Sonne, Regen, Wind oder plötzliche Temperaturwechsel: Was unseren Augen zu schaffen macht, kann auch die gewohnte Sehhilfe an ihre Grenzen bringen. Doch wann ist eine Brille praktischer, wann sind Kontaktlinsen im Vorteil und für wen lohnen sich selbsttönende Gläser?
Kennen Sie das? Sie fahren bei strahlendem Sonnenschein in einen Tunnel und sehen plötzlich kaum noch etwas. Oder Sie betreten an einem kalten Wintertag ein warmes Geschäft und stehen innerhalb von Sekunden mit beschlagener Brille da.
Solche Situationen gehören zum Alltag. Tief stehende Sonne, nasse Straßen, wechselnde Helligkeit oder eisiger Wind können die Sicht erheblich beeinträchtigen. Und nicht immer ist die gewohnte Brille dafür die beste Lösung.
Entscheidend ist nicht allein die richtige Sehstärke. Auch die Frage, wie und wo wir unsere Sehhilfe tragen, spielt eine Rolle. Wer viel Auto fährt, hat andere Anforderungen als jemand, der täglich mit dem Fahrrad unterwegs ist oder häufig zwischen Innenräumen und draußen wechselt.
Besonders unangenehm sind schnelle Hell-Dunkel-Wechsel. Bei strahlendem Sonnenschein sehen wir mit einer Sonnenbrille oft entspannter. Doch sobald wir in einen Tunnel, eine Tiefgarage oder einen dunklen Hauseingang kommen, wird die starke Tönung zum Hindernis.
Selbsttönende Brillengläser können hier eine praktische Alternative sein. Sie passen ihre Tönung dem einfallenden Licht an und ersparen häufig den Wechsel zwischen Korrektions- und Sonnenbrille.
Ganz ohne Einschränkungen funktioniert das allerdings nicht. Die Gläser brauchen Zeit, bis sie heller oder dunkler werden. Auch die Temperatur beeinflusst ihre Reaktion. Bei Kälte dunkeln viele Modelle stärker nach als bei großer Hitze.
Und im Auto? Herkömmliche selbsttönende Gläser bleiben hinter der Windschutzscheibe häufig relativ hell, weil diese einen Großteil der UV-Strahlung herausfiltert. Für Autofahrer gibt es deshalb spezielle Varianten, die auch auf sichtbares Licht reagieren.
Wer regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, fährt mit einer geeigneten Sonnenbrille in Sehstärke oft besser. Vor allem bei tief stehender Sonne und längeren Fahrten kann sie angenehmer sein.
Regentropfen auf den Brillengläsern, spiegelnde Fahrbahnen und schlechte Kontraste: Bei Regen wird selbst eine kurze Fahrt oder ein Spaziergang mitunter anstrengend.
Kontaktlinsen haben hier einen klaren Vorteil. Sie bieten ein freies Sichtfeld, ohne dass Regentropfen auf einer Brillenoberfläche hängen bleiben. Auch eine störende Fassung entfällt.
Allerdings verträgt nicht jeder Kontaktlinsen gleich gut. Besonders bei Wind oder trockener Luft können die Augen schneller gereizt reagieren. Wer viel im Freien unterwegs ist, sollte deshalb eine Ersatzbrille griffbereit haben.
Bei Nebel oder Dämmerung gilt dagegen: Eine dunkle Tönung ist nicht automatisch hilfreich. Sie nimmt zusätzlich Licht weg und kann die Erkennbarkeit von Hindernissen verschlechtern.
Wie wichtig gutes Kontrastsehen gerade im Straßenverkehr ist, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung zur Sehleistung beim Autofahren. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Sehfunktionen und Fahrleistungen unter erschwerten Lichtbedingungen.
Draußen Minusgrade, drinnen wohlige Wärme – und schon ist die Brille beschlagen. Ursache ist warme, feuchte Luft, die auf die kalten Gläser trifft. Dabei bilden sich winzige Wassertröpfchen.
Besonders lästig wird das beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Betreten eines Restaurants.
Spezielle Antibeschlag-Beschichtungen und geeignete Pflegemittel können helfen. Allerdings sollte man darauf achten, dass sie mit der vorhandenen Glasbeschichtung verträglich sind.
Kontaktlinsenträger kennen dieses Problem nicht. Dafür kann ihnen trockene Heizungsluft zu schaffen machen. Wer ohnehin zu trockenen Augen neigt, empfindet eine Brille im Winter möglicherweise als angenehmer.
