Viva Mayr - Bis(s) zum Gesunden

Relaunch für die Gesundheit

Über F.X. Mayr zu schreiben, heißt Eulen nach Athen zu tragen - unzählige Werke wurden über seine Art des gesundheitlichen Denkens verfasst, zahlreiche Diätvariationen schmücken sich heute mit seinem Namen, es gibt sogar eine anerkannte Gesellschaft der Mayr-Ärzte. Diese Liste ließe sich wohl noch um etliche Punkte erweitern, doch „Mayrn” heute, ist weit mehr, als sich bei Semmeln und Milch zu kasteien - eigentlich, will man das streng genommen, gar nicht mehr. Mayr-Kuren sind in unserem Stresszeitalter komplett durchkonzipierte, ganzheitliche Gesundheitsprogramme , in denen man lernt, den eigenen Körper wieder besser wahrzunehmen. Oft auch erstmals wirklich in ihn hineinzuhorchen.

Vom verregneten deutschen Sommer 2009 sind wir ins sonnenverwöhnte Kärnten gereist, Regenwolken und verstopfte Strassen hinter uns lassend, um uns von wärmenden Sonnenstrahlen begleitet in Maria Wörtheinzufinden. Die Halbinsel im Miniformat gilt nicht nur als Zierde des viel besungenen Wörthersees, sondern ist seit Urzeiten als mystischer Platz, wo besondere Kräfte wirken bekannt. Wo anders sollte also ein Resort für ganzheitliche Medizin stehen, wenn nicht hier? Viva Mayr „inspirierendes Idyll für Körper, Geist und Seele” steht auch für die Erfolgsgeschichte einer neuen Generation Medizin , jener nämlich, die man auch als Symbiose der modernen Heilverfahren bezeichnen könnte.

Seit der Eröffnung im Jahre 2005 pilgern, teilweise jährlich immer wiederkehrend, Gesundheit suchende zum renommierten Mayr-Ärzte-Ehepaar Dr. Christine und Dr. Harald Stossier , um mit und von ihnen eine Lösung für ihre gesundheitlichen Probleme zu finden. Was ursprünglich als einfache Fasten-Therapie begann, umfasst heute den Schlüssel für eine bessere Lebensqualität.

1. Tag

Schon in der Lobby freundlich von der Hoteldirektorin Frau Forstnig begrüsst, geschieht das Einchecken schnell und problemlos - die wichtigsten Daten wurden ja bereits alle bei der Internet-Anmeldung übermittelt. Das geräumige Einzelzimmer mit Balkon, und obwohl nicht auf Seeseite gelegen, doch mit Seeblick, vermittelt gleich zu Beginn, wohl auch durch seine hellen Farben, eine angenehme Atmosphäre. Das Bad ist für ein Einzelzimmer geräumig, der Kleiderschrank großzügig und, ganz wichtig für Damen, mit ausreichend Kleiderbügel (!) bestückt.

Wasserbars finden sich überall im Haus, auch gibt es Tee zum selber Aufbrühen in vielen Variationen, oder auch gekühlt als Eistee. Jedes Zimmer verfügt zusätzlich über einen Wasserkocher und einer kleinen Teeauswahl. Mineralwasserflaschen werden täglich aufgefüllt.

Beim Betreten des Restaurants ist man erst mal überwältigt vom Blick auf den See. Die geräumige Terrasse lässt an warmen Tagen auch ein Essen im Freien zu. Vor allem abends, wenn der Tag langsam von der Nacht geküsst, der See sich als Spiegel in Träumen versenkt und nur ab und an ein Entenruf die Stille stört. Stille - sie ist es, die hier angenehm auffällt.

