Phytotherapie - Heilkraft und Faszination der Pflanzen

Nach einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts von 2002 sind neun von zehn Patienten mit der Wirkung pflanzlicher Arzneimittel zufrieden. Auch Fachleute haben großes Vertrauen in die Phytotherapie: 36% der Befragten wurde ihr Präparat vom Arzt empfohlen, 32% kauften es auf Anraten des Apothekers.

Für den wachsenden Stellenwert pflanzlicher Arzneimittel im Gesundheitswesen gibt es gute Gründe, denn Phytopharmaka sind nicht nur anerkannt wirksam und haben weniger Nebenwirkungen als chemisch-synthetische Präparate, sie sind meisten auch noch preisgünstiger. Die wenigsten Patienten aber wissen, was rationale Phytotherapie ist und worin sie sich von traditionell angewandten Naturheilmitteln unterscheidet.

Rationale Phytopharmaka wissenschaftlich anerkannt
"Zwischen rationalen Phytopharmaka und traditionellen Zubereitungen bestehen grundlegende Unterschiede?, so der Pharmazeut und Phytopharmaka-Experte Prof. Dr. Henning Blume. "Rational? bedeutet, dass die Wirksamkeit dieser Medikamente durch pharmakologische und klinische Studien belegt wurde.

Die Homöopathie zählt nicht zur Phytotherapie
Anders verhält es sich mit der Homöopathie: Sie arbeitet mit so hohen Verdünnungen, dass sich die Substanzen kaum mehr messen lassen. Auch die so genannten traditionellen Mittel - wie Heilkräuter-Tees, Presssäfte und Pflanzenöle - sind niedrig dosiert. Sie besitzen zwar oft eine gewisse Wirksamkeit, doch ist diese nur durch Beobachtungen und Erfahrungen der Volksheilkunde belegt.

Phytopharmaka sind beliebt und erfüllen die gleichen Anforderungen wie Arzneimittel mit chemisch-synthetischen Wirkstoffen. Neben der Wirksamkeit müssen auch pharmazeutische Qualität und Sicherheit in der Anwendung wissenschaftlich geprüft und gewährleistet sein.

Gute Gründe sprechen für die Anwendung von rationalen Phytopharmaka:

Hohe Wirksamkeit
Ihre Wirksamkeit haben zahlreiche pflanzliche Arzneimittel in klinischen Studien sowie nicht zuletzt in der täglichen ärztlichen Praxis belegt. Dabei haben sie sich synthetischen Präparaten in der therapeutischen Wirksamkeit als ebenbürtig erwiesen; beispielsweise bestimmte Johanniskraut- und Ginkgo-Präparate.

Gute Verträglichkeit
In der Verträglichkeit sind pflanzliche Arzneimittel den chemisch-synthetischen weit überlegen: Höchst selten treten Neben- und Wechselwirkungen bei der Anwendung von Phytopharmaka auf.

Günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis
Aufgrund der hohen Wirksamkeit und der guten Verträglichkeit steht der angestrebte Behandlungserfolg pflanzlicher Arzneimittel in einem günstigen Verhältnis zu möglichen unerwünschten Wirkungen.

Geringere Kosten
Phytopharmaka sind oft preiswerter als Präparate mit synthetischen Wirkstoffen.

Extrakt ist nicht gleich Extrakt

Weil Phytopharmaka aus Pflanzen hergestellt werden - meist aus dem Extrakt bestimmter Pflanzenteile - können sich zwei Präparate in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden, auch wenn sie aus ein und derselben Pflanzenart gewonnen wurden. Je nach Ausgangsmaterial (Wachstumsbedingungen, Erntezeit etc) und Herstellungsverfahren ergeben sich ganz unterschiedliche Arzneimittel zum Beispiel mit unterschiedlichen Konzentrationen der einzelnen Inhaltsstoffe. Damit können sie natürlich auch unterschiedlich wirksam und verträglich sein.

Pflanzenarznei: Besser aus der Apotheke

Bei Pflanzenarznei ist es wichtig, ein hochwertiges und standardisiertes Präparat mit einem ausreichend hohen Wirkstoffgehalt auszuwählen, sagt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt. Ein bewährtes Präparat gegen ein billigeres auszutauschen, empfiehlt er nicht, da es den Therapieerfolg gefährden könne.

Wie aber können Patienten die Spreu vom Weizen trennen? Es ist ratsam, pflanzliche Arzneimittel nicht in Drogerie- und Supermärkten zu kaufen. Diese Produkte sind zwar mitunter preisgünstiger, doch ist nicht garantiert, dass sie die gleiche Güte und Wirksamkeit besitzen wie apothekenpflichtige.
Wer sichergehen will, sollte Arzneimittel also nur in der Apotheke kaufen: Der Apotheker kennt die Qualität und die Wirksamkeit der Medikamente und kann Patienten darum fachkundig beraten.

Vorsicht vor unlauteren Angeboten
Von Nahrungsmitteln mit pflanzlichen Inhaltsstoffen - wie Joghurt mit Johanniskraut- oder Erfrischungsgetränke mit Ginkgo-Zusatz - rät Marcela Ullmann vom Komitee Forschung Naturmedizin in München ab: Sie fallen nicht unter das Arzneimittelgesetz und müssen lediglich einige hygienische Vorschriften erfüllen. "Oft machen die Hersteller dieser Produkte falsche Versprechen." Die Konzentration der Wirkstoffe sei in diesen Produkten meistens viel zu gering.

Tipps für den Patienten

Arzneimittel sollte man nur in der Apotheke kaufen
Wenn die Beschwerden ernster Natur sind (z.B. starke Blutungen, Krämpfe, Atemnot, Herzrasen, Lähmungen), muss der Patient sofort den Arzt aufsuchen.

Wenn die Beschwerden trotz des pflanzlichen Arzneimittels längere Zeit anhalten, ist der Arztbesuch ebenfalls anzuraten

Beim Arztbesuch sollte man dem Arzt erzählen, welche Medikamente man einnimmt - das gilt auch für Phytopharmaka. Denn zwischen den verschiedenen Präparaten sind unerwünschte Wechselwirkungen möglich.

Die im Beipackzettel angegebene Dosierung sollte man nicht ohne Absprache mit dem Arzt ändern.

Pflanzliche Präparate sind meistens verträglicher als synthetische Medikamente. Aber auch pflanzliche Arzneimittel sind Medikamente und müssen darum verantwortungsvoll angewendet werden.

Weitere Informationen zu pflanzlichen Arzneimitteln finden Sie unter: www.phytotherapie-komitee.de oder unter www.schwabe.de

Videos zur Herstellung von Phytopharmaka finden Sie unter: www.schwabe.de

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