Bauchspeichelkrebs - Hoffnung aus dem Regenwald

Autor: Julius-Maximilians-Universität Würzburg • Datum: 15.11.2018

Würzburger Forscher geben vielen Hoffnung, denn sie haben einen Wirkstoff aus einer tropischen Regenwald-Liane entdeckt, welcher das Wachstum von Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zellen hemmt

Krebszellen überleben mit Hilfe des Signalwegs Akt/mTOR

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebsarten, mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von weniger als fünf Prozent. Weil die Krebszellen sich so aggressiv vermehren, verbrauchen sie im Tumorgewebe viel Nährstoffe und Sauerstoff. Während die meisten Zellen in einer solch extremen Mangelsituation absterben würden, überleben die Bauchspeicheldrüsenkrebszellen, indem sie eine Signalkaskade auslösen, die sich Akt/mTOR nennt.

Einige Forscher suchen daher gezielt nach Wirkstoffen, die diesen Signalweg unterbrechen. Substanzen, die unter „Hungerbedingungen“ auf Krebszellen bevorzugt toxisch wirken, bezeichnet man als Antiausteritäts-Verbindungen (englisch: „antiausterity compounds“), abgeleitet vom griechischen Wort „austerotes“ (= Entbehrung).

Alkaloide aus den Zweigen einer Liane

Suresh Awale und Gerhard Bringmann haben mit ihren Teams schon vor einiger Zeit mehrere strukturell außergewöhnliche Alkaloide (das sind stickstoffhaltige Naturstoffe) mit Antiausteritäts-Potenzial entdeckt. Diese Wirkstoffe stammen aus Pflanzen, die im kongolesischen Regenwald beheimatet sind.

Nun ist den Forschern aus Würzburg und Japan mit der Isolierung und Strukturaufklärung von Ancistrolikokin E3 aus Zweigen der Liane Ancistrocladus likoko die Identifizierung einer weiteren neuen Substanz gelungen, die im Labor äußerst vielversprechende Wirkeigenschaften gegen PANC-1-Bauchspeicheldrüsenkrebszellen zeigt.

Dramatische Veränderungen an den Krebszellen

Ancistrolikokin E3 löst dramatische Veränderungen in der Morphologie der Krebszellen aus (siehe Abbildung, rechts oben), die letztlich zu deren Tod führen. Zudem hemmt die Substanz die Wanderung von Krebszellen und deren Kolonie-Bildung (siehe Abbildung, links unten). Das könnte potenziell helfen, die Streuung des Krebses und damit die Bildung von Metastasen zu unterbinden.

Die Studien zeigen, dass die zellabtötende Wirkung der Substanz auf einer Hemmung des Akt/mTOR- und des Autophagie-Signalweges beruht. Die Untersuchungen belegen somit, dass Ancistrolikokin E3, aber auch andere strukturverwandte Alkaloide, vielversprechende Substanzen für weiterführende Studien zur Entwicklung neuer Antikrebsmittel basierend auf der Antiausteritäts-Strategie sein könnten.




Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Produktnews

Wenn Hitze zum Risiko wird

©Pixabay_stux ©Pixabay_stux

Klimawandel und Gesundheit Es wird langsam Sommer und viele Menschen freuen sich über warme und sonnige Tage. Doch in den letzten …

Werbung
Gewinnspiele

iRobot Roomba 698 Saugroboter zu gewinnen

Roomba 698 Saugroboter - ©iRobot Germany GmbH Roomba 698 Saugroboter - ©iRobot …

Gewinnen Sie einen iRobot Roomba 698 Saugroboter der Firma iRobot Germany GmbH im Wert von 299,00€ UVP. Der über Wi-Fi® verbundene …

Bücher

Secret Places Deutschland

Secret Places Deutschland

70 besondere Ziele abseits des Trubels führen zu geheimen Orten in Deutschland

Autor: Jochen Müssig, Margit Kohl
Preis: EUR 29.99