Trotz Vollbelegung hört man nirgendwo ein lautes Wort, jeder hängt seinen Gedanken nach und versucht dabei, die eiserne Mayr-Regel zu beherzigen: Kaue jeden Bissen mindestens 30-50mal. Auch wenn man anfangs skeptisch ist, es geht - man muss es nur versuchen und wird schon bald feststellen, dass die eigenen Geschmacksnerven höchst sensibel zu arbeiten vermögen. Da erschließen sich Gewürze, Kräuter, unterschiedliche Milcharten und vieles mehr, Genüsse, die man bisher aus Eile, Hektik oder auch Gedankenlosigkeit nie wahrgenommen hat. Denn mal ehrlich, wer kaut sein Brot schon so oft? Probieren Sie es einfach mal aus. Der Zusatzeffekt: Schon dabei werden Sie abnehmen, denn das Sättigungsgefühl tritt viel rascher ein, als beim raschen Verschlingen der Mahlzeit. So wundert es auch nicht, dass man mit einem kleinem Dinkelfladen und einer Tasse Gemüsebrühe durchaus satt werden kann. Aber das bekommen natürlich nur jene Gäste, die sich einer strikten Diät unterwerfen. Es sind nur wenige hier im Viva Mayr Resort - die meisten der Anwesenden haben Abnehmen eigentlich gar nicht nötig. Sie wollen einfach „gesunden”, ein oder zwei Wochen lang mal etwas für sich selbst und ihren Körper tun. Und das gelingt hier, auch dank des innovativen Küchenchefs Florian Klinger , vorzüglich. Dass man sich dabei auch noch bewusst gesund ernährt, ist nur noch ein Teil der Therapie.Wer möchte, kann in der hauseigenen Kochschule Tipps und Tricks für den Alltag kennenlernen.

Bittersalz und Basenpulver, Mineralien und Vitamine , speziell für Patienten und deren individuelle Gesundheitspläne zusammengestellt, sind ein weiterer Baustein im Therapieplan, der sich nach dem Abendessen für den ersten Tag auch schon am Zimmer findet: 11.30 ärztliche Untersuchung, 13.30 Karin bittet zur entspannende Rücken-Massage. Um 17.00 erklärt uns das perfekt geschulte und immer freundliche Servicepersonal die Ernährungsrichtlinien des Hauses. Alles Weitere plant man gemeinsam mit den Ärzten dann am nächsten Morgen nach der Anfangsuntersuchung.

Ernährung: Je nach Verträglichkeit und Zielsetzung gibt es abwechselnd Dinkel-, Soja- oder Buchweizenfladen , wahlweise auch Reiscracker oder Knäckebrot mit Gemüsebrühe (die geteelöffelt wird), mittags oder abends kann es durchaus auch ein leckeres Fisch- oder Gemüsegericht sein.

2. Tag

Nach einer angenehm, traumlos durchschlafenden Nacht in Allergiker-Bettwäsche (!) geht es nach dem Frühstück mit köstlichem Schafjoghurt (das kein bisschen nach Schaf schmeckt!) bei strahlendem Sommerwetter zur ärztlichen Anfangsuntersuchung bei Frau Dr. Stossier. Die liebenswürdige Kärntnerin versteht es angenehm unaufdringlich die persönlichen Problemzonen herauszufinden und entscheidet routiniert, was dem Gast-Patient für die kommenden Tage gut tut und ihn für die folgenden anstrengenden Berufsmonate wieder aufbaut. Dabei werden natürlich die aktuellen Laborwerte, Blutdruck, Gewicht mit einbezogen. Wer Laborwerte besitzt, die nicht älter als maximal 14 Tage sind, darf diese natürlich auch mitbringen.

Neben den geplanten therapeutischen Maßnahmen wird in diesem Anamnese-Gespräch auch der Ernährungsplan für die kommenden Tage festgelegt. Während die medizinische Rezeption nun den individuellen Wochenplan unter Berücksichtigung der eigenen Zeitwünsche zusammenstellt, erhält man die erste, Verspannungen lösende und wohltuend von Karin ausgeführte Massage.

