Pillen statt Obst und Gemüse?

Kann Gemüse in Pillenform die Ernährungslücken schließen?

„Nein”, sagen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). „Grundsätzlich ersetzen Nahrungsergänzungsmittel keine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Ihre Einnahme sollte nicht als Alibi für den Ausgleich einseitiger Essgewohnheiten missbraucht werden”. Dass Früchte und Gemüse in Pillenform eine nachweisliche Wirkung auf die Gesundheit haben, dafür bleiben angeblich die Hersteller den Beweis schuldig. Oft werden lediglich Wirkungen versprochen, die auf der Kombination von Vitaminen, Spurenelementen und pflanzlichen Auszügen in den Präparaten beruhen könnten.

Nachgewiesen ist in mehreren Studien lediglich eines: Dass der regelmäßige Verzehr von Gemüse und Obst das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes Typ 2 verringert. Aber mit dem Verzehr von Gemüse und Obst sieht es bei den Deutschen düster aus: 88 Prozent der Bevölkerung essen deutlich weniger als die Hälfte der täglich empfohlenen Menge von 600 Gramm Obst und Gemüse - zu Lasten von Zuckerzeug, fettigen Backwaren und Fleischprodukten. Das schlechte Gewissen macht nun viele anfällig für Pulver, Tabletten, Wässerchen, Dragees und Kapseln, die einen gesunden Ausgleich versprechen.

Nur bei direktem Verzehr der gesamten Frucht wird wirklich das ganze Spektrum an lebensnotwendigen Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen”, erklärt Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Karlsruhe. Ganz abgesehen vom fehlenden Nachweis der Wirkung: Oft sind die Präparate auch unverhältnismäßig teuer. So kostet laut DGE eine Rotweintablette, die 15 Milligramm des Wirkstoffs Anthocyane enthält, 29 Cent. Für 20 Cent kriegen Sie aber ein Glas mit 200 Milliliter Traubensaft, in dem mehr als das Doppelte Anthocyane enthalten ist.

Und schließlich sei an den Versuch erinnert, bei dem die kanadische Regierung Millionen in den Versuch investierte, aus Pflaumen den Stoff zu isolieren, der verdauungsfördernd wirkt, um so ein natürliches Abführmittel auf den Markt bringen zu können. Nach Jahren vergeblicher wissenschaftlicher Bemühung schloss der Versuch mit dem enttäuschenden Fazit: Nur das Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe sei verantwortlich für die abführende Wirkung der Pflaume.




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