Muskuloskeletale Erkrankungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Dachverband Osteologie e.V. (DVO) waren sich auf dem Osteologie Kongress 2010 darüber einig, dass gesunde Knochen eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind. Unisono erklärte man daher auch: “Wir müssen konsequent neue Behandlungsmethoden und Präventionsansätze erforschen, um der stetig wachsenden Anzahl an Erkrankungen im Bewegungsapparat entgegen zu wirken”.

In den Industrieländern steigen auf Grund der demografischen Entwicklung, aber auch durch den Wandel an Lebensgewohnheiten bedingt, die so genannten muskuloskeletalen Erkrankungen, rasant an. Fünf der zehn häufigsten Diagnosen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen, gehören heute bereits zu diesem Symptomenkreis. Vor allem durch die Förderung nationaler Forschungsverbünde in Deutschland sollen die Entstehung und der Verlauf muskuloskeletaler Krankheiten besser verstanden und innovative Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt werden.

Ziel ist, dass

  • Knochenerkrankungen endlich als ernsthafte Krankheiten wahrgenommen werden
  • Prävention stärker in den Mittelpunkt von Aufklärung und Forschung gerückt wird
  • Forscher sich stärker auf das eigentliche Ziel konzentrieren und Strategien entwickeln können, die sich auf das Regenerieren anstatt allein auf das Therapieren konzentrieren

Messungen der Gelenkbelastungen

So arbeiten im Julius Wolff Institut der Charité eine Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Georg Bergmann an der Messung der Gelenkbelastungen direkt im Patienten. Die Knochenneubildung und der Knochenumbau nach Frakturen und Gelenkersatz ist außer von biologischen Faktoren auch entscheidend von der mechanischen Belastung abhängig. Auch das Fortschreiten einer Arthrose und die Funktion von Knochen- und Knorpelersatz wird von zu hohen Belastungen ungünstig beeinflusst. Die mechanischen Belastungen der Gelenke und Knochen konnten bisher nur mit großen Unsicherheiten abgeschätzt oder durch Computersimulationen bestimmt werden. Daher ist es von größtem Vorteil, die tatsächlichen Belastungen in den Gelenken zu kennen. Die Kräfte im Hüft-, Knie- Schultergelenk und auch in der Wirbelsäule werden langfristig gemessen, was bislang weltweit keiner anderen Gruppe gelungen ist. Hierzu wird eine speziell entwickelte Mikro-Telemetrie in die Gelenkimplantate eingebaut, sodass man die Belastungen unmittelbar auf einem Monitor beobachten kann. Die Daten werden nach ihrer wissenschaftlichen Auswertung auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

In der Datenbank www.OrthoLoad.com sind bereits eine Vielzahl von Messungen an verschiedenen Gelenken abrufbar. Diese Sammlung von Messungen wird ständig ausgebaut und ist die einzige Datenbank dieser Art.




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