Verstopfung Darmträgheit

10 bis 20 Prozent der Bevölkerung in unseren Breiten geben an, an Verstopfung oder Obstipation, wie der Fachausdruck lautet, zu leiden. Darüber, wie oft pro Tag oder Woche das stille Örtchen zwecks Stuhlgang im Normalfall aufgesucht werden sollte, herrschen häufig falsche Vorstellungen. Was die normale Häufigkeit der Stuhlentleerung betrifft, so gibt es da große Schwankungen. Als Faustregel gilt zwischen dreimal pro Tag und einmal jeden dritten Tag. Ob und wann von einer Verstopfung gesprochen werden kann, hängt von den Beschwerden ab, die der Stuhlgang verursacht. Im allgemeinen ist diese Bezeichnung dann gerechtfertigt, wenn der Stuhlgang zu selten, zu hart und zu unregelmäßig ist, also z. B. wenn beim Stuhlgang regelmäßig ein als quälend empfundenes Pressen notwendig ist.

Die Ursachen für eine Verstopfung sind vielfältig. Verstopfung aufgrund einer organischen Ursache wie einer Hormon- oder Stoffwechselstörung, einer Störung des Nervensystems oder einer Erkrankung des Darms liegt nur in etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle vor. Häufiger ist die sogenannte funktionell bedingte Verstopfung. Diese wird von folgenden Faktoren begünstigt:

  • Bewegungsmangel,
  • ballaststoffarmer Ernährung,
  • unregelmäßigem Essen,
  • Übergewicht,
  • Streß,
  • Unterdrücken des Stuhldranges,
  • unzureichender Flüssigkeitszufuhr,
  • Schwangerschaft,
  • hormonellen Schwankungen in den »Tagen vor den Tagen«.

Bleibt die Stuhlmasse zu lange im Darm liegen, so wird sie zu sehr eingedickt. Zu stark eingedickter Kot läßt sich vom Darm schwer weitertransportieren wie auch mühevoll entleeren. Eine ballaststoffreiche Ernährung sorgt für Volumen und damit auch für Bewegung im Darm. Bei Problemen mit einem zu trägen Darm sollten Sie nicht gleich und vor allem nicht auf Dauer zu Abführmitteln greifen. Besser ist, Sie beherzigen erst einmal die Tips auf den nächsten Seiten, um die Darmtätigkeit in Schwung zu versetzen. Führen Ihre Bemühungen nicht zum Ziel, kann die kurzfristige Anwendung eines Abführmittels sinnvoll sein.

Auch bei schmerzhaften Analleiden kann zur Aufweichung des Stuhls die Einnahme von Abführmitteln angebracht sein; ebenfalls bei Erkrankungen, bei denen starkes Pressen vermieden werden sollte.

Abführmittel als kurzfristige Nachhilfe

Es gibt eine Reihe verschiedener Abführmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Wirkstoffe wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat bewirken, daß zum einen die Darmwand an den Darminhalt Wasser und Mineralstoffe abgibt, und verhindern zum anderen, daß dem Stuhl wieder Wasser entzogen wird. So wird der Darminhalt weicher und bekommt mehr Volumen. Während der Wirkstoff Natriumpicosulfat innerhalb von vier bis sechs Stunden wirkt, braucht die Substanz Bisacodyl dafür sechs bis zwölf Stunden. Empfehlenswert ist daher die abendliche Einnahme. Ganz individuell lassen sich natürlich Präparate in Tropfenform dosieren.

Lactulose ist eine Verbindung aus den Zuckerstoffen Galactose und Fructose. Lactulose wird erst im Dickdarm durch Darmbakterien gespalten und zu Zucker und Essigsäure abgebaut. Die Zucker und die freiwerdenden Säuren halten Wasser im Darm zurück. Die Substanz Lactulose ist ein mildes Abführmittel; ihre Wirkung setzt nach acht bis zehn Stunden ein.

Auch pflanzliche Abführmittel wie Aloe, Faulbaumrinde oder Sennesfrüchte und -blätter regen die Darmbewegungen an und machen den Stuhl weicher. Sie sollten aber nicht auf Dauer eingenommen werden, da sie die Darmschleimhaut verändern und möglicherweise sogar schädigen können.

Erziehen Sie Ihren Darm!

Tips gegen Darmträgheit und Verstopfung

  • Versuchen Sie, Ihren Darm zu erziehen. Nehmen Sie sich jeden Morgen eine Viertelstunde Zeit, um den Darm zu entleeren.
  • Unterdrücken Sie den Stuhlgang nicht, sondern versuchen Sie, den Darm zu entleeren.
  • Geregelte Mahlzeiten sind der nächste Erziehungsschritt. Essen Sie nicht zuviel auf einmal. Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große.
  • Lassen Sie sich beim Essen Zeit, und kauen Sie gründlich, um den Speichelfluß anzuregen.
  • Bevorzugen Sie statt Weißbrot oder Brötchen Vollkornbrot mit vielen Ballaststoffen.
  • Wählen Sie generell ballaststoffreiche Nahrungsmittel aus wie Gemüse, Salate, Sauerkraut, frisches Obst, Haferflocken, Müsli, Nüsse, Pflaumen, Datteln, Feigen. Vorsicht mit Hülsenfrüchten und Kohl! Sie wirken blähend und können das Völlegefühl noch verstärken.
  • »Wecken« Sie Ihren Darm morgens mit einem Glas Wasser oder Fruchtsaft. Geeignet sind auch über Nacht eingeweichte Pflaumen oder Feigen zusammen mit viel Flüssigkeit. Abführend wirken übrigens auch Datteln oder Rhabarber.
  • Bewegen Sie sich ausreichend: Wählen Sie im Alltag Treppen statt Fahrstuhl, treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Massieren Sie leicht Ihre Bauchdecke. Beginnen Sie damit im rechten Unterbauch, kneten Sie dann auf den rechten Rippenbogen zu, von dort zum linken und schließlich abwärts zum linken Unterbauch. So folgen Sie dem Verlauf des Dickdarms.
  • Trinken Sie genügend, d. h. mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag. Geeignet sind Mineralwässer, Kräutertees und Fruchtsäfte.
  • Ganz gezielt können Sie Ihren Verzehr an Ballaststoffen erhöhen, wenn Sie zu jeder Mahlzeit entweder zwei bis drei Eßlöffel Leinsamen oder 15 Gramm Weizenkleie zu sich nehmen, zur Geschmacksverbesserung in Joghurt oder Saft. Wichtig ist dabei immer eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn sonst neigen Ballaststoffe dazu, zu klumpen.

Sollten Sie selbst bei Befolgung dieser Tips nach mehreren Tagen nicht erfolgreich sein, so können Sie kurzfristig ein Abführmittel einnehmen. Trotzdem sollten Sie sich nicht entmutigen lassen und diese Tips weiterhin beherzigen. Bleibt die Verstopfung allerdings bestehen, wechseln die Stuhlgewohnheiten zwischen Verstopfung und Durchfall, finden sich Auflagerungen von Schleim oder Blut auf dem Stuhl, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.




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