Vorhofflimmern: Garfield-Register

Vorhofflimmern - über 6,3 Millionen weltweit sind von dieser Herzrhythmusstörung betroffen. Angesichts der demografischen Entwicklung wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 vermutlich verdoppeln. Nationale und internationale Fachgesellschaften empfehlen daher bei Risikopatienten eine orale Antikoagulation. Das GARFIELD-Register gibt Auskunft darüber, inwieweit diese Empfehlungen auch angewandt werden

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Kardiovaskuläre Erkrankungen, wie der Schlaganfall, gelten nicht nur als die Hauptursache für Behinderungen im Erwachsenenalter sondern sind auch weltweit die Todesursache Nummer 1.

Zur Prävention oder Behandlung von schweren und auch lebensbedrohlichen kardiovaskulären Erkrankungen werden sogenannte gerinnungshemmende Arzneimittel eingesetzt. Vor dem Beginn einer Therapie mit Antikoagulantien sollte der Arzt sorgfältig die individuellen Nutzen und Risiken für den jeweiligen Patienten abwägen.

Versorgungslage bei Vorhofflimmern

Zeitlich gestaffelt wird das GARFIELD-Register über 55000 Patienten aus 50 Ländern mit neu diagnostiziertem nicht-valvulärem VHF und mindestens einem weiteren Schlaganfall- Risikofaktor eingeschlossen, berücksichtigen. Die Daten zur Effektivität der Versorgung werden während einer mindestens zweijährigen Nachbeobachtungszeit erhoben. Die bereits vorliegenden Kohorten machen allerdings sehr nachdenklich, denn die Versorgung der Betroffenen entspricht in vielen Fällen nicht den Leitlinien. Professor Sylvia Haas aus München weiß zu berichten, dass betroffene Patienten „….entweder …überhaupt nicht antikoaguliert oder aber mit weniger effektiven Thrombozyten-Aggregationshemmern behandelt „ wurde. Defizite zeigten sich aber auch, wenn Patienten eine VKA-Therapie erhielten, denn 57 % davon waren nicht richtig eingestellt. Wie Professor Haas berichtete, ist „… es bekannt, dass eine inadäquate INR- Einstellung die schützende Wirkung der VKA vollständig aufheben kann…“.

NOAK (nicht orale Antikoagulantien) besitzen, wie man weiß, eine vorhersagbare Wirkung, keine Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und nur wenige Indikationen mit häufig verwendeten anderen Arzneimitteln. Zudem bewirken die NOAKs eine statistisch nachgewiesene Minderung von Schlaganfällen und Embolien.

Das GARFIELD-Register weist aber nicht nur auf Unter- bzw. Fehlversorgungen, sondern auch auf vorkommende Überversorgung der Patienten hin. So erhielten auch jene Patienten eine Antikoagulation, bei denen diese Therapie gar nicht notwendig war. Das Register zeigt auch, dass bis zu 2/5 der Patienten mit Thrombozyten-Aggregationshemmern therapiert wurden, obwohl diese zur Schlaganfall-Prophylaxe bei VHF nur auf wenige Patienten (z.B. Patienten, die jegliche Form von oraler Antikoagulation ablehnen) beschränkt werden sollte.

Therapievorteile bei NOAK

Da die Schwierigkeiten bei der Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten, speziell die immer wieder anzupassende Dosis, sowie die zahlreichen Wechselwirkungen bei Nahrungsmitteln hingegen hinlänglich bekannt sind, weist u.a. Professor Thomas Schramm aus Köln auf die Vorteile der NOAKs wie Rivaroxaban (Xarelto®) hin. NOAKs vereinfachen die Therapie für Arzt und Patient deutlich, denn „…engmaschige Gerinnungskontrollen sind nicht mehr notwendig, und die Ernährung ist im Vergleich zu den VKA unproblematisch.“

Rivaroxaban

Rivaroxaban, Markenname (Xarelto ® ) wurde von Bayer HealthCare synthetisiert und wurde gemeinsam mit Janssen Research & Development, LLC entwickelt. Es ist unter den neuartigen oralen Gerinnungshemmern das Medikament mit den meisten zugelassenen Indikationen und im Bereich der venösen und arteriellen Thromboembolien in Deutschland in vier Anwendungsgebieten bei Erwachsenen verfügbar:

  1. Zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit nicht- valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren.?
  2. Zur Behandlung und Prophylaxe von rezidivierenden Tiefen Venen-Thrombosen (TVT)
  3. Zur Behandlung und Prophylaxe von rezidivierenden Lungenembolien (LE)
  4. Zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien nach elektiven Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen



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