Schilddrüsenerkrankungen sind eine Volkskrankheit

Die Umstellung von Schilddrüsenhormonpräparaten kann problematisch sein, daher sollte in jedem Fall wenn, ein bisher gut wirksames Medikament auf beispielsweise ein Generikum umgestellt wird, der TSH-Wert kontrolliert werden

Die Papillon-Studie - die weltweit größte Bevölkerungsstudie, in Deutschland durchgeführt von der Schilddrüsen-Initiative Papillon - hat bei nahezu 100.000 Berufstätigen ergeben:

  • Jeder 3. erwachsene Bundesbürger hat krankhafte Veränderungen an der Schilddrüse, von denen er bisher nichts wusste.
  • Jeder 4. erwachsene Bundesbürger hat Knoten in der Schilddrüse.
  • Jeder 2. erwachsene Bundesbürger über 45 ist bereits an der Schilddrüse erkrankt.

Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.

Am häufigsten unter den Erkrankungen ist eine vergrößerte Schilddrüse, ein sogenannter Kropf, deren Ursache meist chronischer Jodmangel ist.

Jährlich werden rund 120.000 Patienten an der Schilddrüse operiert und weitere 60.000 mit einer Radiojodtherapie behandelt, weil ihre Schilddrüsen-Erkrankung zu spät diagnostiziert wurde.

Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Schluckstörungen
  • Kloßgefühl im Hals
  • Atemnot

Bei der Überfunktion der Schilddrüse können zu folgenden Beschwerden führen:

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Gewichtsverlust
  • Haarausfall
  • Nervosität
  • Augenbeschwerden (beim Morbus Basedow)

Viele Beschwerden lassen sich wenn sie richtig diagnostiziert werden, relativ einfach mit Medikamenten behandeln und den Betroffenen so zu einem beschwerdefreien Leben verhelfen. Doch mit Einführung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz müssen seit dem 1. April Apotheken bei Patienten, deren Krankenkasse einen Rabattvertrag mit einem Hersteller geschlossen hat, rabattierte Arzneimittel abgeben. Das führt dazu, dass Apotheker immer häufiger die vom Arzt verschriebenen Schilddrüsenhormonpräparate austauschen.

Der Ersatz von Markenpräparaten durch (oft minimal) preiswertere Generika ist auch in den USA verbreitet. Im Fall von L-Thyroxin kann dies aber für die Patienten gesundheitsgefährdende Folgen haben, warnten in den letzten Jahren auch führende US-amerikanische Schilddrüsenexperten. Die führenden endokrinologischen Gesellschaften in den USA geben zu bedenken, dass durch einen unkontrollierten und nicht ärztlich begleiteten Präparatewechsel die Gesundheit von zigtausenden Schilddrüsen-Patienten gefährdet sein kann.

Damit bestätigten sie Befürchtungen, wie Sie in Deutschland schon vor längerer Zeit vorgebracht wurden. Bereits 1998 wurden in einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger insbesondere Hormone als Substanzen mit problematischer Bioverfügbarkeit bewertet.

Hintergrund der Problematik ist die im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten sehr enge therapeutische Breite von L-Thyroxin. Bei zu geringen Spiegeln können erneut hypothyreote Symptome auftreten. Sind die Spiegel nur geringfügig zu hoch, drohen u. a. Osteoporose, kardiale Arrhythmien und Verschlechterung einer koronaren Herzerkrankung. Besonders gefährdet sind bei abweichenden Dosierungen ältere und herzkranke Patienten, Patienten mit Schilddrüsenkrebs, Neugeborene und kleine Kinder. Nicht umsonst wird daher empfohlen, die L¬-Thyroxin-Dosis anhand der TSH-Spiegel (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) bei allen Patienten solange zu titrieren, bis die richtige individuelle Dosierung gefunden ist. Diese, auch von der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) empfohlene Vorgehensweise setzt aber voraus, dass Ärzte auch sofort von einer Substitution von beispielsweise dem Originalpräparat L-Thyroxin® Henning auf ein Generikum erfahren.

Bei Ausschluss der „Aut ldem” Substituionsmöglichkeit durch Ankreuzen auf dem Rezept können diese Probleme vermieden werden.




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