Egal, ob man an Morbus Crohn oder an Colitis ulcerosa (kurz als CED bezeichnet) erkrankt ist, das dementsprechende Wohlbefinden orientiert sich auch am Geschlecht.
Und aus diesem Grund, soll der am 7. November stattfindende Magen-Darm-Tag darauf aufmerksam machen, wie wichtig die gastrointestinale Gesundheit für Wohlbefinden und Lebensqualität ist. Immerhin leben mit sogenannten “chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)” etwa 650.000 Menschen in Deutschland. Anlass genug, um an diesem Awareness-Tag einmal genauer hinzusehen. Auch die Frage, ob es denn bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen geschlechtsbezogene Unterschiede gibt und inwieweit diese den Weg zur Diagnose und den weiteren Behandlungsverlauf beeinflussen.
Für Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfälle, gepaart mit Erschöpfung, gibt es viele Ursachen und diese sind nicht immer leicht einzuordnen. Was den Weg bis zur Diagnose zuweilen lang gestalten kann – leider bei Frauen oft noch länger als bei Männern. Dies zeigt eine multizentrische Studie, die aufzeigt, dass chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei Männern schneller erkannt wurden als bei Frauen: Bei Männern dauerte es bei Morbus Crohn im Median 4,5 Monate bis zur Diagnose, während sie bei Frauen im Median erst nach 12,6 Monaten gestellt wurde. Bei Colitis ulcerosa waren es im Median 2,7 gegenüber 6,1 Monate.
So können nach der Diagnose geschlechtsbezogene Unterschiede auch im weiteren Behandlungsverlauf durchaus eine Rolle spielen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter kann eine mögliche Schwangerschaft sehr wohl auch die Wahl der Therapie beeinflussen. Eine Schwangerschaft heißt jedoch nicht automatisch, dass ein Kinderwunsch besteht. Umso wichtiger ist der offene Austausch zwischen Patient:innen und Behandelnden ist. „Mein Tipp: Betroffene, und insbesondere Frauen, sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt ganz offen über ihre Lebenssituation, Wünsche und Zukunftsplanung sprechen. Denn es ist wichtig, dass die CED-Therapie zum Lebensentwurf passt“, rät die Biologin und Betroffene Sabrina Schmidt, die als Mila Quirin) auf ihren Social-Media-Kanälen über das Leben mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufklärt.
Als die beste CED-Therapie gilt jene, die sowohl zur Erkrankung als auch zu den persönlichen Bedürfnissen passt – und das lässt sich im vertrauensvollen Gespräch in der ärztlichen Praxis am besten entscheiden. Unterstützung bei der Vorbereitung darauf bietet Patientinnen und Patienten die Website leben‑mit‑ced.de. Dort finden Betroffene unter anderem die CED-Disk.
Dieses Online-Tool erfasst zehn Lebensbereiche wie z. B.
Es soll dabei helfen aktuelle Belastungen und individuelle Therapieziele in der Sprechstunde strukturiert anzusprechen. Denn je genauer Betroffene ihre Situation benennen können, desto leichter lassen sich gemeinsam fundierte Behandlungsentscheidungen treffen.