Schuhaußenkanten können bei Arthrosen des Kniegelenks hilfreich sein. Diese Schuhzurichtungen müssen vom Arzt verschrieben werden.

Eine Besserung der Beschwerden läßt sich auch mit Methoden der Physikalischen Therapie erreichen. Eine gezielte Krankengymnastik kräftigt die Muskulatur und erhöht die Beweglichkeit des Gelenks. Massagen lockern das Bindegewebe und die verspannte Muskulatur und fördern die Durchblutung. Bei abnutzungsbedingten chronischen Schmerzen wird Wärme als wohltuend empfunden; ist die Arthrose allerdings aktiviert, so ist eher Kälte angezeigt. Elektrische Ströme, die über die Haut angewendet werden, verbessern ebenfalls die Durchblutung und lindern die Schmerzen.

Medikamente: wofür sind die gut?

Zur Schmerzlinderung, zur Bekämpfung der Entzündung und zur Verminderung von Muskelverspannungen lassen sich Medikamente einsetzen. Die meisten dieser Präparate, die zum Einnehmen gedacht sind, sind nur nach vorheriger Verschreibung durch den Arzt erhältlich. Entzündungs- und schmerzhemmende Stoffe können auch als Salbe, Gel oder Creme aufgetragen werden. Entsprechende Zubereitungen gibt es auch rezeptfrei in der Apotheke.

Rheumatoide Arthritis

Unter den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen steht die rheumatoide Arthritis in der Häufigkeit ihres Auftretens an erster Stelle. Ihre Ursache ist nicht geklärt. Etwa 1 Prozent der Deutschen ist betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Ein typisches erstes Zeichen ist die morgendliche Gelenksteife. Sie kann eine halbe Stunde, aber auch länger anhalten. Zunächst sind meist die kleinen Gelenke von Händen und Füßen betroffen; später sind auch größere Gelenke befallen.

Die Gelenke schmerzen, sind gerötet und geschwollen. Die Entzündung spielt sich innerhalb des Gelenks an der Gelenkinnenhaut ab, der Synovialis. Zugrunde liegt ein Autoimmunprozeß: Das Immunsystem, dessen Aufgabe es eigentlich ist, körperfremde Stoffe zu erkennen und unschädlich zu machen, richtet sich gegen körpereigenes Gewebe. Als Folge davon entzündet sich die Gelenkinnenhaut und verdickt sich. Sie wuchert in das benachbarte Gewebe, zerstört Knorpel und Knochen und schließlich das gesamte Gelenk. Das führt zu Fehlstellungen des Gelenks bis hin zur Einsteifung. Die rheumatoide Arthritis kann in Schüben, aber auch chronisch fortschreitend verlaufen.

Behandlung wird individuell festgelegt

Heilbar ist diese Krankheit bis heute nicht. Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern, den Entzündungsprozeß abzumildern und den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Bei milderen Formen wird der Arzt zunächst versuchen, mit verschiedenen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoffen die Beschwerden erträglich zu machen. Reicht diese Behandlung nicht aus, kommen sogenannte Basistherapeutika zum Einsatz, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Ihre Wirkung setzt allerdings nicht sofort, sondern erst nach einigen Wochen ein. Fester Bestandteil der Behandlung ist die Physikalische Therapie. Mögliche chirurgische Verfahren bestehen in der Entfernung von Wucherungen der Gelenkinnenhaut bzw. im Ersatz zerstörter Gelenke durch Prothesen.

Weichteilrheumatismus

Beim Weichteilrheumatismus sind nicht Wirbel oder Gelenke Ausgangspunkte der Beschwerden, sondern andere Gewebe und Strukturen des Bewegungsapparats. Dazu gehören Muskeln, Sehnen und Bänder, Schleimbeutel und das Bindegewebe der Unterhaut. Kennzeichnend für den Weichteilrheumatismus sind Schmerzzustände an Gliedmaßen und/oder Stamm. Die Schmerzen können akut auftreten und dann jede Bewegung zur Qual werden lassen, aber auch chronisch vorhanden sein. Die möglichen Auslöser sind vielfältiger Natur: Fehlhaltungen und Überbelastungen spielen ebenso eine Rolle wie psychische Vorgänge. Kälte, Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse können zur Verschlechterung führen. Die Behandlung ist schwierig. Manche Patienten erfahren eine Besserung der Beschwerden durch konsequente Gymnastik oder leichten Sport. Physikalische Maßnahmen werden unterstützend eingesetzt, ebenso wie ein Entspannungstraining.




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