Stress löst Sehstörungen aus

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Retinopathia centralis serosa (RCS)

Diese von Augenärzte auch als die „Managerkrankheit“ des Auges benannte Krankheit ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, um so mehr jedoch ihre Auswirkungen, die zu langen Ausfallzeiten im Beruf führen können. Immer häufiger sehen Augenärzte junge Patienten, die wegen neu aufgetretener Sehstörungen in die Sprechstunde kommen. Wie Augenärzte berichten, sind diese fast immer männlichen Patienten jung und dynamisch, ehrgeizig, ungeduldig und angesichts der Sehstörungen stark verunsichert. Häufig ergibt die augenärztliche Untersuchung nur eine leichte Weitsichtigkeit, die zunächst mit einer Brille korrigiert werden kann.

Um die Veränderungen auf der Retina – der Netzhaut des Auges – zu finden, muss der Augenarzt genauer hinsehen. Oft gelingt die Diagnose nur mit einem Spezialgerät, der optischen Kohärenztomografie (OCT) , bei der ein diagnostischer Laserstrahl die Retina abtastet. Er zeigt, dass sich die Netzhaut an manchen Stellen leicht angehoben hat und man darunter häufig Flüssigkeitsansammlungen erkennen kann. In schweren Fällen kommt es zu Mikrorissen und zum Austritt der Flüssigkeit in den Augapfel.

Die Ursache der RCS ist bislang unbekannt. Doch die Forscher vermuten seit Längerem einen Zusammenhang mit der Persönlichkeit der Patienten. Untersuchungen zeigen, dass viele Patienten eine sogenannte Typ A-Persönlichkeit haben, die mit erhöhter Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut einhergeht. Örtlich begrenzte Schrankenstörungen an der Grenzsicht führen dazu, dass sich dort die Netzhaut vom Untergrund ablöst. Ebenso können örtlich begrenzte Minderdurchblutungen der Aderhaut eine Ursache sein. Weitere Ursachen wie genetisch bedingte Anfälligkeit oder eine Infektion mit dem Magenkeim Heliobacter pylori werden diskutiert.

Die meisten Patienten erholen sich bald wieder von den Sehstörungen, denn die Retinopathia centralis serosa hat eine hohe Spontanheilungsquote. Bei vielen Patienten kommt es jedoch immer wieder zu Rückfällen, sie sind über Monate krankgeschrieben. „In diesen Fällen raten wir zu einer Behandlung“, so Professor Roider, Präsident der DOG . Medikamente, die die Wirkung der Glukokortikoide hemmen, sind jedoch meist ebenso erfolglos wie Betablocker. „Wir empfehlen daher eine Laserbehandlung oder eine low fluence Photodynamische Therapie (PDT)“, rät der DOG-Experte. Dabei versiegelt der Augenarzt die Netzhaut durch Laserlicht mit dem Untergrund. Diese Behandlung ist heute Standard bei Netzhautablösungen. „Neue Varianten haben das Komplikationsrisiko gesenkt, so dass die Therapie auch bei den meist jüngeren Patienten eingesetzt werden kann“, betont Roider.




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