Iberogast: Geburtsstunde eines Klassikers

Von der Leber zum Magen

Die 60er-Jahre war in vielerlei Hinsicht nicht nur eine turbulente, sondern auch eine Zeit voller Tatendrang. Nach den langen entbehrungsreichen Kriegsjahren ging es endlich wieder bergauf. Die Tische waren reich gedeckt, die bohnenstangendünnen Deutschen setzten wieder Speck an. Doch mit dem Speck kamen die Probleme: Sodbrennen nach üppigen Festmahlen gehörte ebenso dazu wie die obligate Zigarre der Herren oder das Gläschen Likör bei den Damen. Kein Wunder also, dass in Bezug auf Magenmedikamente damals einiges in Bewegung war. Denn die Leiden wollten ja behandelt werden und so erfreuten sich auch Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure bei Sodbrennen großer Beliebtheit.

Auch im Hause Steigerwald hatte man die Zeichen der Zeit erkannt und verfolgte das ehrgeizige Ziel, ein pflanzliches Magenmedikament mit einer möglichst umfassenden Wirkung zu entwickeln. Es sollte möglichst gleichzeitig bei unterschiedlichen Magen- und Darmbeschwerden Abhilfe bringen. Wichtige Erkenntnisse aus der Lebertherapie wiesen dem Steigerwald-Forscherteam dabei den Weg. Ging man doch davon aus, dass sich Störungen der Leber auch auf andere Körperorgane auswirken können. So war beispielsweise eine positive Wirkung auf die Leber von Iberis amara bekannt. Und es dauerte nicht lange, bis diese ungewöhnliche, senfölhaltige Heilpflanze als wichtigen Bestandteil des neue zu entwickelnden Arzneimittels feststand und ihm später auch seinen Namen gab: Iberogast.

Doch noch war es nicht so weit. Um dem Ziel eines umfassenden Kombinationspräparates für den Magen näher zu kommen, wurde auch die Wirkung von Angelikawurzel, Mariendistel, Schöllkraut, Melisse, Pfefferminze, Kamille, Kümmel und Süßholzwurzel näher unter die Lupe genommen. Zwar war deren individuelle Wirkung auf einzelne Magenbeschwerden bekannt, ihre Wirkweise als Teamplayer lag allerdings noch im Dunkeln. In umfangreichen Testreihen untersuchte das Steigerwald-Forscherteam verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, um eine möglichst umfassende Wirkung zu erzielen.

Und schließlich war die ideale Lösung - das Erfolgsrezept - da. Im Januar 1960 gab es Grund zur Freude in den medizinwissenschaftlichen Labors von Steigerwald: Iberogast, das Kombinationspräparat aus neun Heilpflanzen, konnte auf den deutschen Markt gebracht werden. In unveränderter Rezeptur hilft Iberogast seit nunmehr 50 Jahren Groß und Klein bei verschiedenen Formen von Magenbeschwerden.

Mittlerweile belegen mehr als 100 Publikationen (Klinische Studien, Untersuchungen zur Pharmakodynamik, Pharmakokinetik, Toxikologie und Phytochemie) die Wirksamkeit von Iberogast.




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