Vitamin A

Vitamin A -Synonym: Retinol

Hauptvorkommen in der Natur Vitamin A, ein fettlösliches Vitamin, kommt in der Natur in zwei Hauptformen vor: als Retinol, das rein tierischen Ursprungs ist, und in Form von bestimmten Carotinoiden (Provitaminen), die nur aus Pflanzen stammen. Viele Früchte und Gemüse enthalten Carotinoide, die ihnen eine gelbe oder orange Färbung verleihen. Das am weitesten verbreitete und am besten bekannte Carotinoid ist das Beta-Carotin. Beta-Carotin ist eine Vorstufe des Vitamin A und wird daher auch “Provitamin A” genannt. Seine Vitamin-A-Aktivität entsteht, nachdem es im Körper zu Retinol umgewandelt wurde. Ein Beta-Carotin-Molekül kann durch ein spezifisches Enzym im Darmtrakt in zwei Vitamin-A-Moleküle aufgespalten werden. Zu den Nahrungsmitteln, die besonders reich an Carotin sind, zählen Karotten, gelbe und dunkelgrüne Blattgemüse (zum Beispiel Spinat, Brokkoli) sowie Kürbis, Aprikosen, Melonen. Vitamin A selbst (Retinol) ist in Leber, Eidotter, Fisch, Vollmilch, Butter und Käse enthalten.

Der Mensch

Um seinen Bedarf an Vitamin A zu denken, ist der Mensch auf die Versorgung durch die Nahrung angewiesen. Dies gilt auch für alle anderen Primaten.

Speicherung im Körper

Vitamin A wird in der Leber gespeichert; für die meisten in den Industrieländern lebenden Erwachsenen reicht der Vorrat für ein bis zwei Jahre.

Haltbarkeit

Vitamin A ist unter Licht- und Hitzeeinwirkung empfindlich gegen Oxidation. Die Oxidation von Fetten und Ölen (zum Beispiel Butter, Margarine, Speiseöle) kann fettlösliche Vitamine, einschließlich Vitamin A, zerstören Die Gegenwart von Antioxidatien wie Vitamin E kann helfen, Vitamin A zu schützen. Das Beta-Carotin gehört zu den relativ stabilen Vitaminen im Gemüse. Verluste beim Kochen in Höhe von 25 Prozent sind belegt, allerdings nur bei vergleichsweise langen Kochenzeiten.

Funktionen

Vitamin A ist von essentieller Bedeutung für das Sehvermögen, das gesunde Wachstum sowie für die Gewebedifferenzierung.

Sehvermögen

Die Stäbchenzellen (Photorezeptofen) auf der Netzhaut des Auges befähigen uns, zwischen hell und dunkel zu unterscheiden. Diese Zellen enthalten ein lichtempfindliches Pigment,”Sehpurpur” (Rhodopsin) genannt, das sich aus dem Eiweiß Opsin und Vitamin A zusammensetzt. Wenn eine Stäbchenzelle dem Licht ausgesetzt ist, zersetzt sich der Sehpurpur, wodurch ein elektrischer Impuls an das Gehirn weitergeleitet wird Diese Impulse werden dann zu einem Bild umgesetzt, das wir “sehen”. Gleichzeitig wird in den Sehzellen aus Opsin und Vitamin A neues Rhodopsin gebildet.

Wachstum

Ganz abgesehen von seiner Rolle bei der Erhaltung des Sehvermögens, spielt Vitamin A eine wichtige Rolle für das normale Wachstum und die Entwicklung. Bei Tieren ist Appetitverlust eines der ersten Anzeichen für einen Vitamin-A-Mangel, der mit einer Verzögerung des Wachstums einhergeht.

Empfohlene Tageszufuhr

Zur Deckung seines Vitamin-A-Bedarfs ist der Mensch auf die Versorgung aus der Ernährung angewiesen. Die empfohlene Tageszufuhr beträgt in der Bundesrepublik Deutschland 1,0 mg Retinol-Äquivalent für Männer und 0,8 mg Retinol-Äquivalent für Frauen. Für Schwangere und stillende Mütter werden zusätzlich 0,3 mg beziehungsweise 1,0 mg Retinol-Äquivalent empfohlen. Kleinkinder und Kinder haben infolge ihrer geringeren Körpergröße einen niedrigeren Bedarf als Erwachsene (Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE).

