Herpes zoster: Eine grausame Erkrankung

Auslöser der Erkrankung ist das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Dieses Virus verursacht bei Erstansteckung die meist harmlos verlaufenden Windpocken, persistiert nach dem Abklingen der Symptome allerdings lebenslang im Nervensystem und wird vom intakten Immunsystem in Schach gehalten.

Wird die Immunabwehr nun aber durch:

  • höheres Lebensalter
  • andere Infektionserkrankungen
  • Erkrankung wie Krebs oder andere chronische Entzündungen (z.B. HIV)
  • Behandlung mit Medikamenten, die die Immunabwehr reduzieren
  • intensivmedizinische Behandlung (z.B. nach Unfall, Verbrennungen )
  • starke Stressbelastungen bzw. Schlafmangel gesenkt, führt dies zur Reaktivierung des Virus und zum Ausbruch einer Gürtelrose.

Jeder vierte bis fünfte Erwachsene leidet einmal in seinem Leben an dem häufig halbseitig am Körper auftretenden, bandförmigen, bläschenartigen Ausschlag meist im Zwischenrippenbereich; seltener an Armen, Beinen und Rücken.

Als Sonderformen gelten Zoster-Erkrankungen:

  • am Auge, die sogar zur Erblindung führen kann
  • an den Gesichtsnerven mit zumindest vorübergehender Lähmung
  • an den Ohren mit Taubheit und Gleichgewichtsstörungen
  • an den äußeren Geschlechtsorganen
  • sowie eine generalisierte Form bei sehr schwerer Immunschwäche (AIDS, Leukämie u. a. Krebsarten), die durchaus lebensbedrohlich ist

Allen Formen gemeinsam ist ein fast unerträglicher, stechend-brennender Schmerz, der die Betroffenen nicht selten sogar an Selbstmord denken lässt.

Normalerweise heilt eine Gürtelrose nach 2 bis 4, manchmal auch erst nach 10 Wochen ab. Die Bläschen verkrusten langsam und auch die verbundene Lymphknotenschwellung bildet sich zurück.

In 10 bis 30 Prozent der Fälle allerdings kommt es zur sogenannten Post-Zoster-Neuralgie - die Schmerzen werden chronisch und können einen Patienten Monate, Jahre oder gar lebenslang quälen und in seiner Lebensqualität stark einschränken.

Ist Herpes zoster ansteckend?

So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten. Die Bläschen enthalten v. a. in den ersten Tagen den VZ-Virus, dieser führt aber i. d. R. zu einer Windpocken-Infektion. Sollte man bereits die Windpocken gehabt haben und darf man ein gesundes Immunsystem sein Eigen nennen, so passiert überhaupt nichts. Vorsichtig sollten allerdings Schwangere im Umgang mit Gürtelrose-Patienten walten lassen!

Wie kann man vorbeugen?

Zur Zeit gibt es einen Impfstoff (Zostavax™), der 51% der Gürtelrose-Erkrankungen und gut 66% der Post-Zoster-Neuralgien bei 60-jährigen verhindern kann. Entscheidender Nachteil dieses Lebendimpfstoffes ist leider, dass sich seine Wirksamkeit mit den Lebensjahren verringert. Außerdem ist er bei immungeschwächten Menschen, die ja zur besonders gefährdeten Gürtelrose-Gruppe gehören, kontraindiziert.

Hoffnung gibt ein zur Zeit getesteter Totimpfstoff, der nach zweimaliger Impfung einen Schutz von um die 97% verspricht und auch bei Immunschwäche geeignet ist.




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