Vor dem Abendessen gibt es dann noch einen Vortrag über die Ernährungsleitlinien, in dem die Grundsätze der Ernährung nach Mayr erklärt werden. Die wichtigsten Regel dabei ist, dass zum Essen nichts getrunken wird (wer es nicht schafft, bekommt ein 1/3 Glas Wasser) und dass jeder Bissen zwischen 30-50x gekaut werden sollte. Erst dann ist er richtig eingespeichelt und durch das lange Kauen stellt sich sehr rasch ein Sättigungsgefühl ein. Essen sollte man grundsätzlich nur so lange, bis man dieses Gefühl erreicht hat. Mehrmals die Woche kann der interessierte Gast sich nach dem Abendessen auch noch einen Arztvortrag anhören, in welchem die verschiedenen Therapiemaßnahmen, aber auch neueste medizinische Erkenntnisse dargelegt werden. Da das Publikum sehr international geprägt ist, werden alle Vorträge mehrsprachig gehalten.

Müde und mit leichtem Kopfweh belastet, was nach Angaben aller Therapeuten völlig normal in den ersten Tagen ist, da der Organismus sich umstellt, fällt man trotz Sommerwetter mit Beginn der Dämmerung bereits in Bett und schläft dem nächsten Tag entgegen.

3.Tag

Heute erwartet uns ein voller Terminkalender mit Massage, einem dreißigminütigem Applied Kinesology-Allergie-Test durch Dr. Stossier, der u. a. schnellen Aufschluss über mögliche Lebensmittelunverträglichkeiten bringt, der Farbtest nach Lüscher, dem vermutlich weltweit am meisten angewandten Test zur psychosomatischen Persönlichkeitsbeurteilung, eine ärztliche Bauchbehandlung von Frau Dr. Fink, welche zu einer Entstauung des Bauches führt, sowie einem Elektrolysefußbad nach dem Detox-System, das im Körper vorhandene Giftstoffe mit Hilfe einer ionisierten Salzlösung schnell auszuscheiden vermag. Besieht man sich nach 20 Minute das vorher klare und nunmehr brauntrübe, schmutzige Wasser, ist man geneigt, dies auch sofort zu glauben.

In den verbleibenden Zwischenzeiten wird uns ein frugales Mittag- und Abendessen serviert, welches durch das traumhafte Sommerwetter und den angenehm erfrischenden See aber schnell wieder wettgemacht wird. Man fühlt sich müde, aber angenehm wohl - und so soll es ja auch sein. Und wir lernen Herrn Karl kennen - ein begnadeter Masseur, mit flinken Fingern, die mal sanft, mal kräftig Muskeln lockern, Lymphe ableiten, gestaute Stellen weich kneten und an der Wirbelsäule Klavier spielen. Herr Karl ist ein echtes Kärntner Kind, seine Liebe gilt der Musik und - wie fast alle Kärntner - singt er begeistert in einem Chor, vom Gospel bis zu Haydns Theresienmesse reicht sein weit gespanntes Repertoire. Wenn er nicht gerade auf seiner „Maschine” durch die Lande düst..

4. Tag

Bereits um 8 Uhr morgens erwartet uns Sara mit einem hoch technischen Gerät namens Galileo , welches uns zwar nicht ins Universum katapultiert, sondern soll „nur” unsere Muskeln trainiert. Die Hochfrequenzwippe rüttelt und schüttelte uns von unten bis oben durch und am Ende der ersten Anwendung hat man durchaus das Gefühl, man könne nun seine Knochen einzeln sortieren. Doch durch die mit Hilfe von Galileo ausgelösten Vibrationen „…werden zahlreiche Muskelkontraktionen ausgelöst welche zwangsläufig den Aufbau und die Leistungssteigerung zur Folge haben…”. Und das ist in der Tat so - gegen Abend wird der Untrainierte mit einem prächtigen Muskelkater belohnt, den man aber mit Hilfe von Franzbranntwein-Einreibungen durchaus erträglich halten kann.

Als nächster Punkt steht die nasale Reflextherapie nach Röder auf der Tagesordnung. Sie ist angenehm kurz, befreit erfreulich die Atemwege mithilfe eines in Öl getränkten Wattestäbchen. Gleich anschließend das Highlight des heutigen Tages - eine mit Rosenöl angereicherte aus allen Düsen sprudelnde Unterdruckmassage - die sich herrlich anfühlt. Eigentlich will man die Badewanne gar nicht mehr verlassen. Muss aber, da Frau Dr. Fink mit der täglichen Bauchmassage wartet - der, nunmehr schon gut durchmassiert das Drücken, Streichen und Klopfen ohne größere Geräusche über sich ergehen läßt.

