Wer an den Bodensee reist, kommt um Schiffe kaum herum. Sei es die Fähre, die 24 Stunden am Tag Reisende mit und ohne vier oder zwei Rädern von Meersburg nach Konstanz transportiert, seien es die zahlreichen Ausflugsschiffe oder nur gemietete Tretboote. Diese gibt es übrigens in unzähligen Ausführungen, vom Schwan bis zum Ferrari. Was besonders Kindern gefällt.
Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf, die äußerst lebendige Stadt Konstanz und das sie umgebende westliche Bodenseegebiet zu erkunden. Vom Hafen aus grüßt die gemächlich um ihre Achse rotierende Statue der Imperia mit weit ausgebreiteten Armen die Gäste, lädt sie ein, sich ganz auf das pulsierende Leben dieser so geschichtsträchtigen Stadt einzulassen. Mitten im Geschehen, im Herzen der Altstadt, bietet dazu das bereits um 1414 errichtete Hotel Barbarossa den idealen Ausgangspunkt zu längeren und kürzeren Stadterkundigungen. Aber keine Sorge, die Historie ist zwar alt, das Hotel jedoch äußerst komfortabel und modern ausgestattet. Es fehlt - außer an einem Parkplatz vor der Tür - an nichts. Und den gibt es natürlich auch. Was genau Barbarossa damit zu tun hat, hat sich uns allerdings nicht wirklich erschlossen. Dafür waren Frühstücksbüffet, Restaurant und vor allem das kompetente Personal mehr als lobenswert.
Konstanz, von zahlreichen Studenten erobert, gilt als die Einkaufsstadt am Bodensee - auch, weil die Grenze zur Schweiz wirklich nur einen Katzensprung entfernt ist. Das zeigt sich unter anderem an den zahlreichen Juwelierläden in der Altstadt und deren gehobenen Angeboten. Shopping in Konstanz - Herz was willst Du mehr? Zahlreiche kleine, feine Lädchen mit allem, was man eigentlich nicht wirklich braucht, aber gerne mit nach Hause nimmt. Wer gerne bummelt, probiert, sich freundlich beraten lässt, der sollte schon allein deswegen einen Ausflug nach Konstanz planen!
Aber wir wollten natürlich vor allem Konstanz’ Historie in uns aufnehmen. Das Konzil, der tschechische Reformator Hus und ein Jahrhundert später sein deutscher Gegenspieler Luther, sie haben die Geschichte der Bodenseestadt bereits vor 600 Jahren geprägt. Wer sich für diese interessiert, wer wissen will, was genau am Konzil vor sich ging, warum es einen Judenturm gibt und was es mit Hexen und Katzen auf sich hat - der braucht eine kompetente Stadtführung. Weder Wikipedia noch sämtliche Social Media-Kanäle können so umfassend und spannend von den Gegebenheiten in Konstanz erzählen, uns in krummen Gässchen verborgene Frauenklöster oder die älteste, seit 1607 dauerhaft bespielte Theaterbühne zeigen und gleichzeitig vor berüchtigten Kratzsteinen an den Hausecken warnen. Und wenn es tatsächlich einmal regnet, dann ab ins Rosgartenmuseum zur Ausstellung „Maskeraden – Als die Fasnacht noch Fasching hieß“ (läuft noch bis zum 11. Januar 2026). Konstanz ist reich an Mythen und wahren Geschichten, Hexen, Dämonen und Klischees weben sich ineinander wie eine reich bestickte Decke. Kaum jemand weiß heute noch, dass in Konstanz einst der einzige Papst nördlich der Alpen gewählt wurde. Im Herbst 2025 wird das Asisi-Panorama in einem rund 50 Meter hohen Turm eröffnet. Es spiegelt die Konzilgeschichte aus verschiedensten Perspektiven lebendig wider und wird mit Sicherheit ein Highlight eines Stadtbesuchs.
Ein Altstadt-Spaziergang kommt weder am Münster noch an dern den Hafen überragenden Imperia des Bodensee-Künstlers Lenk vorbei. Er lädt aber auch zum Gaumenschmaus im Konzilgebäude ein, schlängelt sich durch zahlreiche, teilweise winzige verwinkelte Gässchen mit den absonderlichsten Geschäften, um am großen Stadttor kurz nach dem Hus-Haus zu enden. 1500 Jahre Geschichte, von Pfahlbauern, Kelten, Römern, Rittern und mittelalterliche Herrschern haben unlöschbare Spuren hinterlassen und werden in den verschiedenen angebotenen Stadtführungen buchstäblich hautnah erlebbar den Besuchern vermittelt.1 2
Zweifelsfrei ist Konstanz das Herzstück des westlichen Bodenseekreises. Diese Region, die durch ihre malerische Uferlandschaft, das milde Klima und die Nähe zur Schweiz besticht, ist ein ideales Reiseziel für Familien, Paare und Naturliebhaber. Per Schiff läßt sich die Blumeninsel Mainau mehrmals am Tag erreichen. Sie ist mit ihren beeindruckenden Gärten, dem Schmetterlingshaus und den Spielplätzen ein ein Paradies für Blumenliebhaber und Familien. Regentage mit Kindern locken ins Abenteuer-Land Konstanz mit seinem Indoor-Spielplatz, wo sich Kinder auf Rutschen, Klettertürmen und Trampolinen austoben dürfen.
