Restless Legs Syndrom

Leider, uns das muss hier einmal ganz deutlich gesagt werden, sind noch immer viele Ärzte nicht in der Lage Patienten mit RLS richtig zu therapieren. Schlafstörungen werden oft als harmlos abgetan, der Griff zum Rezeptblock und die Verordnung mehr oder weniger wirkungsvoller harmloser Schlaftabletten ist die Regel. Dabei kann heute statistische nachgewiesen werden, dass praktisch jeder 10. im Alter zwischen 30 und 79 Jahren an dieser Krankheit leidet. Doch nur 13% der Betroffenen, die mit ihren Symptomen zum Arzt gehen, bekommen auch die richtige Diagnose und damit Hilfe.

Dabei sollten Ärzte bei Patienten mit Schlafstörungen immer auch an RLS denken. Die Diagnose lässt sich relativ einfach anhand von vier Minimalkriterien stellen:

  • Bewegungsdrang der Beine, gewöhnlich begleitet von oder verursacht durch Empfindungsstörungen (Parästhesien)
  • Bewegungsdrang und Empfindungsstörungen treten auf oder verschlechtern sich im Ruhezustand bzw. bei körperlicher Inaktivität wie Sitzen oder Liegen
  • Bewegungsdrang und Parästhesien bessern sich bei Aktivitäten wie Laufen oder Dehnen
  • Die Symptome sind abends oder nachts schlimmer oder treten ausschließlich abends oder nachts auf

RLS - kein Bagatell-Leiden

Daß RLS keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, mitschwerwiegende Folgen für Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Denn der chronische Mangel an erholsamem Schlaf führt u.a. zu starker Tagesmüdigkeit und vermindertem Antrieb. Vor allem die unwillkürlichen Bewegungen, die gerade in Phasen der körperlichen Ruhe oder Immobilität auftreten, z. B. im Theater oder im Kino, behindern die Betroffenen, verhindern nicht selten ein befriedigendes Sozialleben. Fehlzeiten am Arbeitsplatz aufgrund mangelnder Nachtruhe, Depressionen, sozialer Rückzug und Unfälle sind Krankheitsfolgen, die es durch eine frühe Diagnose sowie eine adäquate symptomatische Therapie unbedingt zu verhindern gilt.

RLS-Therapie

In der Therapie der idiopathischen RLS sind in Deutschland Levodopa und die non-ergolinen Dopaminagonisten Ropinirol und Pramipexol (Sifrol®) zugelassen. Bei mittelschwerer bis schwerer idopathischer RLS sind Dopaminagonisten wie Sifrol® (Pramipexol) laut DGN die erste Wahl (DGN-Leitlinien, 2007). Die empfohlene Anfangsdosis von Sifrol® bei RLS beträgt 0,088 mg/d (entspricht ½ Tablette 0,18 mg Pramipexol). Die Dosis kann, wenn erforderlich, alle 4-7 Tage bis auf maximal 0,54 mg pro Tag erhöht werden. Pramipexol ist schnell und dauerhaft wirksam: bereits nach einmaliger Anwendung unter niedriger Dosierung (0,18 mg) bessert sich die Symptomatik signifikant versus Placebo (Manconi et al 2006).

Eine Langzeitstudie belegt außerdem die langfristige Wirkung und Verträglichkeit von Sifrol® (Montplaisir J et al., 2006): bei 152 Patienten mit idiopathischem RLS, die über ein Jahr kontinuierlich mit Pramipexol behandelt wurden, konnte eine durchschnittliche Abnahme des RLS-Schweregrads um 80,9% festgestellt werden. Die Schlafqualität der Betroffenen verbesserte sich dadurch nachweislich.




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