Wer häufig zwischen sonnigen Straßen, schattigen Plätzen und Innenräumen wechselt, möchte nicht ständig die Brille tauschen.
Selbsttönende Gläser sind dafür eine bequeme Lösung. Sie verbinden die gewohnte Sehkorrektur mit einer variablen Tönung. Allerdings reagieren sie nicht augenblicklich und ersetzen auch nicht in jeder Situation eine separate Sonnenbrille.
Kontaktlinsen bieten mehr Freiheit. Sie lassen sich nach Bedarf mit einer gewöhnlichen Sonnenbrille kombinieren. Das ist vor allem für Menschen interessant, die viel unterwegs sind oder Sport treiben.
Bei Alterssichtigkeit kommen auch Mehrstärken-Kontaktlinsen infrage. Ob sie eine Gleitsichtbrille ersetzen können, hängt vom individuellen Sehbedarf ab.
Wer feststellt, dass die gewohnte Sehhilfe bei wechselnder Helligkeit zunehmend Probleme bereitet, sollte seine Sehstärke überprüfen lassen. Unser Beitrag zum Augencheck bei veränderten Lichtverhältnissen erklärt, worauf es dabei ankommt.
Beim Joggen verrutscht die Brille, beim Radfahren sammeln sich Regentropfen auf den Gläsern und bei schnellen Bewegungen kann die Fassung das Sichtfeld einschränken.
Kontaktlinsen sind in solchen Situationen häufig praktischer. Sie sitzen direkt auf dem Auge, beschlagen nicht und lassen sich mit einer Schutz- oder Sportbrille kombinieren.
Bei starkem Wind, Staub oder trockener Luft kann sich der Vorteil allerdings umkehren. Dann schützt eine gut sitzende Brille die Augen oft besser vor äußeren Einflüssen.
Bei Sportarten mit Verletzungsrisiko reicht eine normale Alltagsbrille nicht immer aus. Welche Eigenschaften eine geeignete Schutzbrille haben sollte, erläutern wir im Beitrag Sportbrille statt Alltagsbrille.
Ein kurzer Badestopp, die Brille bleibt im Auto liegen. Was harmlos klingt, kann bei hochsommerlichen Temperaturen teuer werden. Im Fahrzeuginneren entstehen schnell Temperaturen von über 60 Grad Celsius. Das kann Kunststofffassungen verformen und Beschichtungen beschädigen.
Auch Kontaktlinsen und Pflegemittel sollten nicht unnötiger Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Maßgeblich sind die Lagerungshinweise der Hersteller.
Schweiß und Sonnencreme können zudem dazu führen, dass die Brille verrutscht. Bei Gleitsichtgläsern kann schon eine veränderte Position den Seheindruck beeinträchtigen.
Sonne und Schatten: Selbsttönende Gläser ersparen häufig den Brillenwechsel. Beim Autofahren sind ihre Grenzen zu beachten.
Regen: Kontaktlinsen verhindern Regentropfen auf den Brillengläsern und bieten ein freies Sichtfeld.
Nebel und Dämmerung: Eine aktuelle Sehstärke und gutes Kontrastsehen sind wichtiger als eine starke Tönung.
Kälte und warme Innenräume: Kontaktlinsen beschlagen nicht. Bei Brillen können geeignete Antibeschlag-Mittel helfen.
Wind und trockene Luft: Eine Brille kann angenehmer sein als Kontaktlinsen.
Sport und Bewegung: Kontaktlinsen bieten Bewegungsfreiheit, ersetzen aber keinen notwendigen Augenschutz.
Große Hitze: Brillen und Kontaktlinsen nicht im aufgeheizten Auto aufbewahren.
Die eine Sehhilfe, die bei jedem Wetter und in jeder Situation gleichermaßen überzeugt, gibt es nicht. Wer überwiegend Auto fährt, hat andere Anforderungen als jemand, der viel Sport treibt oder täglich zwischen Innenräumen und draußen unterwegs ist.
Oft genügt es, die vorhandene Brille gezielt zu ergänzen – etwa durch Kontaktlinsen für sportliche Aktivitäten oder selbsttönende Gläser für den Alltag.
Treten bei wechselndem Licht, Dämmerung oder Blendung zunehmend Sehprobleme auf, sollte man diese allerdings nicht allein der Brille zuschreiben. Auch Veränderungen der Augen können dahinterstecken und gehören gegebenenfalls augenärztlich abgeklärt.
Denn entscheidend ist nicht, wie viele Brillen man besitzt, sondern wie gut man mit seiner Sehhilfe im Alltag zurechtkommt.
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