Hunde erschnüffeln Krebs - oder auch nicht?

  • Hundenasen erriechen fast alles
    Hundenasen erriechen fast alles - ©Pixabay
  • Labrador
    Labrador - ©Pixabay

Seit längerer Zeit steht es in allen Medien: Hunde können Krebs riechen!

Was für eine tolle Vorstellung: Hunde könnten Ärzte, MRT, CT oder Röntgengeräte ersetzen - ein bisschen „schnüffeln“ und schon wüssten wir, wo der Tumor sitzt. Ist das wirklich so? Oder geben wir uns nur einem Wunschgedanken hin?

Wir, von gesundheit.com, gehen der Sache auf den Grund…

Grundvoraussetzung für die Tumordiagnostik könnte das enorme Riechvermögen unser vierbeinigen Freunde sein: Hundenasen haben viele Millionen Riechzellen - ca. vierzig Mal mehr als der Mensch. Wenn Hunde schnüffeln, atmen sie bis zu 300 Mal in der Minute. 10 % des Hundehirns ist für das Riechen zuständig - beim Menschen ist es gerade Mal 1%.

Der Lungenchirurg Thorsten Walles hat in einer Studie 2016 nachgewiesen, dass Hunde in der Atemluft bislang unbekannte Krebsgeruchs-Stoffe wahrnehmen können. 40% der Tests waren positiv - was die Hunde aber genau wahrnehmen können, stellte die Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel. Jürgen Lösch vom Deutschen Krebsforschungszentrum ist schon länger skeptisch: “Bei Schnüffeltests mit fünf Hunden ist völlig unklar, ob sie wirklich etwas riechen oder lediglich auf ein bestimmtes Verhalten reagieren.”

Forscher aus Deutschland und Österreich widerlegten nun aktuell die These, dass Hunde bösartige Tumore riechen könnten und Alarm schlagen würden. Hunde sind zwar die besten Freunde der Menschen, aber besonders zuverlässig in der Tumordiagnostik sind sie (leider) nicht.

Golden Retriever, Labradore, Riesenschnauzer, Münsterländer, Havaneser und Deutsche Schäferhunde - alle Rassen als super Spürnasen bekannt - wurden über sechs Monate trainiert. Beim Atemtest mit z. T. an Lungenkrebs erkrankten Probanten in einer Doppel-Blind-Studie konnten sie leider nicht überzeugen. „Unsere Hunde haben Fehler sowohl mit positiven und negativen Proben gemacht“, erklärt Studienleiter Klaus Hackner von der Kremser Universitätsklinik. Ursache für das Fehlverhalten der Hunde könnten - laut Aussage der Forscher - Stress und unterbewusstes Einwirken der Hundeführer sein. Auch Langeweile, Unaufmerksamkeit, Müdigkeit, Hunger und Ablenkung führten zu falschen Ergebnissen der vierbeinigen Mediziner.

“Jeder Hund riecht anders, eine gleich bleibende Schnüffelqualität lässt sich nicht garantieren. So ein Tier ist eben keine unbestechliche, geeichte Maschine,” erklärte schon 1989 der Heidelberger Lungenspezialist Felix Herth.

Bleibt abzuwarten, ob der beste Freund des Menschen uns demnächst wirklich als Tumorspezialist zur Seite steht…




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