Nach all diesen vormittäglichen Terminen bleibt bis zur Folterstunde bei Herrn Karls Händen mit den Quälix-Fingern , diesmal begleitet von Ravels Bolero, gerade mal Zeit das Mittagessen „kauend zu genießen”. Heute gibt es einen leckeren Gemüsecouscous, der vorzüglich mundet.

Der Nachmittag gehört dem Faulenzen und Entspannen, auf der Liegewiese am See - dem Schwanenehepaar zusehen, wie es seine Kinder behutsam mit dem nassen Element vertraut macht, die Enten beobachten und sich ein paar frecher Spatzen erwehren, die neugierig um einen herumhüpfen. Und natürlich darf der Sprung in den erfrischenden Wörthersee mit seinen gut 24°C nicht fehlen. Kein Wunder, dass man auch an diesem Abend bereits um 21.30 Uhr ins Reich der Träume entschwindet.

5. und 6. Tag

Man verbringt sie im Rhythmus von Morgengymnastik, Massagen, Muskeltraining, einer Lichttherapie-Sitzung , einem oder auch mehreren Besuchen im hauseigenen Beautysalon und viel viel Trinken. Hunger hat man längst keinen mehr, das langsam aber stetig wieder an Normalmengen angepasste Essen erscheint einem fast „Zuviel”. Aber wie lehrte man uns in der Ernährungsberatung? Wir essen nur so lange, bis ein Sättigungsgefühl eintritt - den Rest darf man dann getrost stehen lassen - und das tun wir auch, ohne jede Reue!

Das Wetter ist noch immer schön, kein Wölkchen verirrt sich am Himmel zwischen den Kärntner Bergen, der See wird immer wärmer, die Waage verliert die Kilos wie Banker die Milliarden. Keiner weiß, wo sie geblieben, niemand weint ihnen nach…

7. Tag

Ehe es Abschied nehmen heißt, gibt es noch einen umfassenden ärztlichen Besprechungstermin mit Frau Doktor. Viele gute Ratschläge, die man bitte nicht zu Hause sofort wieder vergesse n sollte, werden neben einer Auswahl von Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten, viele eigens für das Viva Mayr Resort hergestellt, mit im Gepäck verstaut. Herr Karl kommt und bittet zur letzten „Wohltat”, nur den Wunsch, diese singend zu vollziehen, mag er dann doch nicht nachkommen - schade eigentlich!

Und noch viel trauriger sind wir, als es dann nach einem letzten Mayr-Gourmet-Lunch endgültig „Servus Kärnten” heisst. Im Grunde genommen sollte man sich so einen Relaunch der Gesundheit , der laut Dr. Stossier im Idealfall drei, bestenfalls zwei und notfalls auch nur eine Woche dauern kann, gönnen. Die neu gewonnenen Kräfte sollten für die kommenden zwölf Monate reichen - und dann ist es ja wieder Sommer in Kärnten!

Kosten:

Alles hat seinen Preis - und solange das Preis-Leistungsverhältnis stimmt , wird ihn auch jeder gerne bezahlen. Und im Viva Mayr-Resort , welches erst kürzlich als „Best Medical Resort” ausgezeichnet wurde, stimmt es einfach. Dass dieses Angebot nicht zum Schnäppchen-Preis zu haben ist, wird kaum jemand verwundern. Andererseits bestimmt letztlich der Gast selbst, was er von den vorgeschlagenen Therapien und Anwendungen dann auch wirklich konsumiert.

Wer zu Hause noch ein bisschen weiter Mayrn möchte, kann aus einer umfangreichen Einkaufsliste von der Dinkelflade bis zur Topfenroulade alles mitnehmen.

Weitere Infos: www.viva-mayr.com




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