Sanfte Blutgewinnung: Fünf Irrtümer

Prof. Koschinsky klärt über Irrtümer auf und zeigt, wie die Blutgewinnung möglichst schmerzfrei gelingt.

Irrtum 1:

Für den Piks eignet sich die Mitte der Fingerkuppe.

Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) wählt mit der Mitte der Fingerkuppe die schmerzhafteste Stelle zur Blutgewinnung. Angenehmer gelingt die Blutgewinnung an der seitlichen Fingerbeere oder auch am Daumenballen. Prof. Koschinsky: „Der Informationsstand deckt sich oft nicht mit dem neuesten Wissensstand. So ist beispielsweise die Blutgewinnung dank moderner Stechhilfen sanfter geworden. Viele Betroffene sind aber nur unvollkommen informiert.”

Irrtum 2:

**Es macht nichts, immer an derselben Stelle zu piksen. **

Rund jeder Dritte (32 Prozent) wechselt die Einstichstelle nicht - dabei gelingt die Blutgewinnung bei häufigem Wechsel der Einstichstelle sanfter. Prof. Koschinsky: „Bestimmte Fehler häufen sich, oft aus Unwissenheit oder Gewohnheit. Oft liegt der Irrglaube vor, dass das Stechen in die Hornhaut, die sich bei manchen Patienten schon an der immer wieder benutzten Stelle gebildet hat, weniger schmerzhaft sei. Schlechte Gewohnheiten, die sich eingeschlichen haben, gilt es für eine sanfte Blutgewinnung abzulegen.” Bei der Blutgewinnung sollte außerdem auf gut durchblutete Finger geachtet werden - dies berücksichtigt jedoch weniger als die Hälfte der Befragten (47 Prozent).

Irrtum 3:

**Die Lanzette stumpft bei mehrfacher Verwendung nicht ab. **

Das glaubt jeder Zweite. Lanzetten, die Bestandteil jeder Stechhilfe sind, werden durchschnittlich acht Mal zur Blutgewinnung benutzt. Prof. Koschinsky: „Aus Gründen der Abnutzung, die die Blutgewinnung unnötig schmerzhaft macht, und der Hygiene sollte eine Lanzette nur einmal benutzt werden.”

Irrtum 4:

**Je dünner die Lanzette, desto schmerzärmer die Blutgewinnung. **

Das denken fast acht von zehn Befragten (79 Prozent). Prof. Koschinsky: „Dabei sind zum Beispiel der Schliff der Lanzette oder die Vermeidung seitlicher Nachschwingungen wichtige Aspekte, wenn es um eine möglichst sanfte Blutgewinnung geht. Die Mehrzahl der Menschen mit Diabetes und auch viele der professionellen Ansprechpartner fassen unter dem Aspekt ,Dünne der Lanzette´ alle möglichen Eigenschaften zusammen.” Aus Unkenntnis verwenden 97 Prozent der Befragten keine Stechhilfe, die seitliche Schwingungen beim Stechvorgang vermeidet und so eine besonders sanfte Blutgewinnung ermöglicht, wie etwa die Accu-Chek Multiclix Stechhüfe. 61 Prozent achten nicht auf die Einstichtiefe ihrer Stechhilfe und passen diese nicht an ihre Hautdicke an. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) glaubt irrtümlicherweise, das Schmerzempfinden sei unabhängig von der Einstichtiefe.

Irrtum 5:

**Diabetesschulung? Brauche ich nicht! **

Ein Drittel der Befragten hat noch nie an einer Diabetesschulung teilgenommen. Bei fast der Hälfte derjenigen, die eine Schulung besucht haben (44 Prozent), liegt diese länger als zwei Jahre zurück. Prof. Koschinsky: „Menschen mit Diabetes nehmen zu selten Schulungen in Anspruch. Dabei bereiten alltagsnahe Schulungen mit praktischen Übungen auf die typischen Situationen des Diabetes-Selbstmanagements vor. Einmal angeeignete schlechte Gewohnheiten lassen sich im Nachhinein nur sehr schwer wieder ändern.” Gut informierte und geschulte Patienten sind gerüstet für den Alltag mit Diabetes, machen weniger Fehler und sich selbst damit das Blutzucker-Selbstmanagement einfacher. Deshalb sollte alle zwei Jahre eine Nachschulung besucht werden. Wer in einem so genannten Disease Management Programm (DMP) für Diabetiker eingeschrieben ist, hat Anspruch auf eine von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlte Schulung.

Der Blutzucker-Selbstmanagement Report Deutschland 2006 ist im Internet komplett abrufbar unter www.diabetes-world.net




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