Der westliche Bodensee – auch als „Untersee“ bezeichnet – liegt dort,
Wo der Rhein den Bodensee verlässt und Richtung Schaffhausen fließt, nennt sich der Bodensee nur noch Untersee. Sanfte Hügel, Obstgärten und Weinberge prägen die Landschaft, während malerische Städtchen und Dörfer lange kulturelle Traditionen pflegen.
Geprägt von der einzigartigen Verbindung aus See- und Vulkanlandschaft, zeigt sich besonders markant der Hegau mit seinen bizarren Vulkankegeln, die sich wie Burgen aus der Ebene erheben. Von der Burgruine Hohentwiel eröffnet sich ein weiter Panoramablick über die Landschaft bis tief in die Schweiz hinein. Die Halbinsel Höri gilt als „Künstlerhalbinsel“ – sanfte Ufer, Streuobstwiesen und stille Buchten inspirieren bis heute. Auf der gegenüberliegenden Seite streckt sich langgezogen die Insel Reichenau, UNESCO-Welterbe und berühmt für ihre den Katholizismus prägenden Klostertraditionen und die endlosen Gemüsefelder und die diese schützenden Glasbauten.
Reich an kulturellen Schätzen ist u. a. das ehemalige Benediktinerkloster auf der Reichenau. Es zählt zu den bedeutendsten Klosteranlagen des Mittelalters und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Auch kleinere Orte wie Radolfzell, Stein am Rhein oder Gaienhofen laden zum Verweilen ein – mit gut erhaltener Altstadtarchitektur, Museen und charmanten Uferpromenaden. Das bereits auf Schweizer Staatsgebiet liegende Schloß Arenenberg wurde einst von der Königin Hortense als Exilresidenz bewohnt - sie war die Gattin des unglücklichen Napoleon III..
Die Halbinsel Höri ist untrennbar mit Kunst verbunden. Hier lebten und arbeiteten Persönlichkeiten wie Otto Dix, der Maler der Neuen Sachlichkeit, oder der Schriftsteller Hermann Hesse, der in Gaienhofen seine frühen Romane verfasste. Ihre Häuser sind heute Museen und geben Einblick in die kreative Welt der Künstler. Galerien, Ateliers und kulturelle Festivals ziehen sich durch das ganze Jahr, während die Landschaft selbst eine Bühne für Kunstprojekte im Freien bietet.
Der Wild- und Freizeitpark in Allensbach ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, die hier einheimische Wildtiere entdecken können. Die Halbinsel Mettnau in Radolfzell lädt als Naturschutzgebiet mit seinen schönen Wanderwegen auch zur Vogelbeobachtung ein. Und natürlich sollte man die markanten Hegau-Vulkane, die sich hervorragend zum Wandern eignen, sich mit einer Wanderung erschließen.
Der westliche Bodensee ist mehr als eine Urlaubsregion – er ist ein lebendiger Kultur- und Naturraum. Wer hier reist, erlebt die Symbiose von Geografie, Geschichte und Kunst: stille Buchten am See, inspirierende Künstlerhäuser, mittelalterliche Städtchen und weite Blicke von Vulkankegeln. Sehenswert ist diese Region im südwestlichen Deutschland zu jeder Jahreszeit. Die Lichtstimmungen im Frühling oder Herbst, wenn die Uferwege still sind, die Cafés gemütlich und die engen Gassen nur noch den Einheimischen zum Flanieren dienen, da entfaltet sich der ganz besondere Zauber des Bodensees, umgarnt einen mit Mystik und nimmt uns gefangen für unwiderbringbare Augenblicke.
Über die Stadt Konstanz und die westliche Bodenseeregion mit ihren unzähligen Geschichten ließe sich viel mehr schreiben, als uns der Platz hier erlaubt. Möge der vorliegende Bericht für alle jene, die sich dafür interessieren, einen spannenden Einstieg bieten.
Wir danken der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH, die uns bei der Recherche zu diesem Beitrag mit einer Stadtführung und Informationsmaterial unterstützt hat.
Hotelempfehlungen in Konstanz: Das Ibis Styles Konstanz gilt als besonders familienfreundlich, wesentlich mondäner präsentiert sich das inmitten des Bodensees gelegene Steigenberger Inselhotel, mit atemberaubendem Blick und einzigartiger Atmosphäre. Wer es besonders stilvoll liebt, sollte das Seehotel Hohenfels in Sipplingen mit wunderschönem Seeblick und einem feinen Restaurant plus Wellnessbereich wählen. ↩
Genussreicher Bodensee: Zahlreiche Fischrestaurants in Konstanz bieten fangfrischen Fisch serviert in kreativen Fischgerichten. Empfehlenswert u. a. ist das Restaurant Hafenmeisterei. Gourmets sollten unbedingt einen Besuch im Restaurant Ophelia (zwei Michelin-Sternen) planen - aber bitte unbedingt vorab reservieren. ↩