Wunder in der Nussschale: Die Haselnuss

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Heilpflanze, Jungbrunnen und Weihnachtsleckerei

Sie begleitet die Europäer seit der Jungsteinzeit. Seit etwa 7000 Jahren wächst der Strauch bei uns, zuerst in den ausgedehnten Eichenwäldern, die sich nach der letzten Eiszeit entwickelten, dann in unmittelbarer Nähe der allerersten Dörfer. Bei allen Ausgrabungen vorgeschichtlicher Ansiedlungen fand man immer Haselnüsse.

Viele alte Kultstätten sind nach der Haselnuss benannt, sie ist eine keltisch-germanische Zauberpflanze. In ihr wohnt (wie im Holunder) die „liebe Frau“, zu der man Kümmernisse und Sorgen trägt. Das Märchen vom Aschenbrödel, in dem unter der Hasel Wunder geschehen, ist eine eindrucksvolle Erinnerung daran – es wird einen Grund haben, dass es zu den wenigen Märchen gehört, die Kindern auch heute noch erzählt werden…

Vielleicht weil eine Haselnuss ein wenig an die Hoden eines Mannes erinnert, ist sie seit Urzeiten Fruchtbarkeitssymbol. Die Pflanzen-Schriftsteller der Antike verfassten lange Texte darüber und dafür hatten sie „dem Volk aufs Maul geschaut“. Viele Volkslieder spielen darauf an. Zum Zeichen der Liebe und Verbundenheit schenkte man sich früher zu Weihnachten Haselnüsse – heute bereitet man Gebäck daraus zu – nie ist der Konsum so hoch, wie gerade in der Zeit vor dem 24. Dezember. Und in der Christnacht werden die Haselnusssträucher kräftig geschüttelt, dann kommen Glück und Liebe ins Haus. Für ein Liebesorakel, bei dem der zukünftige Bräutigam oder die Braut erscheinen, soll in der Christnacht an einem Pfahl aus Haselholz gerüttelt werden (womöglich im Gartenzaun): „Gartenzaun ich schüttel dich, feines Lieb, ich wittre dich“, sagt man dabei. Dann hört man entweder den Namen des künftigen Partners oder man sieht mit dem zweiten Auge, wie er (sie) aussieht. In manchen Regionen stellte man früher ein Körbchen voller Haselnüsse neben das Brautbett – mit dem Hintergrund, man möge nicht so schnell erlahmen und möglichst für viel Nachwuchs sorgen.

Warenkunde

Bei Nüssen in der Schale ist leicht feststellbar, ob sie aus frischer Ernte stammen. Man schüttelt die Früchte. Wenn es in der Schale klappert, sind die Nüsse bereits alt. Bei geschälten Nüssen kann man anhand der Farbe das Alter feststellen. Frische Nüsse haben sind annähernd weiß, je gelblicher sie aussehen, desto älter sind die Früchte. Ranzige Nüsse erkennt man häufig am Geruch, manchmal auch nur am Geschmack. Schimmlige Nüsse auf keinen Fall verwenden, sie sind gesundheitsschädigend. Bei Lagerung bei ca. 0 Grad (Kühlschrank), sind ganze Haselnüsse (ungeschält) etwa 1 Jahr haltbar. Geschälte Nüsse im Kühlschrank etwa 4 Wochen.

Inhaltsstoffe:

100 g = 650 Kalorien. Empfohlene Menge täglich: 25 g Nüsse, mehr als die Hälfte davon (etwa 65 %) bestehen aus den wertvollen ungesättigten Fettsäuren. Viel Vitamin E und B-Vitamine (B1, B6, B2, Niacin) Magnesium, Eisen, Kalium, Phosphor, Kalzium
Phytosterine

Achtung: Haselnüsse haben Allergiepotenzial. Menschen mit einer Birkenpollenallergie müssen damit rechnen, dass sich eine sogenannte Kreuzallergie entwickelt. Hasel sind mit Birken eng verwandt. Es hilft nur eines: vermeiden!

TIPP: Viele leckere Rezepte mit Haselnüssen gibt es im Buch Die Kräuter in meinem Garten




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