Vuvuzela-Lärm: Gift für die Ohren

Vuzuelas, jene südafrikanischen Fußballtröten, die mit ihren 90 bis 110 Dezibel Lärm via Fernsehen über Kontinente hinweg dringen, werden spätestens mit Ende der Fußballweltmeisterschaft Geschichte sein. Doch was bleibt, ist die wachsende akustische Umweltverschmutzung. „Sie macht die Deutschen langsam zu einem Volk von Schwerhörigen”, sagt der Ohrenspezialist Dr. Lutz Wilden vom Forum „Das Gesunde Ohr”.

14 Millionen Bundesbürger leiden bereits heute an Hörproblemen. Tendenz steigend. Besonders besorgniserregend: Bereits jeder zehnte Jugendliche hat Probleme mit seinem Gehör. Ursache dafür ist nach übereinstimmender Meinung der Experten die permanente Lärmberieselung über Kopfhörer, Mega-Krach in Discos und oder bei Konzerten, aber auch der alltägliche Lärm, verursacht zum Beispiel durch Straßenverkehr.

Eines Tages wird der Mensch den Lärm genauso bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest”, schrieb der Arzt und Medizin-Nobelpreisträger Robert Koch im vorletzten Jahrhundert. Seine Prognose wurde Wirklichkeit. „Bis zum Jahr 2030 wird nach Hochrechnung von Fachleuten jeder zweite Deutsche an den Folgen von Innenohrüberforderungen, wie Schwerhörigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Hörverzerrung, Hörsturz oder Schwindel leiden”, sagt Dr. Wilden.

Bei den Erwachsenen klagt mittlerweile jeder Dritte, bei den über 70-Jährigen jeder Zweite über Hörprobleme. Hauptursache ist die wachsende „akustische Umweltverschmutzung”: Lärm, der uns durch den ganzen Tag begleitet. Bereits 65 Dezibel Dauerbelastung seien gesundheitsschädlich, sagen Experten. Die Initiative „Das gesunde Ohr” (Internet: www.dasgesundeohr.de) kritisiert vor allem den Trend der etablierten Medizin, Schwerhörigkeit standardisiert mit Hilfe von Hörgeräten zu bekämpfen.

Nicht das Lärm verstärkende Hörgerät, sondern einfache, Lärm reduzierende Ohrstöpsel seien für das überlastete Ohr die beste Medizin, sich zu regenerieren. „Würden Sie einem Leberkranken raten, sich mit Alkohol zu kurieren?”, fragt der Mediziner. „Ein geschädigtes Ohr aber werde durch die künstlichen Hörhilfen mit der vielfachen Verstärkung der Außengeräusche belastet. “

Menschen mit Hörschäden empfiehlt der Innenohrspezialist: „Lassen Sie sich so spät wie möglich ein Hörgerät verschreiben.” Eine medizinische Notwendigkeit sei erst dann gegeben, wenn Töne über 30 Dezibel, also etwa Blätterrauschen, Atemgeräusche oder das Ticken einer Taschenuhr nicht mehr wahrgenommen werden. Wer ein Hörgerät trägt, sollte es nach Ansicht Wildens so oft wie möglich abschalten und stattdessen durch Ohrstöpsel ersetzen.

Zur Behandlung schwerwiegender Beschwerden im Gehörapparat plädiert das Forum „Das gesunde Ohr” auch für den Einsatz neuer, alternativer Therapiemethoden, vor allem bei ernsthaften Erkrankungen, wie etwa chronischem Tinnitus. So hätten umfassende Studien gezeigt, dass bei chronischen und austherapierten Tinnitus-Patienten etwa durch den Einsatz von therapeutischem Laser (Low-Level-Laser) eine spürbare Verbesserung der Krankheitssituation zu erzielen sei. „Nach den uns vorliegenden Untersuchungen kann bei Einsatz von Laser bei der Tinnitusbehandlung eine Hörverbesserung um 20 Prozent erzielt werden. Bei jüngeren Patienten und Kindern war zum Teil ein Anstieg der Hörfähigkeit um bis zu 25 Dezibel oder 50 Prozent messbar”, berichtet Wilden. Von der konservativen Medizin werde dies bis heute weitgehend ignoriert.

Selbsttest: Das Forum „Das gesunde Ohr” empfiehlt deshalb den Selbsttest , um die Regenerationsfähigkeit des eigenen Ohrs zu prüfen: Besorgen Sie sich Ohrstöpsel in der Apotheke und tragen Sie diese eine Stunde lang, z. B. beim Einkaufen oder beim Spazierengehen. Wenn Sie die Stöpsel herausnehmen, und deutlich empfinden, dass es in Ihrer Umgebung lauter ist als vorher, hat Ihr Ohr sich durch den vorübergehenden Lärmschutz etwas erholt. Je häufiger und je länger Sie Ihr Gehör gegen unnötigen Lärm schützen, desto besser kann sich Ihr Ohr regenerieren.

Weitere Infos unter: www.dasgesundeohr.de




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