Mangel

Eines der frühesten Anzeichen für einen Vitamin-A-Mangel ist Nachtblindheit oder eine eingeschränkte Sehtüchtigkeit bei Dämmerlicht. Ein schwerer Mangel verursacht eine teilweise oder völlige Blindheit durch Xerophtalmie. Auch das Auftreten von Hautveränderungen (Hyperkeratosis follicularis) wird als frühzeitiges Symptom eines mangelhaften Vitamin-A-Status angesehen. Der Mangel an Vitamin A ist die bei kleinen Kindern, besonders in armen Ländern, am weitesten verbreitete Mangelerscheinung. Sie ist bei Kindern die Hauptursache von Erblindungen und hat zusammen mit anderen Faktoren wie der Unterversorgung mit Eiweiß und Kalorien und dem gehäuften Auftreten von Infektionen eine gesteigerte Kindersterblichkeit zur Folge. Bei Kindern mit Xerophthalmie treten häufig Begleiterscheinungen wie Wachstumshemmung, Atemwegserkrankungen, Diarrhö, Parasitenbefall und Infektionen auf. Krankheiten können ihrerseits zu einem Vitamin-A-Mangel führen, insbesondere Erkrankungen der Leber und des Magen-Darm-Traktes, bei denen Resorption und Verwertung von

Vitamin A beeinträchtigt sind. Es wird allgemein angenommen, daß ein mangelhafter Vitamin-A-Status die Entwicklung von Krebs fördert, wobei der genaue Mechanismus bisher noch unbekannt ist.

Verträglichkeit

Da Vitamin A (als Retinol) in der Leber gespeichert wird, kann die Einnahme von großen Mengen über lange Zeit die Speicherkapazität der Leber übersteigen; das Vitamin kann dann ins Blut übertreten und nachteilige Wirkungen hervorrufen (bis zur Vitamin-A-Intoxikation). Es bestehen also Bedenken hinsichtlich hoher Zufuhren von Vitamin A (Retinol), insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Frauen im gebührfähigen Alter.

Feldstudien mit Ernährungsprogrammen in Ländern, wo ein Vitamin-A-Mangel herrscht, haben ergeben, daß Einzeldosen in Höhe von 200.000 IE für Kinder und in Höhe von 400.000 bis 500.000 IE für Erwachsene gut vertragen werden. Es muß aber daran erinnert werden, daß es sich dabei um prophylaktische Dosen handelt, die in recht hohen Konzentrationen verabreicht werden, um verminderte Körperreserven für mindestens sechs Monate wieder aufzufüllen. Bei Gesunden kann eine Vitamin-A-intoxikation in akuter Form infolge sehr hoher Dosen über einige Tage oder chronisch infolge hoher Dosen über längere Zeit auftreten. allgemeinen gelten Einnahmen bis zum zehnfachen der empfohlenen Tageszufuhr als verträglich. Die üblichen Vitamin-A-Konzentrationen in angereicherten Nahrungsmitteln richten sich nach der empfohlenen Tageszufuhr und sind lebensmittelrechtlich geregelt, so daß keine Möglichkeit einer Vitamin-A-Überdosierung für die Bevölkerung besteht. Beta-Carotin dagegen gilt als eine unbedenkliche Form von Vitamin A, da es vom Körper nur in den benötigten Mengen umgewandelt wird. Beta-Carotin wird im Magen-Darm-Trakt nur geringfügig resorbiert und die Effizienz der Umwandlung zu Retinol nimmt in dem Maße ab, wie sich der Vitamin-A-Status verbessert.

So können hohe Zufuhren von BetaCarotin zu keiner A-Hypervitaminose führen. Sie können allerdings eine Gelbfärbung der Haut bewirken (Hyperkarotinämie), was jedoch keine nachteiligen Wirkungen hat. Die gelbe Farbe verschwindet, sobald die Carotinoid-Zufuhr reduziert oder eingestellt wird. In der großen Mehrzahl der Fälle sind Anzeichen und Symptome einer Vitamin-A-Intoxikation nach Absetzen des Vitamins reversibel.

Vitamin-A-Präparate

Vitamin A ist in Weich-Gelatine-Kapseln, als Kau- oder Brausetabletten oder in Ampullen erhältlich. Es ist auch in einigen Multivitaminsirups enthalten.

Anreicherung von Nahrungsmitteln

Margarine wird gewöhnlich mit Vitamin A angereichert, um sie in ihrem Nährwert der Butter anzugleichen. Beta-Carotin wird Margarine und vielen anderen Nahrungsmitteln (beispielsweise Getränke, Desserts, Süßwaren, Speiseeis) beigefügt, und zwar entweder wegen seiner Vitamin-A-Aktivität oder als natürlicher Lebensmittelfarbstoff.




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